Kultur

Innovationsfonds Kunst: Land stellt rund 800.000 Euro für 37 Projekte zur Kulturellen Bildung und Interkultur im ganzen Land bereit

Förderungen gehen u.a. nach Stuttgart, Mannheim, Freiburg, Karlsruhe, Ludwigsburg, Konstanz, Heilbronn, Offenburg, Pforzheim, Schorndorf und Winnenden

Die Förderlinie innovative Kulturprojekte soll im Frühjahr 2014 wieder ausgeschrieben werden.

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst unterstützt in der zweiten Tranche 2013 des Innovationsfonds Kunst 37 Projekte aus den beiden Förderlinien Kulturelle Bildung und interkulturelle Kulturarbeit mit 800.000 Euro. Die unabhängige Jury wählte die geförderten Projekte, davon elf zur Interkultur und 26 zur Kulturellen Bildung, aus insgesamt 166 eingegangenen Anträgen aus. Die Entscheidungen der Jury fielen dabei einstimmig.

Kunststaatssekretär Jürgen Walter: „Mit dem Innovationsfonds Kunst unterstützen wir Experimentierfreude und Kreativität. Die Resonanz ist erfreulich groß.“ Die Qualität und Vielfalt der Anträge habe wieder überzeugt. „Wir ermöglichen mit dem Innovationsfonds Kunst ganz besondere Kooperationen, etwa wenn jugendliche Strafgefangene an einem Musiktheaterprojekt des Landesjugendorchesters mitwirken.“

Das Beispiel bezieht sich auf das Projekt „Apollo 18“, in dem jugendliche Strafgefangene aus der Vollzugsanstalt Adelsheim auf ihre Altersgenossen aus dem Landesjugendorchester treffen. Die jugendlichen Häftlinge schlüpfen dabei in die Rolle der Solisten oder bilden den Chor der Opernaufführung.

In den nunmehr drei Ausschreibungsrunden in den Jahren 2012 und 2013 wurden bislang insgesamt 3,975 Mio. Euro bewilligt. Für das Frühjahr 2014 ist eine weitere Ausschreibung geplant.

Thematische Vielfalt bei breiter regionaler Streuung

Neben den urbanen Ballungsräumen haben sich auch viele Projekte durchgesetzt, die aus dem ländlichen Raum stammen oder dort hineinwirken. Beispielhaft stehen hierfür der Internationale Musikbasar der Landesakademie für die musizierende Jugend Baden-Württemberg in Ochsenhausen, die Hohenloher Jazz-Maile in Künzelsau sowie die Einrichtung des Hebelhauses als außerschulischer Lernort in Hausen im Wiesental.

Die Bandbreite der Genres reicht von Musik, Theater, Tanz über Bildende Kunst, Literatur bis hin zu Film, Internet und Neuen Medien. Kinder und Jugendliche für Kunst und Kultur zu begeistern, ist eines der wesentlichen Ziele der Kulturellen Bildung. „Zunehmend werden auch Seniorinnen und Senioren in den Fokus genommen, zum Beispiel im Projekt ‚Faltenrock‘ der Popakademie Mannheim“, so Staatssekretär Walter.

Hintergrund

Der Innovationsfonds Kunst ist ein weiterer Schritt zur Umsetzung der Kunstkonzeption „Kultur 2020“. Mit dem Fonds schafft die Landesregierung neben dem Erhalt des Bestehenden neue Spielräume in der Kunstszene - und zwar für alle Sparten und Bereiche. Die zusätzliche Förderung ermöglicht es, kulturelle Akzente zu setzen und Schwerpunkte mit Leben zu füllen. Es gibt drei Förderlinien: Interkulturelle Kulturarbeit, kulturelle Bildung und innovative Kunstprojekte. Insbesondere auch spartenübergreifende Initiativen sollen profitieren.

Adressaten sind Kunsteinrichtungen und Kulturschaffende. Antragsberechtigt sind in der Regel nur gemeinnützige Institutionen wie Stiftungen, Vereine, öffentlich-rechtliche oder privatrechtliche Körperschaften, die dem Ressortbereich des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst zuzuordnen sind. Projekte von Einzelpersonen können nicht gefördert werden. Die Projekte mussten befristet sein und durften in der Regel nicht bereits anderweitig durch das Land gefördert werden. Außerdem musste die Finanzierung einen gesicherten Anteil an Eigen- und Drittmitteln von mindestens 20 Prozent der Gesamtkosten aufweisen.

Die Jury bestand aus:

  • Peter Jakobeit, Kulturgemeinschaft Stuttgart
  • Dr. Susanne Kaufmann, SWR Landeskulturredaktion (SWR2)
  • Christoph Palm, OB Fellbach
  • Dr. Bettina Schulte, Kulturredakteurin, Badische Zeitung
  • Dr. Angela Wendt, Cafga Mannheim
Staatssekretär Dr. Patrick Rapp
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