Kreislaufwirtschaft

Recycling-Phosphate im Ökolandbau fördern

Das Nachklärbecken der Kläranlage in Stuttgart-Mühlhausen. (Bild: Marcus Führer / dpa)

Das Land nimmt bei der Rückgewinnung von Phosphor eine europaweit beachtete Führungsrolle ein. Beim sechsten Phosphor-Gipfel betonte Umweltminister Franz Untersteller, dass die Klärschlammentsorgung im Land neu ausgerichtet werden solle, um Ressourcen und das Klima zu schonen.

Umweltminister Franz Untersteller hat beim digitalen Phosphor-Kongress des Landes deutlich gemacht, dass die Klärschlammentsorgung in Baden-Württemberg in Verbindung mit der Phosphorrückgewinnung neu ausgerichtet werden muss. Nur so könne langfristig eine verlässliche Entsorgung sichergestellt sowie die Ressourcen und das Klima geschont werden. „Bislang werden Klärschlämme überwiegend energetisch in Kohlekraftwerken und Zementwerken mitverbrannt. Das ist keine zukunftsfähige Lösung“, sagte Untersteller bei einer Podiumsdiskussion zur Phosphor-Rückgewinnung.

Land bei Phosphor-Rückgewinnung auf gutem Weg

Hinzu komme, dass ab 2029 bis auf wenige Ausnahmen alle rund 900 kommunalen Kläranlagen in Baden-Württemberg von der gesetzlich vorgeschriebenen Phosphor-Rückgewinnung aus den Klärschlämmen betroffen sind. „Geeignete Maßnahmen zur Phosphor-Rückgewinnung müssen wir bei der Planung neuer Klärschlammverwertungsanlagen also bereits von Anfang an mitdenken. Die gesamte Klärschlammentsorgung ist auf eine integrierte oder nachgeschaltete Phosphor-Rückgewinnung auszulegen. Dazu müssen wir in den nächsten zwei Jahren wichtige Entscheidungen treffen“ betonte Untersteller bei der zweitägigen Fachtagung, die von der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA) organisiert wird.

Bei der Phosphor-Rückgewinnung sieht Untersteller das Land aber auf einem guten Weg: „Wir haben mit den Kommunen und Verbänden wichtige Weichenstellungen und Infrastrukturprojekte angestoßen.“ Seit Oktober 2019 sei auf dem Klärwerk in Göppingen bereits eine Vollstromanlage zur Phosphor-Rückgewinnung aus dem Faulschlamm erfolgreich in Betrieb. „Unser Förderprogramm aus dem Fonds der Europäischen Union (EU) für regionale Entwicklung umfasst weitere Projekte, mit denen zugleich die Kapazitäten zur Klärschlammverbrennung erweitert werden können. Angesichts des Umfangs der Aufgabe, ist das ein schöner Erfolg.“

Sinnvoller Einsatz im Ökolandbau

Neben den vom Umweltministerium mit EU- und Landesmitteln (insgesamt rund 14 Millionen Euro) unterstützten Projekten zur Phosphor-Rückgewinnung seien zusätzliche interkommunale Projekte zur Klärschlammverbrennung in der Umsetzung. Auch hier werde die Phosphor-Rückgewinnung berücksichtigt. „Die Rückgewinnung des Phosphors ist aber nur ein Teil der Aufgabe“, hob Umweltminister Untersteller hervor: „Die zurückgewonnenen Phosphate müssen auch sinnvoll genutzt werden. Um den Kreislauf zu schließen, müssen wir auch einen tragfähigen Markt aufbauen, der profitabel ist und neben der Ressourcenschonung auch dem Klima hilft.“

Besonders gewinnbringend könne die Nutzung von Recycling-Phosphaten im Ökolandbau sein. „Hier besteht großer Bedarf“, sagte Untersteller. Dafür sei aber zunächst die EU-Zulassung von Recycling-Phosphaten im Ökolandbau erforderlich. Der Minister schlug außerdem vor, auf EU-Ebene die Qualitätsanforderungen für alle Phosphor-Dünger zu erhöhen, um Schadstoffeinträge in die Böden zu verringern. Darüber hinaus könnten Mindestnutzungsquoten für Recycling-Phosphate ein wirksames Mittel sein, um die Markteinführung voranzutreiben.

Fünfter Phosphor-Gipfel: Phosphor – ein kritischer Rohstoff mit Zukunft

Umweltministerium: Phosphor-Rückgewinnung in Baden-Württemberg

Das Steinheimer Becken am Albuch (Kries Heidenheim). (Bild: Stefan Puchner / dpa)
  • Naturschutz

Bericht zur Lage der Natur 2020

Ein Mitarbeiter der Integrierten Verkehrsleitzentrale (IVLZ) sitzt vor mehreren Monitoren. (Bild: dpa)
  • Straßenbau

Forschungsarbeiten mit BIM-Award 2021 ausgezeichnet

Ein Facharbeiter steht im Bosch Werk in Reutlingen vor einer Charge von Radarsensoren für die Automobilindustrie (Bild: © dpa).
  • Ressourceneffizienz

Förderprogramm für Ressourceneffizienz löst Investitionen von 1,2 Milliarden Euro aus

Ein Mann sitzt mit einer FFP2-Maske in einer Bahn.
  • Coronavirus

Medizinische Masken ab 25. Januar in Bussen und Bahnen Pflicht

Großer Wasserstoff-Lastwagen steht auf einem Parkplatz.
  • Alternative Antriebe

Innovativer Technologievergleich im Murgtal

Ein Mann hält in Stuttgart den Zapfhahn einer Wasserstofftankstelle an den Stutzen eines Wasserstoffautos. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
  • Technologie

Kabinett beschließt Landesplattform Wasserstoff

Verkehrsminister Winfried Hermann steht vor einer Unterschriftentafel für den Mobilitätspakt Walldorf-Wiesloch
  • Mobilität

Positive Halbzeitbilanz bei Mobilitätspakt Walldorf/Wiesloch

Monteure arbeiten an einem Strommast (Bild: © dpa).
  • Energiewende

Untersteller kritisiert Bundeswirtschaftsministerium

Fotomontage aus vier Bildern mit Solarzellen, Getreidehalmen, Windrädern und Strommasten.
  • Mobilität

Land will erneuerbare Kraftstoffe voranbringen

Anlage zur industriellen Produktion von Methangas
  • Energiewende

Zehntes Energiepolitisches Gespräch

Bioökonomie Baden-Württemberg: Illustration Bio-Ab-Cycling
  • Nachhaltige Bioökonomie

Neues EFRE-Förderprogramm

 Windräder stehen auf den Anhöhen in der Nähe des Kandels bei Waldkirch. (Bild: dpa)
  • Windkraft

Genehmigung von Windkraftanlagen

Außenaufnahme des Zwischenlagers für Atommüll am Kernkraftwerk Philippsburg (Kreis Karlsruhe).
  • Kernenergie

Nachmeldung zum meldepflichtigen Ereignis im Standortzwischenlager Philippsburg

Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut ist Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau. (Bild: © Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg)
  • Technologie

Spitzengespräch zu synthetischen Kraftstoffen

  • Radverkehr

Land fördert RadKULTUR 2021 in 17 Kommunen

Streusalz fällt auf dem Gelände einer Autobahnmeisterei von der Schaufel eines Radladers (Bild: © dpa)
  • Verkehr

Umsichtiges Verhalten zum Wintereinbruch

Eine Frau unterwegs mit einem Elektrofahrrad (Foto: © dpa)
  • Mobilität

Großes Interesse an der Verbesserung des Mobilitätsmanagements

Symbolbild: Beim Urban Gardening (städtischer Gartenbau) werden durch die gärtnerische Nutzung auf innerstädtischen Flächen z.B. Blumen, Gemüse, Kräuter und Obstbäume angebaut. (Bild: Andreas Arnold / dpa)
  • Klimaschutz

Investitionsprogramm Klimaschutz verabschiedet

Mit dem einmaligen Pilotprojekt „Digitaler Knoten Stuttgart“ wird in der Region Stuttgart in Zukunft ein ganzer Schienenknoten über alle Zuggattungen hinweg digital gesteuert. (Bild: Verkehrsministerium Baden-Württemberg)
  • Bahnverkehr

Nächster Meilenstein für den „Digitalen Knoten Stuttgart“

Eine Frau unterwegs mit einem Elektrofahrrad (Foto: © dpa)
  • Radverkehr

Über 2.500 Beamte profitieren von JobBike BW

Eine Wildbiene sucht an Blüten des Mehlsalbeis nach Nektar. (Bild: © Uwe Anspach/dpa)
  • Artenschutz

Biologische Vielfalt stärken

Atommüll-Fässer (Foto: dpa)
  • Endlagersuche

Infoveranstaltungen zur Standortsuche für ein atomares Endlager

Ein Polizist geht an einem Warndreieck mit der Aufschrift „Unfall“ vorbei. (Foto: © dpa)
  • Verkehr

Weniger Stau dank digitaler Unfallaufnahme

Kommunale Wärmeplanung in einem Stadtplan
  • Klimaschutz

Land unterstützt kommunale Wärmeplanung

Transformationswissen BW startet (Bild: Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg)
  • Strategiedialog Automobilwirtschaft

Beratungsgutschein zur Transformation der Automobilwirtschaft