Berufliche Bildung

Rund 5,4 Millionen Euro für neue Berufsbildungsstätten

Schreiner bei der Arbeit

Das Wirtschaftsministerium fördert den Neubau von Berufsbildungsstätten in Niederstetten und Biberach an der Riß mit insgesamt rund 5,4 Millionen Euro. Qualitativ hochwertige Aus-, Fort- und Weiterbildung ist die Basis, um dauerhaft innovativ und wettbewerbsfähig zu bleiben.

Baden-Württemberg verfügt über ein flächendeckendes Netz überbetrieblicher Berufsbildungsstätten. In diesem Zusammenhang fördert das Wirtschaftsministerium den Neubau einer Bildungsstätte in Niederstetten in Höhe von rund 2,55 Millionen Euro sowie den Neubau eines Werkstattgebäudes in Biberach an der Riß mit rund 2,84 Millionen Euro.

„Der rasante Wandel in Handwerk und Technik stellt an die Betriebe und ihre Beschäftigten neue und immer höhere Anforderungen. Um den hohen Ansprüchen an unsere Dienstleistungen und Produkte heute und auch in Zukunft zu genügen, braucht es Knowhow auf dem neuesten Stand. Qualitativ hochwertige, kontinuierliche Aus-, Fort- und Weiterbildung ist die Basis, um dauerhaft erfolgreich, innovativ und wettbewerbsfähig zu bleiben“, sagte Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut bei der Übergabe der Förderbescheide. Neben dem Wirtschaftsministerium, das 25 Prozent der Kosten trägt, beteiligen sich der Bund mit 45 Prozent und die Innung mit 30 Prozent.

Umschulungs- und Fortbildungszentrum Niederstetten e. V.

Das Umschulungs- und Fortbildungszentrum Niederstetten e. V. (UFZ) ist in der Region gut verankert. Seit über 40 Jahren bietet das UFZ Aus- und Fortbildungen sowie Umschulungen erfolgreich am Markt an. Die überbetriebliche Ausbildung hat in den letzten Jahren stark zugenommen und stellt inzwischen den Hauptteil der Lehrgänge. Für eine zukunftsorientierte Ausrichtung der Bildungsstätte ist der aktuelle Standort in Wermutshausen ungeeignet. Eine vertiefte Markanalyse zeigte, dass die Unternehmen der Region Heilbronn-Franken verstärkt die Angebote des UFZ anfragen und sich bereits auf die Zeit nach Bezug des Neubaus einstellen. Darüber hinaus ist davon auszugehen, dass künftig neue Betriebe für die Angebote gewonnen werden können. Das Neubauvorhaben wird auf dem ehemaligen Areal des Hallenbadgeländes im Stadtkern von Niederstetten verwirklicht. Das Altgebäude in Wermutshausen bleibt bestehen und wird weiter für die Umschulungsmaßnahmen genutzt.

Zimmerer – Ausbildungszentrum

Das Zimmerer – Ausbildungszentrum (ZAZ) wurde 1984 in Biberach a. R., Leipzigstr.13, in Betrieb genommen. Träger ist das Gemeinnützige Berufsförderungswerk des Baden-Württembergischen Zimmerer- und Holzbaugewerbes GmbH. Das ZAZ dient der überbetrieblichen fachpraktischen Lehrlingsunterweisung im Zimmererhandwerk für nahezu ganz Baden-Württemberg. Im Zuge steigender Nachfrage im Ausbildungsbereich wurde das ZAZ in den 90er Jahren erweitert. Die weiterhin gute prognostizierte Auslastung aufgrund der hohen Ausbildungsbereitschaft im Zimmererhandwerk sowie der Bedarf der Anpassung an Ausbildungsinhalte und Unterweisungsmethodik erfordern eine Anpassung und Neuordnung der Bestandssituation.

Deshalb ist nun ein Neubau für die beiden Außenstellen und eine Umstrukturierung im Zimmerer-Ausbildungszentrum vorgesehen. Im Neubau werden künftig die Themenbereiche Holzhausbau sowie Sanierung konzentriert. Somit können die in der Ausbildungsordnung bzw. in den Rahmenplänen verankerten Inhalte zeitgemäß vermittelt werden. Im Erdgeschoss ist die zweigeschossige mit Kranbahn ausgestattete Werkstatthalle mit drei Werkstätten untergebracht. Diese ermöglicht die realitätsbezogene Unterrichtung des vollständigen Fertigungsprozesses eines Holzhausbaus. Mit direktem Zugang und Sichtbezug sind Materialräume und Ausbilderbüros daran angeschlossen. An die zweigeschossige Werkstatthalle schließt sich ein dreigeschossiger Riegel an. In diesem sind im Erd- und Obergeschoss weitere Werkstätten, ein Maschinenraum sowie Sanitär- und Umkleidebereiche untergebracht. Im dritten Obergeschoss befinden sich vier Theorieräume, Pausenbereiche sowie ein Außenpausenbereich mit Musterschaufläche auf der Dachfläche der zweigeschossigen Halle. Damit macht das Berufsförderungswerk einen großen Schritt zur Weiterentwicklung der Bildungsinfrastruktur im Zimmerer- und Holzbaugewerbe.

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