Kultur

Ror Wolf erhält Schiller-Gedächtnispreis 2016

Ror Wolf, Foto: (c) juergen-bauer.com

Der Schiller-Gedächtnis-Preis ist der bedeutendste Literaturpreis des Landes Baden-Württemberg und zählt zu den wichtigsten Literaturpreisen in Deutschland. Die Auszeichnung ist mit einem Preisgeld von 25.000 Euro verbunden. Die mit jeweils 7.500 Euro dotierten Förderpreise gehen an die jungen Dramatiker Miroslava Svolikova und Stefan Hornbach. 

„Ror Wolf ist ein Sprachvirtuose, der sich in seinem Werk gleichermaßen scharfsinnig wie poetisch zwischen allen Genres bewegt. Seit über fünfzig Jahren arbeitet er an einer Literatur, in der das Vertraute fremd wird und das Fremde sonderbar vertraut. Mit der Realität setzt er sich spielerisch wie abgründig auseinander. So zieht er mit seinem unkonventionellen Erzählen und seinem eigenen Blick auf die komplexe Wirklichkeit die Leserinnen und Leser in seinen Bann. Mit dem Schiller-Gedächtnispreis würdigt das Land Baden-Württemberg sein schriftstellerisches Gesamtwerk und ehrt Ror Wolf für sein solitäres, unermüdliches und widerständiges Schaffen“, gab Ministerin Theresia Bauer bekannt.

„Miroslava Svolikova und Stefan Hornbach haben mit ihren Arbeiten das Gegenwartstheater bereichert. Mit der Auszeichnung sollen ihnen weitere wichtige Erfahrungen am Theater ermöglicht werden“, so die Ministerin. Die Entscheidung über die Preisvergabe traf eine unabhängige Jury unter Vorsitz von Kunststaatssekretärin Petra Olschowski.

Laut Begründung der Jury zeigen Ror Wolfs Prosa, sein enzyklopädisches Werk, die Lyrik, seine Collagen und Hörspiele einen Künstler, der mit der Komik der Verzweiflung seinen nüchternen Gesang auf eine Welt anstimmt, die nicht mehr zu uns spricht. „Für die zersplitterte Gegenwart, in der wir leben, hat Ror Wolf wie kein anderer literarische Formen entwickelt, die mit den tröstlichen Verbindlichkeiten des konventionellen Erzählens nichts zu tun haben. Die Wirklichkeiten, die er mit leuchtender Präzision erzeugt, sind durchlöchert und abgründig. Sein Schreiben bewegt sich mutig und wahrhaftig jenseits aller üblichen Vereinbarungen“, so die Jury.

Der Schiller-Gedächtnis-Preis 

Der Schiller-Gedächtnis-Preis gliedert sich in den Ehrenpreis mit 25.000 Euro und zwei Förderpreise mit jeweils 7.500 Euro. Die Auszeichnung wurde 1955 aus Anlass des 150. Todestages von Friedrich Schiller gestiftet und wird alle drei Jahre an verdiente deutschsprachige Literaten verliehen. Zu den bisherigen Preisträgern gehören u.a. Max Frisch, Golo Mann, Friedrich Dürrenmatt, Peter Handke, Botho Strauß und Rainald Goetz. Die Förderpreise zeichnen junge Dramatiker aus. 

Die Preisträger

Ror Wolf wurde 1932 in Saalfeld/Thüringen geboren. Nach dem Abitur 1951 lehnte man seine Bewerbungen zum Studium ab. Er arbeitete zwei Jahre als Betonbauer und verließ im August 1953 die DDR. In Westberlin und später in Stuttgart arbeitete er als Straßenbauarbeiter, Zeitschriftenvertreter, Druckereihilfsarbeiter und Angestellter einer Werbeagentur. Von 1954 bis 1961 studierte er Literaturwissenschaft, Philosophie und Soziologie in Frankfurt am Main, Hamburg und wieder in Frankfurt (unter anderem bei Theodor W. Adorno, Max Horkheimer und Walter Höllerer). Ab 1957 veröffentlichte er in der Frankfurter Studentenzeitung Diskus Prosa, Gedichte, Bildcollagen, Aufsätze und Kritiken. Von 1959 bis 1963 leitete er das Feuilleton des Diskus. 1961 bis 1963 war er Literaturredakteur beim Hessischen Rundfunk und verantwortlich für das Studio für neue Literatur. Im Herbst 1963 zog er es vor, sein Leben als freier Autor fortzusetzen. Sein erstes Buch erschien 1964, darauf folgten zahlreiche Lyrik- und Prosabände, Hörspiele und Collagen. Seine Werke sind in all ihren Variationen ebenso spielerische wie abgründige Auseinandersetzungen mit der Realität. Sie sind artistisch und unterhaltsam zugleich und dabei geprägt von einer tiefen Musikalität. Ror Wolf wurde vielfach ausgezeichnet und erhielt nicht zuletzt für seine außergewöhnlichen Hörspiele und Radio-Collagen bei Kritik und Publikum große Anerkennung. Seit 1990 lebt er in Mainz.

Stefan Hornbach, geboren 1986 in Speyer, studierte Theaterwissenschaft, Psychologie und Neuere deutsche Literatur in München, anschließend Schauspiel an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg in Ludwigsburg. Als Autor war er 2013 Finalist beim open mike in Berlin und 2015 beim Autorenwettbewerb der Theater St. Gallen und Konstanz. 2015 gewann er mit seinem Theaterstück Über meine Leiche den Osnabrücker Dramatikerpreis, 2016 folgten eine Einladung zum Heidelberger Stückemarkt und zu den Autorentheatertagen ans Deutsche Theater Berlin, wo es in einer Produktion des Burgtheaters Wien als Voraufführung zu sehen war, es folgt eine offizielle Uraufführung am Theater Osnabrück und eine österreichische Erstaufführung in Wien. Als Schauspieler stand er u. a. am Schauspiel Stuttgart und am Theater Rampe Stuttgart auf der Bühne, zuletzt am Theater Drachengasse in Wien in dem mit Magdalena Fischer und Sophie Utikal entwickelten Kurzstück YOU'RE JUST JEALOUS, für das sie den Publikumspreis des Newcomer-Wettbewerbs erhielten. Seit 2013 ist Stefan Hornbach Teil des Theater- und Filmkollektivs KOLLEKTIV EINS. Er lebt in Mannheim.

Miroslava Svolikova, geboren 1986 in Wien, studierte Philosophie in Wien und Paris sowie Bildende Kunst an der Akademie der bildenden Künste Wien. Sie erarbeitete verschiedene Ausstellungen und ein Musikprojekt und veröffentlichte seit 2010 erste Beiträge in Literaturzeitschriften. 2012 wurde sie beim ZeitCampus Literaturwettbewerb shortlistet . 2015 war sie Gewinnerin des Retzhofer Dramapreises (dotiert mit 4.000 Euro) und Teilnehmerin am FORUM Text 2016-2018. Ebenso Zweitplatzierung beim exil-Literaturpreis, shortlisted beim Walter Kempowski-Förderpreis und Zuerkennung des literar mechana DramatikerInnenstipendiums. 2016 war sie beim Dramatikerfestival Graz eingeladen. Im gleichen Jahr erfolgte die Uraufführung des Stücks die hockenden am Burgtheater Wien im Rahmen des Hans-Gratzer-Stipendiums (5.000 Euro einmalig, Autorenförderung des Schauspielhauses Wien) sowie dessen deutsche Erstaufführung am Schauspiel Leipzig. Von 2016-18 Teilnahme am Forum Text, Lehrgang für szenisches Schreiben von UniT. Miroslava Svolikova lebt in Wien.

Die Preisverleihung findet am 8. November in Stuttgart statt.

Ror Wolf (JPG)

Stefan Hornbach (JPG)

Miroslava Svolikova (JPG)

Das Badische Staatstheater in Karlsruhe
  • Kunst und Kultur

Beratungen zur Erweiterung und Sanierung des Badischen Staatstheaters

Die neue „Sammlung digital“ des Linden-Museums Stuttgart bietet ab 1. Dezember einen offenen virtuellen Zugang zu den Museumsbeständen.
  • Kunst und Kultur

Linden-Museum ermöglicht virtuellen Zugang

Das Opernhaus in Stuttgart (Foto: © dpa)
  • Bürgerbeteiligung

Viertes Bürgerforum zur Opernhaus-Sanierung

  • Kunst und Kultur

Auslandsstipendien für Künstlerinnen und Künstler

Eine Mitarbeiterin der Kunsthalle Mannheim steht im Atrium vor der digitalen Monitor-Wand „Collection Wall“ und betrachtet ein Kunstwerk. Auf dem Touchscreen können Besucher interaktiv einen Blick in die Sammlung und auch ins sonst verborgene Depot werfen (Bild: picture-alliance/Uwe Anspach/dpa).
  • Kunst und Kultur

Abschlussveranstaltung „Digitale Wege ins Museum“

Tänzer tanzen im Badischen Staatstheater (Foto: dpa)
  • Kultur

Staatstheater schließen bis 1. Februar 2021

Das Kinderbuch „Räuber Ratte“ von Julia Donaldson und Axel Scheffler
  • Vorlesetag

Kretschmann beteiligt sich am Vorlesetag

Wirtschaftsstaatssekretärin Katrin Schütz
  • Städtebauförderung

Bronze-Plakette für Schloss in Ettlingen

Collage der Ideenstark-Gewinner
  • Kreativwettbewerb

Zehn starke Ideen aus Baden-Württemberg ausgezeichnet

Das Badische Staatstheater in Karlsruhe
  • Kunst und Kultur

Empfehlung für Vertragsauflösung mit Intendant Spuhler

Telefonnummer der Corona-Beratungshotline für Kreativschaffende der MFG Medien- und Filmgesellschaft: Unter 0711 907 15413 sind Montags bis Freitags von 10 und 12 Uhr sowie 14 bis 16 Uhr Expertinnen und Experten erreichbar, die aktuelle Fragen rund um Unterstützungsleistungen während der Corona-Krise beantworten.
  • Kunst und Kultur

Corona-Beratungshotline für Kreativschaffende

Eine Mitarbeiterin des Kunstmuseums in Stuttgart geht durch eine Ausstellung.
  • Kunst und Kultur

Land steigert Etat für Kunstankäufe 2020

Das Opernhaus in Stuttgart (Foto: © dpa)
  • Bürgerbeteiligung

Drittes Bürgerforum zur Opernhaus-Sanierung

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (l.) mit der bestellten Vertrauensanwältin für sexualisierte Diskriminierung, sexuelle Belästigung und Gewalt, Michaela Spandau (r.)
  • Wissenschaft und Kunst

Vertrauensanwältin für sexuelle Belästigung bestellt

Ein Techniker sitzt im Theater Ulm an einem Computer. Das Ulmer Stadttheater hat ausgewählte Inszenierungen via Livestream im Internet angeboten. (Bild: dpa)
  • Kunst und Kultur

Landesamateurtheaterpreis für herausragende Produktionen

Das Münster in Ulm spiegelt sich in einer Fensterscheibe wider. (Bild: dpa)
  • Denkmalförderung

Rund 3,6 Millionen Euro für die Sanierung von Kulturdenkmalen

Kavaliershäuser der Hochschule für Musik Karlsruhe
  • Denkmalschutz

Kavaliershäuser der Hochschule für Musik Karlsruhe übergeben

Besucher sitzen in einem Kinosaal.
  • Kunst und Kultur

Kinoprogrammpreise in Höhe von 1,1 Millionen Euro vergeben

Studierende mit Mund- und Nasenmaske sitzen in der Begrüßungsveranstaltung für Studierende im ersten Semester an der Universität Hohenheim.
  • Coronavirus

Umsetzung neuer Beschlüsse in Wissenschaft und Kultur

Tanz-Aufführung im Nationaltheater Mannheim (Bild: © dpa)
  • Kunst und Kultur

Land fördert freie Tanz- und Performance Ensembles

  • Coronavirus

Infektionsschutz in Schlössern und Gärten

Eine Frau trägt einen Mund-Nasen-Schutz vor einem Frage- und Ausrufezeichen.
  • Coronavirus

Rechtssicherheit für Sportvereine und Musik- und Kunstschulen

Theodor Heuss Museum der Stadt Brackenheim.
  • Kunst und Kultur

Neuer Leiter der Landesstelle für Museumsbetreuung

Eine Mitarbeiterin der Kunsthalle Mannheim steht im Atrium vor der digitalen Monitor-Wand „Collection Wall“ und betrachtet ein Kunstwerk. Auf dem Touchscreen können Besucher interaktiv einen Blick in die Sammlung und auch ins sonst verborgene Depot werfen (Bild: picture-alliance/Uwe Anspach/dpa).
  • Kunst und Kultur

Weitere 1,7 Millionen für Impulsprogramm „Kunst trotz Abstand“

Eine Mitarbeiterin der Kunsthalle Mannheim steht im Atrium vor der digitalen Monitor-Wand „Collection Wall“ und betrachtet ein Kunstwerk. Auf dem Touchscreen können Besucher interaktiv einen Blick in die Sammlung und auch ins sonst verborgene Depot werfen (Bild: picture-alliance/Uwe Anspach/dpa).
  • Kunst und Kultur

ADRIANI STIFTUNG gegründet