Digitalisierung

Pilotprojekt Instant Messenger startet

Ein Smartphone wird bedient. (Foto: dpa)

Mit einem Instant Messenger soll ein zeitgemäßes und datenschutzkonformes Angebot für die digitale Kommunikation entwickelt werden. An einer nun gestarteten und dreimonatigen Pilotphase nehmen weiterführende allgemein bildende sowie berufliche Schulen teil.

Kurz mal eine Nachricht tippen und umgehend eine Antwort bekommen. Was im privaten Leben alltäglich ist, muss im beruflichen Leben und an den Schulen höheren Hürden standhalten. Ein Stichwort ist gerade im Bildungswesen der Datenschutz. Mit dem Pilotprojekt Messenger, das am Freitag, 22. November, startet, wird der pädagogische Einsatz eines Nachrichtendienstes für die Schulen in Baden-Württemberg vorbereitet. „Unsere Lehrerinnen und Lehrer sollen dabei ein zeitgemäßes und datenschutzkonformes Angebot für die digitale Kommunikation untereinander erproben“, sagt Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann und fügt an: „Ziel ist es, die Möglichkeiten und Grenzen – pädagogisch, technisch, rechtlich und organisatorisch – auszuloten.“ Der Instant Messenger ist ein Baustein der geplanten digitalen Bildungsplattform. „Die Lehrkräfte können diese Form der digital unterstützten Kommunikation dort einsetzen, wo sie pädagogisch und organisatorisch sinnvoll ist“, sagt Eisenmann.

Bei der Kick-off-Veranstaltung bedankte sich Amtschef Michael Föll bei den 13 am Pilotprojekt teilnehmenden Schulen – ganz digital mit einer Videobotschaft: „Ihre Bereitschaft ist sehr wichtig, weil die Pilotphase essentiell für einen späteren Einsatz in der Fläche ist. Unser Ziel ist, die Lehrerinnen und Lehrer mit einem datenschutzkonformen Angebot zu unterstützen und die Schulleitungen zu entlasten.“

Keine Nummer, keine Karte, keine E-Mail

An der dreimonatigen Pilotphase nehmen weiterführende allgemein bildende und berufliche Schulen teil. Das Landesmedienzentrum begleitet diese pädagogisch mit Workshops und unterstützt sie zudem durch ein Onlineportal fortlaufend. Das Pilotprojekt wird außerdem durch das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport evaluiert. „Da es sich bei der Bildungsplattform um ein sehr komplexes Projekt handelt, werden wir Schritt für Schritt vorgehen, die einzelnen Komponenten ausgiebig testen und bestehende digitale Lösungen an den Schulen beim Aufbau der Bildungsplattform berücksichtigen“, sagt Eisenmann und fügt hinzu: „Der Instant Messenger ist eine dieser Komponenten, und wir erhoffen uns von den Pilotschulen wichtige Erkenntnisse für die weitere Entwicklung.“

Der für das Pilotprojekt ausgewählte Messenger entspricht den Anforderungen der Europäischen Datenschutzgrundverordnung und bietet alle notwendigen Funktionalitäten. Darüber hinaus benötigt er keine Telefonnummer, keine SIM-Karte und auch keine hinterlegte E-Mailadresse. Er speichert keine Nachrichteninhalte auf einem zentralen Server, sondern stellt Nachrichten nur zu. Er verfügt über umfassende Verschlüsselungsmechanismen und bietet die Möglichkeit einer Nutzerverwaltung. Dadurch ist der Schutz der Privatsphäre für Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler und deren Eltern gewährleistet – und es fließen keine Daten an Dritte oder werbefinanzierte Unternehmen.