Stromversorgung

Netzausbau so schonend wie möglich

Franz Untersteller, Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft (Bild: © dpa)

Umweltminister Franz Untersteller hat sich für Nachbesserungen am Entwurf des Netzentwicklungsplans 2030 ausgesprochen. Konkret schlägt der Minister vor, die Transportkapazitäten der SuedLink-Trasse zu erweitern.

Baden-Württembergs Umweltminister Franz Untersteller spricht sich für Nachbesserungen am Entwurf des Netzentwicklungsplans 2030 Version 2019 (NEP 2030/2019) aus. „Ich werbe dafür, dass wir die bisher schon geplanten Netzausbauvorhaben weiter optimieren, um die Belastungen für die Bevölkerung und die Kosten so gering wie möglich zu halten“ erklärte Untersteller. „Bevor wir ernsthaft über eine zusätzliche vierte Nord-Süd-Stromtrasse nachdenken, sollten wir vernünftigerweise das Potenzial der anderen ausschöpfen“, sagte der Umweltminister.

Leerrohre für SuedLink

„Es ist unbestritten, dass mehr Strom von Nord nach Süd transportiert werden muss als ursprünglich vorgesehen, wenn der Ausbau der erneuerbaren Energien und der Kohleausstieg wie angedacht umgesetzt werden“, erläuterte Untersteller. Konkret schlägt der Minister hierzu vor, die Transportkapazitäten von SuedLink (Brunsbüttel – Großgartach) zu erweitern. Das sei möglich, indem so genannte Leerrohre in der SuedLink-Trasse vorgesehen würden, über die weitere 2 Gigawatt Transportleistung erschlossen werden könnten.

Leerrohre vorzusehen sei erstens deutlich günstiger als eine ganz neue Übertragungsleitung und zweitens mit erheblich weniger Eingriffen in die Umwelt und weniger Belastungen für die Bevölkerung verbunden, argumentiert Untersteller. „Es erschließt sich mir nicht, dass wir einen komplizierten Weg gehen sollen, wenn es einen einfacheren gibt.“

Netzentwicklungsplan 2030

Der Entwurf zum neuen Netzentwicklungsplan 2030 der Übertragungsnetzbetreiber befindet sich seit dem 4.April in der öffentlichen Konsultation. Grundlage für den Entwurf ist der Szenariorahmen für den Netzausbaubedarf der Bundesnetzagentur vom Juni 2018.

Im Anschluss an die Konsultation legen die Netzbetreiber einen zweiten überarbeiteten Entwurf vor, der dann noch von der Bundesnetzagentur bestätigt werden muss. Das soll bis Ende des Jahres geschehen.

Im bisherigen Netzentwicklungsplan waren drei große Übertragungsleitungen von Nord nach Süd vorgesehen, im aktuellen Entwurf für die Fortschreibung des NEP ist eine vierte Trasse – der so genannte Korridor B – vorgesehen, deren südlicher Teilabschnitt von Uentrop (Nordrhein-Westfalen) bis Altbach (Baden-Württemberg) führen soll.