MOBILITÄT

Mobilitätspakt Walldorf-Wiesloch erreicht weiteren Meilenstein

Verkehrsminister Winfried Hermann mit einer Unterschriftentafel für Mobilitätspakt Walldorf-Wiesloch (Bild: Verkehrsministerium Baden-Württemberg)
Verkehrsminister Winfried Hermann im Oktober 2018 beim Start des Mobilitätspakts Walldorf-Wiesloch

Der Mobilitätspakt Walldorf-Wiesloch hat das Ziel einer neuen, vernetzten und klimaneutralen Mobilität. Seit Start des Paktes im Herbst 2018 wurden bereits einige Maßnahmen umgesetzt. Im Rahmen einer Online-Beteiligung gab es viele Vorschläge und Ideen, insbesondere zum Thema Radverkehr.

Nachhaltige Verbesserungen für die Mobilität in der Region Walldorf/Wiesloch kommen voran. Am Donnerstag, 30. Januar 2020, tagte zum dritten Mal der Steuerkreis des Mobilitätspaktes Walldorf-Wiesloch unter dem Vorsitz von Verkehrsminister Winfried Hermann. Seit Beginn des Paktes im Herbst 2018 wurden bereits einige Maßnahmen umgesetzt. Zum Beispiel fährt die S-Bahn der Linie S 3 von Karlsruhe bis Germersheim über Wiesloch/Walldorf nun mit einem zusätzlichen Wagen und seit vergangenen Dezember gibt es eine neue, vom Land geförderte Regiobuslinie von Sinsheim bis ins Industriegebiet nach Walldorf. Darüber hinaus wurden Fahrbahnerneuerungen im Bereich der B 3 und B 291 umgesetzt. Die Fahrbahndeckensanierung auf der A 5 südlich des Walldorfer Kreuzes läuft auf Hochtouren. In Fahrtrichtung Karlsruhe sollen die Arbeiten vor den Sommerferien abgeschlossen sein. „Besonders freut mich, dass bereits erste Verbesserungen für den öffentlichen Nahverkehr erreicht werden konnten, welche die umweltfreundliche Mobilität im Raum Walldorf/Wiesloch nach vorne bringen“, betonte Verkehrsminister Winfried Hermann.

Bürgerinnen und Bürger bringen eigene Ideen und Vorschläge ein

Hauptthema am Freitag war innerhalb der Steuerkreissitzung der Abschluss der Online-Beteiligung, die das Regierungspräsidium Karlsruhe im Sommer 2019 durchgeführt hat. Innerhalb eines Monats konnten die Bürgerinnen und Bürger online Verbesserungsvorschläge für den Verkehr im Bereich Walldorf-Wiesloch machen und die bisher geplanten Maßnahmen des Paktes kommentieren. Dabei nahmen mehr als eintausend Personen an der Online-Beteiligung teil. „Die Meinung der Bürgerinnen und Bürger vor Ort, die tagtäglich mobil sind, ist von großer Bedeutung. Die große Resonanz zeigt, dass sich die Menschen mit dem Thema nachhaltige Mobilität beschäftigen“, so Verkehrsminister Winfried Hermann. „Ich bedanke mich beim Regierungspräsidium Karlsruhe und allen beteiligten Projektpartnern, die mit viel Engagement die über eintausend Nutzerideen und Kommentare ausgewertet haben.“

Die ersten Ergebnisse der Online-Beteiligung können bereits im Internet in einem dafür eingerichtetes Portal eingesehen werden.

Die Karlsruher Regierungspräsidentin Sylvia M. Felder betonte die Wichtigkeit dieses Beteiligungsformates: „Ich freue mich, dass unser Angebot der Beteiligung so gut angenommen wurde. Die eingegangenen Hinweise sind eine gute Grundlage für unsere weitere Arbeit und bringen uns unserem Ziel näher, mit dem Mobilitätspakt eine Verbesserung der verkehrlichen Situation im Wirtschaftsraum zu bewirken.“

Viel Feedback beim Thema Radverkehr

Die meisten Hinweise der Bürgerinnen und Bürger wurden zum Thema Radverkehr aufgenommen. Hier kamen insgesamt mehr als 550 Ideen zusammen, die eine wertvolle Grundlage für die Weiterentwicklung der Radinfrastruktur bieten. Um möglichst viele Ideen in die Tat umzusetzen, treten die Projektpartner nun in Aktion.  Ein gutes Beispiel hierfür ist der Radweg entlang der L 546 zwischen St. Leon-Rot und Malsch, dessen Verbesserung in der Beteiligungskarte großen Zuspruch erhalten hat. Aufgrund der Hinweise der Bürger erfolgte nun eine umfassende Überprüfung des Radweges durch den Landkreis und dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC). Im Rahmen des Mobilitätspakts wird nun weiter nach Lösungen gesucht, den Radweg zu verbreitern. Auch der motorisierte Individualverkehr (252 Ideen), der öffentliche Personennahverkehr (141 Ideen), sowie der Fußverkehr (122 Ideen) wurden seitens der Bürger tiefergehend thematisiert. 

Die Projektpartner werden sich nun in einem weiteren Prozess tiefergehend mit den aufgenommenen Ideen beschäftigen. Hierzu sind im kommenden halben Jahr themenspezifischen Arbeitskreise in den Bereichen Radverkehr, Öffentlicher Personennahverkehr, Motorisierter Individualverkehr sowie Betriebliches Mobilitätsmanagement geplant. Im Rahmen derer soll anhand der eingegangenen Hinweise sowie der bereits bestehenden Maßnahmen erarbeitet werden, welche Handlungsschwerpunkte und Maßnahmen im Rahmen des Mobilitätspakts in den nächsten Jahren verfolgt werden.

Mobilitätspakte im Land

Mobilitätspakte sind eine geeignete, innovative Möglichkeit, um die Verkehrsprobleme einer Wirtschaftsregion zielführend zu analysieren und gemeinsam Lösungsvorschläge zu entwickeln. „Gemeinsam“ bedeutet, dass dies im Zusammenspiel der Verantwortlichen aus Wirtschaft, Verkehrsbetrieben, Kommunen und Land geschieht.

In Baden-Württemberg gibt es derzeit drei Mobilitätspakte, die vom Verkehrsministerium begleitet werden: Heilbronn-Neckarsulm (seit 2017), Walldorf-Wiesloch (seit 2018) und Rastatt (seit 2020).

Die Partner im Mobilitätspakt Walldorf/Wiesloch

  • Verkehrsministerium Baden-Württemberg
  • Regierungspräsidium Karlsruhe
  • Rhein-Neckar-Kreis
  • Verband Region Rhein-Neckar
  • Stadt Walldorf
  • Große Kreisstadt Wiesloch
  • IHK Rhein-Neckar
  • Verkehrsverbund Rhein-Neckar
  • Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg GmbH
  • Heidelberger Druckmaschinen AG
  • MLP SE
  • SAP SE

Mobilitätspakt Walldorf-Wiesloch

v.l.n.r.: Erzbischof Stephan Burger (Erzdiözese Freiburg), Staatsministerin Theresa Schopper, Landesbischof Dr. Frank Otfried July (Evangelische. Landeskirche Württemberg), Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Landesbischof Prof. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh (Evangelische Landeskirche Baden) und Generalvikar Dr. Clemens Stroppel (Diözese Rottenburg-Stuttgart) (Bild: Staatsministerium Baden-Württemberg)
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