SCHIENENVERKEHR

Qualifizierung von Geflüchteten zu Lokführern

PAUL GAERTNER

Verkehrsminister Winfried Hermann hat sich in Mannheim über den Fortschritt des Modellprojekts zur Qualifizierung Geflüchteter zu Triebfahrzeugführern informiert. Die ersten 15 Geflüchteten haben Anfang Oktober ihren Qualifizierungskurs begonnen.

Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann informierte sich heute (30. Oktober) in den Schulungsräumen der MEV-Eisenbahn-Verkehrsgesellschaft über den Fortschritt des vom Verkehrsminister initiierten Modellprojekts zur Qualifizierung Geflüchteter zu Triebfahrzeugführern. Innerhalb des Ausbildungsclusters Karlsruhe/Mannheim konnten die ersten 15 Geflüchteten Anfang Oktober ihren Qualifizierungskurs beginnen. Da Kurse dieses Clusters zum großen Teil in Mannheim durchgeführt werden, ließ sich der Verkehrsminister im modernen Simulator-Raum einen Überblick über die Ausbildungsinhalte geben. Zudem suchte er den engen persönlichen Austausch mit den Auszubildenden.

Modellprojekt des Landes und der Bundesagentur für Arbeit

Der Qualifizierungscluster setzt sich aus den Nahverkehrsunternehmen Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG), Abellio, Go-Ahead, MEV zusammen und wird vom baden-württembergischen Verkehrsministerium und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit begleitet. Das Modellprojekt war von Seiten des Landes gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit im Januar 2019 ins Leben gerufen worden, um dem Personalmangel in der der Bahnbranche zu begegnen. Zugleich soll damit ein wichtiger Beitrag zur Integration Geflüchteter in den Arbeitsmarkt geleistet werden.

„Es werden dringend zuverlässige Lokführer gebraucht. Die Geflüchteten können einen wichtigen Beitrag leisten, um die Stabilität des Fahrbetriebs zu gewährleisten.“ Gleichzeitig ist die Ausbildung eine gute Möglichkeit der Integration von Migrantinnen und Migranten in Deutschland. Die vom Ministerium finanzierten Integrationscoaches fungieren als Vertrauenspersonen, helfen bei Verständigungsschwierigkeiten und unterstützen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei Behördengängen und administrativen Vorgängen im Unternehmen. Ihre Funktion ist zu vergleichen mit der Tätigkeit der vielen Ehrenamtlichen, die sich für die Integration der Flüchtlinge engagieren“, betonte Verkehrsminister Winfried Hermann.

„Das Interesse an dem Projekt war von Anfang an sehr groß: In den vergangenen Monaten haben wir unternehmensübergreifend und mit tatkräftiger Unterstützung durch die Arbeitsagentur und das Ministerium daran gearbeitet, dieses Projekt zu entwickeln und zu formen. Alle beteiligten Partner haben sich gut und motiviert eingebracht – sodass wir uns jetzt sehr freuen, mit 15 Geflüchteten an den Start gehen zu können“, sagte Stephanie Schulze, Leiterin des Unternehmensbereichs Personal und Recht der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft (AVG) und Leiterin des Qualifizierungsclusters. Die AVG mit Sitz in Karlsruhe hat im Rahmen des Modellprojekts für den Ausbildungscluster Karlsruhe/Mannheim eine führende Rolle inne.

15 Teilnehmer aus vier Eisenbahnverkehrsunternehmen

Die 15 Teilnehmer des Qualifizierungskurses verteilen sich wie folgt auf die Unternehmen: Die AVG bildet insgesamt sechs Geflüchtete aus, Go-Ahead und MEV steuern jeweils vier Auszubildende zu dem Kurs bei. Von Seiten des Nahverkehrsunternehmens Abellio wurde ein Flüchtling gemeldet.

Christian Rauch, Leiter der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit, betonte: „Ich freue mich, dass jetzt der ‚Zug auf der Strecke‘ ist und wir 15 geeignete Geflüchtete finden konnten, die nun zu Lokführern ausgebildet werden. Dieser Erfolg zeigt, wie wichtig es ist, dass Unternehmen und Behörden eng zusammenarbeiten, wenn es darum geht, Fachkräfte für einen Mangelberuf zu gewinnen. Jetzt gilt es die Daumen zu drücken, dass die künftigen Lokführer ihre Qualifizierung erfolgreich durchlaufen und damit der Zug auch am Ziel ankommt.“

Hans-Peter Sienknecht, Geschäftsleiter Go-Ahead Baden-Württemberg, unterstrich: „Wir müssen gemeinsam alles dafür tun, mehr Menschen für den Nahverkehr und den Beruf des Triebfahrzeugführers zu interessieren. Diesen tollen Beruf so vielen Menschen wie möglich zugänglich zu machen und sie für eine Zukunft auf der Schiene zu begeistern, ist eine tolle Initiative, die wir vollumfänglich unterstützen. Die Motivation der Mitarbeiter steht bei uns im Vordergrund, unabhängig von kultureller Herkunft, Hautfarbe, Sprache, Alter oder Geschlecht.“

Rolf Schafferath, Vorsitzender der Geschäftsführung der Abellio Rail Baden-Württemberg GmbH, erklärte: „Das Modellprojekt bietet Geflüchteten die Chance, eine Ausbildung in einen verantwortungsvollen Beruf zu erlernen und anschließend in ein sicheres und langfristiges Arbeitsverhältnis übernommen zu werden. Auf der anderen Seite profitiert die an einem Fachkräftemangel leidende Bahnbranche von den frisch ausgebildeten und motivierten Triebfahrzeugführern. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Wir freuen uns daher, Teil dieser Initiative zu sein. Den Qualifizierungsteilnehmern wünschen wir viel Glück und allzeit gute Fahrt.“

Marc Giesen, Geschäftsführer der MEV Eisenbahn-Verkehrsgesellschaft mbH, sagte: „Die MEV ist ein Teil der Gesellschaft und steht in einer Verantwortung für Mitarbeiter, Kunden und eben diese Gesellschaft. Es ist eine Selbstverständlichkeit, sich auch bei der Integration der Geflüchteten zu engagieren.“

Weiterer Kurs in der Region Stuttgart

Das Modellprojekt ‚Qualifizierung Geflüchteter zu Triebfahrzeugführern‘ beginnt auch an einem weiteren Standort: Bei der DB Regio startet im zweiten Quartal nächsten Jahres in der Region Stuttgart mit einer Gruppe von Teilnehmern mit Fluchthintergrund eine Umschulung zum Triebfahrzeugführer (Berufsbezeichnung: Eisenbahner im Betriebsdienst, Fachrichtung Lokführer und Transport). Vom 15. November 2019 an werden 12 Teilnehmer in Stuttgart im Rahmen einer achtwöchigen Schulungsmaßnahme darauf vorbereitet. Im Rahmen dieses Vorkurses wird Basiswissen für den Beruf, wie Berufskunde, das Kennenlernen betrieblicher Anforderungen, Lernen und Entwicklung von Selbstlernkompetenz und berufsbezogene Kommunikation vermittelt und geprüft. Zum Kennenlernen des Berufes wird es auch eine sechstägige Erprobung im Betrieb geben. Bevor die Umschulung bei der S-Bahn Stuttgart losgeht, bekommen einige Teilnehmer noch einen Deutschkurs, mit dem Ziel, ihr Sprachniveau von B1 auf B2 anzuheben. „Mit diesem Maßnahmenpaket wollen wir unseren zukünftigen Mitarbeitern den bestmöglichen Start geben und sie sowohl gesellschaftlich als auch beruflich bestmöglich integrieren“, sagte DB Regio Chef David Weltzien.

Radfahrer fahren auf dem neuen Radschnellweg zwischen Böblingen/Sindelfingen und Stuttgart (Bild: picture alliance/Christoph Schmidt/dpa)
  • RAD

Austausch mit Radschnellweg-Experten

Biotopverbund
  • Naturschutz

„Feuerwehrprogramm“ des Artenschutzes wird 30 Jahre alt

Fernsehturm Stuttgart
  • Bioökonomie

Neues Informationsangebot zur Bioökonomie-Strategie des Landes

Blockheizkraftwerk
  • Energieeffizienz

11. Fachtagung zur Kraft-Wärme-Kopplung

  • Weltausstellung

Baden-Württemberg Haus auf der Expo 2020 Dubai

  • Haushalt

Baden-Württemberg robust aus der Krise bringen

Ein mit Solarzellen ausgerüstetes Einfamilienhaus.
  • Energieeffizienz

Studie: So muss ein zukunftsfähiges Gebäude-Energiegesetz aussehen

Im Rahmen des Projekt „eWayBW“ soll im baden-württembergischen Murgental eine Teststrecke für Oberleitungs-Lastkraftwagen entstehen. (Bild: dpa)
  • Elektromobilität

Regelbetrieb für elektrische Oberleitungs-Lkw im Murgtal startet

Motiv "Aufs Amt in Unterwäsche" zu digitalen Behördengängen der Kampagne "Alles beim Neuen".
  • Digitalisierung

Baden-Württemberg ist Spitzenreiter bei digitalen Verwaltungsleistungen

  • Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 21. September 2021

Ein Mann betankt ein Automobil mit Wasserstoff.
  • Wasserstoff

Wasserstoffverbrennungsmotoren als nachhaltige Alternative für Mobilitätswende

Logo des Kompetenznetz Klima Mobil mit dem ausgeschriebenen Namen und zwei Kreisen, die eine gemeinsame Schnittmenge bilden.
  • SICHERHEIT

Althengstett macht sich auf zu mehr Klimaschutz und Verkehrssicherheit

Ein Fahrschüler und ein Fahrlehrer sitzen mit Mund-Nasen-Schutz in einem Auto.
  • Carsharing

Wer Auto fahren will, braucht einen Führerschein, aber kein eigenes Auto

Visualisierung der künftigen Mensa der Universität Freiburg
  • Vermögen und Hochbau

Sanierung und Erweiterung der Mensa der Technischen Fakultät der Universität Freiburg beginnt

Der Zug von Abellio steht auf dem Gleis. Als Aufschrift ist das bwegt-Logo zu erkennen.
  • SCHIENE

Land und Abellio schließen Vereinbarung zur Fortführung des Betriebes

Der Roboter «Apollo» steht in einem Labor des Max Planck Instituts für intelligente Systeme in Tübingen. (Bild: Wolfram Kastl / dpa)
  • Künstliche Intelligenz

Bundesratantrag zu nachvollziehbaren KI-Regulierungen erfolgreich

Zwei Spaziergänger gehen durch den nördlichen Schwarzwald. (Foto: dpa)
  • Naturparke

Calwer Naturpark-Sommertreff gibt vielfältige Impulse

  • Ressourceneffizienz

534.000 Euro für Förderung ressourceneffizienter Technologien

In Plastik verpackte Tomaten und Salatherzen liegen in einem Kühlschrank. (Foto: © dpa)
  • Nachhaltigkeit

Kongress #Plastikverhütung 2.0 in Ludwigsburg

Kunststaatssekretärin Petra Olschowski übergibt dem Staatssekretär und Präsidenten des Bundes Deutscher Blasmusikverbände Dr. Patrick Rapp den Förderbescheid zum Neubau der Musikakademie des Bundes Deutscher Blasmusikverbände.
  • Kunst und Kultur

Neun Millionen Euro für neue Blasmusikakademie in Staufen

Zwei Mitarbeiter erledigen letzte Arbeiten an dem Sende- und Empfangsgerät des Satelliten TerraSar-X. (Foto: dpa)
  • Forschung und Entwicklung

Südwesten weiterhin Spitzenreiter bei FuE-Investitionen

Ein Bauarbeiter bedient eine große Baumaschine auf einer Autobahnbaustelle. (Bild: © dpa)
  • Strasse

Neue Schulungssoftware in der Straßenbauverwaltung sorgt für mehr Sicherheit

Eine Signalanlage steht neben einem Gleis (Bild: Uwe Zucchi / dpa).
  • Verkehrswende

Konzept für emissionsfreie Güterumschlaganlage in Reutlingen gefördert

Erdgeschoss Dürnitzhalle
  • Vermögen und Hochbau

Umbau der Dürnitzhalle im Landesmuseum Württemberg abgeschlossen

Eine Lehrerin mit Mundschutz gibt zwei Schülern einer Grundschule im Rahmen der sogenannten "Lernbrücken" Nachhilfe.
  • Schule

Großes Interesse am Kongress zur digitalen Bildung am 2. Oktober