Biodiversität

Neuer Leitfaden zur Förderung der Wildbienen

Baden-Württemberg, Stuttgart: Eine Biene zieht Nektar aus einer gelben Wiesenblume. (Bild: picture alliance/Fabian Sommer/dpa)

Zum Weltbienentag gibt es einen neuen Leitfaden zur Förderung der Wildbienen im urbanen Raum. Minister Peter Hauk fordert einen schnellen Umbau der Steingärten. Eine angepasste Bepflanzung im heimischen Garten oder auf dem Balkon kann die Bienen beim Erhalt der biologischen Vielfalt unterstützen.

„In Baden-Württemberg wurde in den letzten Jahren sehr viel dafür getan, die Lebens- und Naturräume für Bienen und Insekten zu verbessern. Der Schutz dieser Tiere ist eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Bienen und Wildinsekten spielen durch ihre Blütenbestäubung eine zentrale Rolle, wenn es um die Sicherung unserer Nahrungsgrundlagen und um die Bewahrung der biologischen Vielfalt geht. Sie leisten außerdem einen entscheidenden Beitrag für den Erhalt unserer vielfältigen Kulturlandschaften. Aber auch der urbane Raum bietet ein großes Lebensraumpotential für viele Wildbienenarten, wenn geeignete Nahrungspflanzen und vielfältige Niststrukturen vorhanden sind. So sind auch in unseren Städten Bienen und Bestäuber von zentraler Bedeutung. Der Leitfaden ‚Bestäuberfreundliche Staudenpflanzungen im Siedlungsraum‘ zeigt, wie Wildbienen im urbanen Raum gezielt gefördert werden können“, sagte der Minister für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, am 19. Mai 2022 anlässlich des bevorstehenden Weltbienentages am 20. Mai.

Von den circa 585 Arten an Wildbienen, die in Deutschland vorkommen, gelten rund die Hälfte als gefährdet oder bereits ausgestorben. Passende Nahrungs- und Nistressourcen in Form von Lebensräumen für die Bestäuberinsekten gehen zunehmend verloren. Um hier aktiv anzusetzen, fördert das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz im Rahmen des Sonderprogramms zur Stärkung der biologischen Vielfalt unterschiedliche Projekte. Dabei werden sowohl im landwirtschaftlichen, als auch im urbanen Bereich Maßnahmen zur Förderung von Wildbienen und weiteren Bestäubern entwickelt und etabliert. „Mit einer örtlich angepassten und attraktiven Bepflanzung können nicht nur große Gärten, sondern auch der heimische Balkon oder die Terrasse Nahrungsangebote für die Bienen anbieten. Dies ist nicht nur schön für das Auge, sondern erfreut auch die Bienen und hilft der Biodiversität. Somit kann jeder von uns auch einen Beitrag für mehr Artenvielfalt und für die Bienen leisten“, betonte Minister Hauk. In diesem Zusammenhang forderte Minister Hauk darüber hinaus einen schnellen Umbau der Steingärten.

Broschüre zum Schutz und zur Förderung der biologischen Vielfalt

Was genau für Wildbienen und Bestäuber attraktive Bepflanzungen ausmachen und wie diese konkret in Gärten oder auf kommunalen Flächen umgesetzt werden können, wurde im Rahmen des Projektes „Schutz und Förderung der biologischen Vielfalt in der Stadt und in den Gemeinden“ (BioVa), einem Projekt des Sonderprogramms zur Stärkung der biologischen Vielfalt, untersucht und praxisnah aufbereitet. Die entstandenen Pflanzkonzepte sind mit Hintergrundinformationen und wissenschaftlich erhobenen Bestäuberdaten kombiniert und in der Broschüre „‚Bestäuberfreundliche Staudenpflanzungen im Siedlungsraum“ kompakt zusammengefasst worden.

„Ziel des Leitfadens ist es, Bürgerinnen und Bürgern, Kommunen, Planer und Fachleute anzusprechen und mit den dargestellten Maßnahmen unsere heimischen Bestäuberinsekten im urbanen Raum zu unterstützen. Dies ist wichtig und notwendig, um einem Artenschwund aktiv gegenzusteuern“, betonte Minister Hauk

Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt

Das seit 2018 bestehende Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt des Landes Baden-Württemberg fördert vielfältige Projekte zur Förderung und Erhaltung der Biodiversität. Hiervon profitieren auch eine Vielzahl an wichtigen Bestäubern. Die Maßnahmen, die mithilfe dieses bundesweit einmaligen Programms umgesetzt werden, leisten einen aktiven Beitrag zum Biodiversitätserhalt und setzen wichtige Impulse im Bereich des Artenschutzes. Zu den vielfältigen Projekten, die in diesem Rahmen durch das Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz gefördert werden, gehört auch das Projekt „Schutz und Förderung der biologischen Vielfalt in der Stadt und in den Gemeinden“ (BioVa). Das Hauptziel des Projektes, auf wissenschaftlicher Basis konkrete und praxisorientierte Empfehlungen zu bestäuberfreundlichen Pflanzungen und Habitatanlagen zu erarbeiten, wurde mit der Veröffentlichung des Leitfadens erfüllt. Die Ergebnisse sind frei zugänglich.

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