Forschungsprojekt

Forschungsprojekt untersucht Rolle der Landesministerien in der NS-Zeit

Die Auseinandersetzung mit der nationalsozialistischen Vergangenheit des heutigen Baden-Württemberg ist wichtig für die Identität des Landes und für eine aufgeklärte Erinnerungskultur. Das neue Forschungsprojekt "Geschichte der Landesministerien in Baden und Württemberg in der Zeit des Nationalsozialismus" soll dazu beitragen.

Wissenschaftsministerin Theresia Bauer hat im Haus der Geschichte Baden-Württemberg in Stuttgart gemeinsam mit der Historikerkommission und deren beiden Vorsitzenden Prof. Dr. Wolfram Pyta (Universität Stuttgart) und Prof. Dr. Edgar Wolfrum (Universität Heidelberg) sowie dem Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung, Christoph Dahl, das Forschungsprojekt „Geschichte der Landesministerien in Baden und Württemberg in der Zeit des Nationalsozialismus“ der Öffentlichkeit vorgestellt.

„Dies ist ausdrücklich keine politische Auftragsforschung, sondern ein unabhängiges, streng wissenschaftsgeleitetes Vorhaben der Grundlagenforschung“, sagte Ministerin Theresia Bauer. Für die Landesregierung sei dieses anspruchsvolle Forschungsprojekt von immenser Bedeutung, da dabei die Rolle der institutionellen Vorläufer der heutigen Landesministerien systematisch untersucht und historisch bewertet werde. Bauer, die das Vorhaben für die Landesregierung federführend begleitet, sagt: „Das Land selbst macht sich damit ehrlich vor seiner Geschichte und bekennt sich zur bleibenden historischen Verantwortung seiner Institutionen.“

Die  Historikerkommission hat sich zum Ziel gesetzt, eine umfassende kulturgeschichtliche Aufarbeitung des Selbstverständnisses und der Handlungsprinzipien der damaligen Ministerialverwaltung sowie des Wechselverhältnisses zwischen Bürokratie und politischer Entscheidungsfindung vorzunehmen. Das Forschungskonzept soll Baden-Württemberg auf einem wichtigen international anschlussfähigen Forschungsfeld eine Vorreiterrolle sichern und zugleich einen wichtigen Beitrag zur europäischen Bürokratiegeschichte leisten.

Als Ko-Vorsitzender der Kommission betonte Professor Pyta: „Die NS-Geschichte ist noch lange nicht ausgeforscht, denn neue Fragestellungen im Verbund mit wenig berücksichtigten Quellenbeständen können auch noch in diesem Bereich wissenschaftliche Erkenntnis vertiefen und erweitern.“

Das Forschungskonzept sieht zudem innovative Ansätze vor, wie das in der Öffentlichkeit vorhandene Interesse an der Erforschung der NS-Geschichte der Landesministerien projektbegleitend aktiviert und gezielt in den wissenschaftlichen Arbeitsprozess einbezogen werden kann (‚Public-History-Konzeption‘): „Geschichte ist Aufklärung, und Aufklärung braucht Reichweite, weshalb in den Forschungsprozess die Öffentlichkeit mit einbezogen wird - insbesondere die Schulen“, unterstrich Professor Wolfrum, gleichfalls Ko-Vorsitzender der Kommission. Dies geschehe vor allem über digitale Kommunikation und Internetangebote.

Die Finanzierung des Projekts erfolgt über eine Zuwendung der Baden-Württemberg Stiftung in Höhe von 1,45 Mio. Euro für eine dreijährige Projektlaufzeit bis 2017. „Die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit badischer und württembergischer Ministerien und Behörden ist unser gemeinsames Ziel. Deswegen trägt die Baden-Württemberg Stiftung ihren Teil dazu bei, erstmals eine umfassende und kritische wissenschaftliche Untersuchung zu fördern, die der Stärkung einer geschichtsbewussten demokratischen Zivilgesellschaft in Baden-Württemberg dienen soll“, sagte Christoph Dahl, Geschäftsführer der Baden-Württemberg Stiftung, zum Engagement der Stiftung.

Mitglieder der Historikerkommission:

  • Herr Prof. Dr. Wolfram Pyta (Universität Stuttgart, Vorsitzender)
  • Herr Prof. Dr. Edgar Wolfrum (Universität Heidelberg, Vorsitzender)
  • Herr Prof. Dr. Frank Engehausen (Universität Heidelberg)
  • Frau Prof. Dr. Christiane Kuller (Universität Erfurt)
  • Frau Prof. Dr. Sylvia Paletschek (Universität Freiburg)
  • Prof. Dr. Joachim Scholtyseck (Universität Bonn)

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