Tierschutz

Rehkitze auch in Zeiten der Corona-Krise bei der Frühjahrsmahd schützen

Symbolbild: Ein kleines Rehkitz liegt regungslos in einem Maisfeld. (Bild: picture alliance/Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa)

Die Landwirte bereiten derzeit den ersten Grünschnitt vor. Der Schutz von Wildtieren spielt dabei eine große Rolle, auch wenn die Corona-Pandemie die Rehkitzrettung erschwert.

Im April erblicken die ersten Rehkitze das Licht der Welt und die Landwirte bereiten gleichzeitig den ersten Grünschnitt im Jahr vor. Kitze, andere Jungtiere und Gelege von Bodenbrütern sind dadurch besonders gefährdet. „Aufgrund des sogenannten Drückinstinkts weichen die Rehkitze dem Mähwerk der Landwirtschaftsmaschinen oft nicht aus, sondern drücken sich bei möglichen Gefahren fest auf den Boden und bleiben regungslos liegen. Durch die Mähmesser kommt es zwischen Mitte April bis Ende Mai so zu schweren Verletzungen und tödlichen Unfällen“, so die Landestierschutzbeauftragte, Dr. Julia Stubenbord. Über 100.000 Wildtiere sterben jährlich in Deutschland durch Mähmaschinen, davon sind knapp 90.000 Rehkitze.

Neben der Tierschutzrelevanz besteht dabei für die Landwirte auch ein wirtschaftliches Risiko. „Die Kadaver im Gras können durch die Verwesung unter Luftabschluss gefährliche Giftstoffe im Silagefutter bilden, die zu tödlichen Krankheiten bei den Tieren, die das Futter dann fressen, führen“, so Stubenbord weiter. Zudem drohen strafrechtliche Konsequenzen. So wurde im Jahr 2018 ein Landwirt aus Niedersachsen, nachdem er die Wiesen nicht wie vorgeschrieben abgesucht hatte und bei Mäharbeiten zwölf Kitze tötete, wegen der Tötung eines Wirbeltiers ohne vernünftigen Grund in mehreren Fällen angeklagt und zu einer Geldstrafe verurteilt.

Zusammenarbeit zwischen Jägern und Landwirten

Um die Anzahl der Wildtierverluste zu reduzieren, hat sich eine Zusammenarbeit zwischen Jägern und Landwirten etabliert. Der Einsatz von Drohnen in Kombination mit Wärmebildtechnik bietet die Möglichkeit, zeitsparend und effektiv der tierschutzrechtlichen Verantwortung gegenüber dem Wild nachzukommen. Die Suche kann nur in den frühen Morgenstunden erfolgen, wenn der Boden noch nicht aufgewärmt ist und das Kitz sich noch darstellen lässt. Die Drohne kosten zwischen 4.500 und 14.000 Euro. Hegegemeinschaften, Jägergemeinschaften, Gemeinden, der Katastrophenschutz und Landwirte erwerben oft gemeinsam Drohnen, um die Felder abzusuchen. Das Absuchen der Flächen mit Jagdhunden vor den Mäharbeiten ist ebenfalls möglich. Die Einbindung des zuständigen Jagdausübungsberechtigten ist unbedingt erforderlich, denn das Aufsuchen von Wild stellt eine Form der Jagdausübung dar.

„Aufgrund der Corona-Pandemie wird der praktische Tierschutz in diesem Frühling noch weiter erschwert“, so Stubenbord. So fallen etwa groß angelegte Suchaktionen auf Wiesen nach Kitzen aus, da die aktuellen Kontaktbeschränkungen es nicht zulassen. Sofern Hundeführer und Hund allein unterwegs sind, ist ein Absuchen der Flächen weiterhin möglich, ebenso wie das Aufstellen von Vergrämungsmaßnahmen durch eine Person oder maximal eine weitere. Auch das Absuchen mit Drohnen ist unter Einhaltung der Vorgaben weiterhin erlaubt.

Landesbeauftragte für Tierschutz

Landesjagdverband: Rehkitzrettung

Ein Wolf sitzt im Erlebnispark Tripsdrill in einem Gehege. (Foto: dpa)
  • Artenschutz

Wolfsnachweis im Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald

Schafe stehen in Unterkessbach (Baden-Württemberg) auf einer Wiese. (Foto: © dpa)
  • Artenschutz

Geänderte Vorgaben für wolfsabweisenden Grundschutz

Ein Bio-Bauer bringt mit seinem Traktor und einem Tankwagen als Anhänger, die angefallende Jauche auf einer Wiese aus. (Bild: dpa)
  • Landwirtschaft

Green Deal unterstützen und bäuerliche Familienbetriebe stärken

Studenten nehmen in einer Mensa ihr Mittagessen ein (Foto: © dpa).
  • Ernährung

Ernährungsprojekte an Kliniken und Hochschulen ausgezeichnet

Ein Landwirt pflügt ein Feld. Luftaufnahme mit einer Drohne. (Foto: Patrick Pleul / dpa)
  • Landwirtschaft

Frühzeitige Auszahlungen an Landwirte

Eine Laborantin untersucht Lebensmittel im Chemischen- und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart. (Foto: © dpa)
  • Marktüberwachung

Chemikaliensicherheit in Baden-Württemberg

Eine Wildbiene sucht an Blüten des Mehlsalbeis nach Nektar. (Bild: © Uwe Anspach/dpa)
  • Biodiversität

Filme zur biologischen Vielfalt im Land gesucht

Rheinlachs
  • Artenschutz

Lachsprogramm des Landes erfolgreich

  • Tierschutz

Maßnahmenplan „Tierschutz für Nutztiere in Baden-Württemberg“

Säue schauen durch die Absperrung eines Stalles auf einem Bauernhof. (Bild: © dpa)
  • Tierschutz

Maßnahmenpaket für Schlachthöfe angekündigt

Eine Frau liest in der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart ein Buch (Bild: © dpa).
  • Verbraucherschutz

Konsumkompetenzen der Verbraucher stärken

Eine Maus sitzt auf einem Finger (Bild: © dpa)
  • Tierschutz

Weniger Tierversuche im Studium

Ein Bio-Bauer bringt mit seinem Traktor und einem Tankwagen als Anhänger, die angefallende Jauche auf einer Wiese aus. (Bild: dpa)
  • Landwirtschaft

Zukunftswerkstatt für Junglandwirte

Schafe stehen in Unterkessbach (Baden-Württemberg) auf einer Wiese. (Foto: © dpa)
  • Artenschutz

Gerissenes Schaf in Merzhausen gefunden

Artisten proben mit ihren Elefanten in der Manege eines Zirkus ihren Auftritt (Quelle: dpa).
  • Tierschutz

Halbherziges Verbot von Wildtieren in neuer Zirkusverordnung

Luchs (Bild: Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg)
  • Artenschutz

Vierter Luchs in Baden-Württemberg resident

Eine Herde Schafe im Biosphärengebiet Schwarzwald (© Emmler/RP Freiburg)
  • Herdenschutz

Drei gerissene Schafe im Landkreis Waldshut

Möwen fliegen über den Bodensee in Konstanz. (Foto: dpa)
  • Tiergesundheit

Schutz vor der Vogelgrippe sicherstellen

Schüler warten auf ihr Mittagessen, im Vordergrund stehen Teller mit geschnittenem Gemüse. (Foto: dpa)
  • Ernährung

Gutes Essen für einen erfolgreichen Schultag

Kühe grasen auf einer Weide unterhalb der Kopfkrainkapelle in Simonswald.
  • Landwirtschaft

Forschungsprojekt zum Schutz von Grünlandflächen vor Schadinsekten

Stromzähler (Bild: dpa)
  • Verbraucherschutz

Energiepreis-Vergleichsportale sollten Mindeststandards erfüllen

Ein Fahrradfahrer fährt in der Nähe von Tübingen in Baden-Württemberg auf einem Feldweg. (Bild: dpa)
  • Ländlicher Raum

645.000 Euro für die Modernisierung Ländlicher Wege

Visualisierung des Nationalparkhauses Forbach-Herrenwies
  • Nationalpark

Umbau des Nationalparkhauses in Forbach-Herrenwies

Ein Wildschwein steht auf einem Plateau im Wald und beobachtet die Umgebung.
  • Landwirtschaft

Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest

Ein Winzer betrachtet die Frostschäden an den Trieben seiner Weinstöcke. (Foto: © dpa)
  • Landwirtschaft

Pilotprojekt zur Ertragsversicherung im Obst- und Weinbau