Brandschutz

Runder Tisch zum Brandschutz bei mittelalterlichen Kirchenbauten

Das Zisterzienserkloster Maulbronn (Foto: © dpa)

Auf Initiative von Innenminister Thomas Strobl hat ein Runder Tisch zum Brandschutz bei mittelalterlichen Kirchenbauten in Baden-Württemberg stattgefunden. Hintergrund für das Treffen war der Brand von Notre-Dame in Paris, bei dem das historische Bauwerk zum Teil zerstört wurde.

"Nach dem Brand in der Kathedrale Notre Dame am 15. und 16. April 2019 gehen wir nicht einfach zur Tagesordnung über. Das verheerende Ereignis hat viele Menschen in Paris, in Frankreich und weit darüber hinaus tief betroffen gemacht. Es ist mir ein inneres Bedürfnis alles dafür zu tun, dass wir uns gegen einen solchen Schadensfall bestmöglich wappnen. Unter keinen Umständen dürfen wir es versäumen, eventuell auch Lehren für uns zu ziehen. Unsere Sakralbauten und auch andere Kulturbauten sind ja von unschätzbarem Wert und beheimaten oft wertvolle und bedeutende Reliquien oder Kunstschätze, die es im Brandfall besonders zu beachten gilt. Deshalb haben wir den Runden Tisch ‚Nach dem Brand von Notre Dame – mittelalterliche Kirchenbauten in Baden-Württemberg‘ ins Leben gerufen“, sagte der Stellvertretende Ministerpräsident und Innenminister Thomas Strobl am 5. Juni 2019 in Stuttgart. Zum Runden Tisch waren 30 Vertreter der Kirchen und der Feuerwehren sowie des Ministeriums für Finanzen Baden-Württemberg und des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg zusammengekommen.

Ergebnisse des Runden Tisches

Die Teilnehmer des Runden Tisches erarbeiteten diese Ergebnisse:

  • Deutlich wurde, dass alle Beteiligten – ob Feuerwehr oder Kirchen – sich bereits intensiv um einen guten Brandschutz bemühen.
  • Wir können freilich die Zusammenarbeit vor Ort verstärken. Dazu starten wir eine landesweite, gemeinsame Initiative, über die wir gezielt Begehungen der Kirchenbauten voranbringen. Diese wollen wir dazu nutzen, um die Ortskenntnisse zu verbessern und gegenseitige Hinweise zu Brandschutzmaßnahmen und zu sakralen Besonderheiten auszutauschen. Mit dem klaren Ziel: eine bessere und sicherere Brandbekämpfung im Ernstfall.
  • Wir erstellen gemeinsam mit Landesfeuerwehrschule, Kirchen und Bauverwaltung eine Handreichung mit einer ganz pragmatischen Checkliste, was beim Brandschutz in Kirchen zu beachten ist.
  • Wir werden die Feuerwehren noch besser wappnen, um der besonderen Aufgabe, nämlich dem Erhalt von Sakral- und Kulturbauten, gerecht werden zu können. Dazu steht unsere Akademie der Gefahrenabwehr an der Landesfeuerwehrschule bereit, um beispielsweise ein neues Fortbildungsangebot „Brandschutz und Einsatzmaßnahmen in Sakralbauten und Kulturbauten“ für Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen sowie für die baulich Verantwortlichen der Kirchen anzubieten.

Der Brand von Notre-Dame war ein Großbrand, der am 15. und 16. April 2019 das historische Bauwerk der Kathedrale Notre-Dame de Paris teilweise zerstörte. Der Pariser Feuerwehr gelang es nach etwa vier Stunden, den Brand im Wesentlichen auf den hölzernen Dachstuhl zu begrenzen. Die Westfassade mit den Haupttürmen, die Wände des Mittelschiffs nebst Strebewerk sowie große Teile des Deckengewölbes und die Seitenschiffe und Chorumgänge blieben weitgehend stabil. Die reiche Ausstattung der Kirche blieb größtenteils erhalten, wurde jedoch teilweise durch Flammen, Rauch, Ruß und Löschwasser beschädigt.