Verkehr

Mobilitätskonzept für den Raum Walldorf/Wiesloch vereinbart

Straßenbahnwagen des Rhein-Neckar-Verkehrsverbundes (Bild: © dpa)

Die Mobilität in der Region Walldorf/Wiesloch soll deutlich verbessert werden. Vertreter von Land, Kommunen, Verkehrsbetrieben und der Wirtschaft haben in Walldorf ein entsprechendes Mobilitätskonzept für diesen Wirtschaftsraum unterzeichnet.

Die Mobilität in der Region Walldorf/Wiesloch soll deutlich verbessert werden. Vertreter von Land, Kommunen, Verkehrsbetrieben und der Wirtschaft unterzeichneten in Walldorf ein entsprechendes Mobilitätskonzept für diesen Wirtschaftsraum. An der Erarbeitung hatten sich unter Leitung des Verkehrsministeriums das Regierungspräsidium Karlsruhe, der Rhein-Neckar-Kreis, die Städte Walldorf und Wiesloch, die IHK Rhein-Neckar, der Verkehrsverbund Rhein-Neckar, die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg sowie die Unternehmen Heidelberger Druckmaschinen AG, MLP SE und SAP SE beteiligt.

Das „Zukunftsorientierte Mobilitätskonzept für den Wirtschaftsraum Walldorf/Wiesloch“ benennt Ziele und Eckpunkte für die weitere Entwicklung des Verkehrs in der Region Rhein-Neckar. Es listet eine Reihe von Themenfeldern unter Berücksichtigung der Verkehrsträger Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV), Schiene und Straße auf und umfasst neben wichtigen Akzenten im betrieblichen Mobilitätsmanagement auch die Verbesserung des Radverkehrs in der Region.

Mobilitätskonzept: Ideale Grundlage für vernetzte Lösungsansätze

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann, der das Mobilitätskonzept initiiert hatte, sagte: „Das gemeinsame Anliegen der Partner des Mobilitätspaktes ist die Lösung von Verkehrsproblemen in einem prosperierenden, gleichzeitig jedoch vom Verkehr hoch belasteten Wirtschaftsraum. Das Konzept mit seinem verkehrsträgerübergreifenden Ansatz bietet eine ideale Grundlage für die Vernetzung verschiedener Verkehrsträger. Solchen wirtschaftlich und ökologisch nachhaltig ausgerichteten Lösungen gehört die Zukunft. Politik, Wirtschaft und jeder einzelne kann und muss einen Beitrag dazu leisten!“

Infrastruktur und die Verkehrsverhältnisse spürbar verbessern

Stefan Dallinger, Landrat im Rhein-Neckar-Kreis, erklärte: „Die Unternehmen im Raum Walldorf-Wiesloch sind für die Wirtschaftskraft des Rhein-Neckar-Kreises und für die Metropolregion Rhein Neckar von immenser Bedeutung. Daher gilt es, alle Kräfte zu bündeln, um die Infrastruktur und die Verkehrsverhältnisse für die dort ansässigen Unternehmen und die dort arbeitenden und wohnenden Menschen spürbar zu verbessern. Der Rhein-Neckar-Kreis ist gerne bereit, gemeinsam mit den Partnern auf der kommunalen, der regionalen und der Landesebene seinen Betrag zu leisten und bekennt sich zu den im Mobilitätspakt verankerten Maßnahmen. Ich bin davon überzeugt, dass wir im engen Schulterschluss aller Beteiligten, Schritt für Schritt die dringend erforderlichen Verbesserungen angehen und erfolgreich umsetzen können. Selbstverständlich bedarf es dazu noch vieler weiterer Anstrengungen, um mit der dynamischen Entwicklung im Raum Walldorf-Wiesloch Schritt zu halten.“

„Die Stadt Walldorf begrüßt es sehr, dass in einer gemeinsamen Erklärung unterschiedlicher Verantwortlicher eine sach- und zielorientierte Mobilitätsplanung betrieben werden soll. Es ist wichtig, den dringend notwendigen Ausbau der Straßeninfrastruktur zu betreiben. Gleichzeitig müssen wir aber auch den Blick weiten für alternative Mobilitätskonzepte. In der Metropolregion und direkt auch am Standort Walldorf haben wir Firmen, die wegweisend in die mobile Zukunft gehen können. Wir haben aber auch eine Bevölkerung, die gegenüber neuen Technologien und Ideen im Bereich der Mobilität aufgeschlossen ist. Wenn wir die Offenheit der Menschen mit dem Know How der Unternehmen zusammenbringen, dann bekommen wir das Verkehrsproblem gelöst“, so die Walldorfer Bürgermeisterin Christiane Staab.

Mobilitätspakt zur Sicherung des Wirtschaftsstandortes

Dirk Elkemann, Oberbürgermeister der Stadt Wiesloch sagte: „Wir sind in der glücklichen Lage in einem wirtschaftlich äußerst starken Gebiet verortet zu sein. Diese große Stärke bringt jedoch herausfordernde Aufgaben mit sich“, so Wieslochs Oberbürgermeister Dirk Elkemann. „Dem aktuellen Thema Verkehr nehmen wir uns mit ressortübergreifenden Lösungsansätzen an, denn Verkehrsprobleme werden nicht an Gemarkungsgrenzen beendet. Die zunehmende Verkehrsbelastung unserer Region werden wir nur gemeinsam mit den unterschiedlichen Akteuren lösen. Der Mobilitätspakt soll aber nicht nur auf dem Papier stehen, sondern in kurz- und langfristigen Maßnahmen sichtbar zur Sicherung unseres Wirtschaftsstandortes wirken.“

Ralph Schlusche, Verbandsdirektor, Verband Region Rhein-Neckar, erklärte: „Möglichst staufreie, gut verzahnte Verkehre im ÖPNV und Individualverkehr stärken die Wirtschaft, schaffen Wohlbefinden bei Pendlern sowie Anwohnern und schonen die Umwelt. Der Verband Region Rhein-Neckar begrüßt daher den verkehrsträgerübergreifenden Ansatz im Raum Walldorf-Wiesloch. Im Rahmen der regionalen Baustellenkoordination beispielsweise auf der A5/A6 im Kernraum der Rhein-Neckar-Region verfolgen wir seit einigen Jahren mit Erfolg einen vergleichbaren Ansatz. Wir erhoffen uns auch hierzu Synergieeffekte.“

Belastungen für Mitarbeiter, Anwohner und Umwelt reduzieren

„Die SAP unterstützt mit ihrem Know-how den nun geschlossenen Mobilitätspakt, um eine ganzheitliche und nachhaltige Lösung für die aktuellen und zukünftigen Verkehrs- und Mobilitätsherausforderungen mit zu entwickeln. Wir wollen unsererseits das Mögliche tun, um Belastungen für Mitarbeiter, Anwohner und Umwelt zu reduzieren. Für uns ist zudem der Ausbau der L723 sowie die anstehenden Bauarbeiten auf den Autobahnen rund um Walldorf von zentraler Bedeutung“, so Peter Rasper, Kaufmännischer Leiter der SAP SE.

„Viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommen aus der unmittelbaren Umgebung von Wiesloch und Walldorf. Daher ist ein regionales Verkehrskonzept sinnvoll, wobei zügig spürbare Entlastung für die Menschen auf dem Weg zu und von der Arbeit notwendig ist. Ein regionales Verkehrskonzept kann nur gelingen, wenn die einzelnen Maßnahmen sich ergänzen und wir gemeinsam an der Lösung der Beeinträch-igungen arbeiten“, so Rainer Hundsdörfer, Vorstandsvorsitzender der Heidelberger Druckmaschinen AG.

Akzente zur Verbesserung der Verkehrssituation

„Wir sind ein Unternehmen mit Sitz inmitten der Wirtschaftsregion, die mit diesem Mobilitätspakt adressiert wird. Daher sehen wir uns in besonderer Weise betroffen und auch dazu aufgefordert, einen eigenen Beitrag zum Gelingen dieses Vorhabens zu erbringen. Unsere Mitarbeiter ebenso wie wir als Unternehmen werden von diesem umfassend angelegten Mobilitätspakt, der alle Verkehrswege und Verkehrsmittel gleichermaßen in den Blick nimmt, profitieren. Schon heute finden sich manche in dem Pakt angesprochenen Aspekte des betrieblichen Mobilitätsmanagements bei uns erfüllt. Den Mobilitätspakt nehmen wir als Ansporn, in unserem Bemühen nicht nachzulassen und weitere Akzente zur Verbesserung der Verkehrssituation insbesondere auf den Straßen und Wegen unserer Wirtschaftsregion zu setzen.“, sagt Dr. Hans-Joachim Letzel, Leiter Personal und Recht der MLP SE.

Artin Adjemian, Geschäftsführer der IHK Rhein-Neckar, betonte: „Dieser Mobilitätspakt ist ein wichtiger Meilenstein, um die Leistungsfähigkeit des Wirtschaftsraums Walldorf-Wiesloch dauerhaft zu sichern. Bei dem wachsenden Verkehrsaufkommen ist eine zukunftsorientierte, vernetzte und nachhaltige Mobilität, die alle Verkehrsarten einbezieht, der Schlüssel zur Lösung der Verkehrsprobleme.“

„Der Mobilitätspakt bietet die einmalige Chance, alle Anstrengungen auf die Verbesserung des ÖPNV zu lenken und die Straßen zu entlasten“, so Volkhard Malik, Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar.

Klimaschutz und Entlastung der Straßeninfrastruktur

Letztlich gehe es um das Ziel einer aus Klimaschutzgründen notwendigen neuen und vernetzten Mobilität, die die Umwelt schone und auch zu einer Entlastung der Straßen führe. Der Minister unterstrich: „Der Schulterschluss zeugt vom gemeinsamen Willen aller Partner, über den Straßenbau hinaus verkehrsträgerübergreifend und ganzheitlich die Verkehrsprobleme in der Region anzugehen, um eine zukunftsfähige und nachhaltige Mobilität zu ermöglichen.“

Weitere Informationen:

Partner des Mobilitätspaktes sind das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, das Regierungspräsidium Karlsruhe, der Landkreis Rhein-Neckar, die Stadt Walldorf, die große Kreisstadt Wiesloch, die IHK Rhein-Neckar, der Verkehrsverbund Rhein-Neckar, die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg GmbH, die Heidelberger Druckmaschinen AG, die MLP SE und die SAP SE.

Die Vertreter der beteiligten Partner haben in ersten Sitzungen unter der Leitung des Verkehrsministeriums die verkehrlichen Herausforderungen identifiziert und mit ersten Lösungsansätzen unterlegt. Zur Verbesserung der Verkehrssituation im Wirtschaftsraum Walldorf/Wiesloch erklären die Partner, weiterhin nach Lösungen und Verbesserungen zu suchen um diese in ihrer Zuständigkeit weiter voranzutreiben. Hierzu stehen die Beteiligten in Arbeitskreisen in einem regelmäßigen Austausch.

Alle Maßnahmen und Zuständigkeiten sollen im Jahr 2023 überprüft und bewertet werden.

Verwaltungsgericht Stuttgart (Bild: © dpa)
  • LUFTREINHALTUNG

Land bitte um Aufschub bei Verkehrsbeschränkungen

Ein Hinweisschild "Krankenschwester/Krankenpfleger im Einsatz" ist hinter einer Windschutzscheibe eines parkenden Autos in Freiburg angebracht. (Bild: picture alliance/Patrick Seeger/dpa)
  • Verkehr

Sonderparkrechte für ambulante Pflegedienste

Ein Lärmdisplay zeigt Motorradfahrern an, ob sie zu laut fahren. (Bild: picture alliance/Armin Weigel/dpa)
  • Lärmschutz

Mit Displays gegen Motorradlärm

Polizeibeamte sprechen im Schlossgarten mit einer Gruppe von vier Leuten, die an einem Tisch sitzt (Bild: © picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
  • Coronavirus

Regeln auch rund um Ostern unbedingt beachtet

Block 9 des Großkraftwerkes in Mannheim (Foto: dpa)
  • Kohleausstieg

Bundesregierung ignoriert Ländervorbehalte beim Kohleausstiegsgesetz

Ein Paar radelt bei Schnetzenhausen (Baden-Württemberg) durch Obstplantagen und Löwenzahnwiesen. (Foto: dpa)
  • Coronavirus

Keine großen Osterausflüge mit Auto oder Bahn

Eine Kläranlage (Symbolbild: Patrick Seeger/dpa)
  • Wasserwirtschaft

Land fördert Ausbau und Erweiterung der Kläranlage Burladingen

Das Atomkraftwerk Neckarwestheim. (Bild: Patrick Seeger / dpa)
  • Kernenergie

Meldepflichtiges Ereignis im Kernkraftwerk Neckarwestheim

Die Weinberg-Steillagen mit mittelalterlichen Trockenmauern am Neckar bei Lauffen (Baden-Württemberg). (Bild: Bernd Weißbrod / dpa)
  • Weinbau

Biotechnische Schädlings­bekämpfung für umwelt­schonenden Weinbau

Stromzähler (Bild: dpa)
  • Energiebedarf

Versorgungssicherheit ist gesichert

Symbolbild: Ein Biotopbaum liegt im Wald. (Bild: Marius Becker/dpa)
  • Forstwirtschaft

Neuerungen in der forstlichen Förderung

Zwei Monteure einer Firma für Solartechnik installieren auf einem Dach Solarpanele. (Bild: © dpa)
  • Veranstaltungen

Nachhaltigkeits- und Energiewendetage finden zeitgleich statt

Pendler verlassen eine Regionalbahn. (Bild: Kay Nietfeld / dpa)
  • Mobilität

Betriebliches Mobilitäts­management wird landesweit ausgeweitet

Ein Paar geht auf einem Rheindamm entlang. (Bild: © dpa)
  • Coronavirus

Hochwasserschutz während der Corona-Krise

Flughafen Stuttgart (Foto: dpa)
  • Luftverkehr

Flughafen Stuttgart vorübergehend geschlossen

Flugzeuge auf dem Flugfeld des Flughafens Karlsruhe/Baden-Baden. (Bild: dpa)
  • Coronavirus

Regionalflughäfen reduzieren Betriebszeiten

Ein Landwirt bewässert ein Feld mit jungen Pflanzen. (Foto: dpa)
  • Landwirtschaft

Abschluss von Sanierungs­verträgen im Jahr 2020 wieder möglich

Hinter einem Hinweisschild „Kernkraftwerk“ erheben sich die Kühltürme des Kernkraftwerks Philippsburg. (Foto: © dpa)
  • Kernenergie

Meldepflichtiges Ereignis im Kernkraftwerk Philippsburg

Ein Thermometer zeigt fast 36 Grad Celsius an. (Bild: © Patrick Pleul / dpa)
  • Klimaschutz

Alarmierende Klimadaten für das Jahr 2019

Symbolbild: Ein Auto steht neben einem Baustellenschild am Neckartor. (Bild: Sebastian Gollnow / dpa)
  • Corona-Pandemie

Herausforderungen für Verkehrsprojekte

Zwei Stadtbahnen der Stuttgarter Straßenbahnen AG stehen in Stuttgart an der Haltestelle Erwin-Schöttle-Platz (Bild: © dpa).
  • Coronakrise

Schüler-Abos im Nahverkehr bitte nicht kündigen

Eine Mitarbeiterin demonstriert im 3D-Druck-Applikationszentrum des Maschinenbauers Trumpf in Ditzingen die Bedienung einer 3D-Druck-Maschine per Tablet. (Foto: © dpa)
  • Coronavirus

Kooperationsbörse für helfende Unternehmen

Im Rahmen des Projekt „eWayBW“ soll im baden-württembergischen Murgental eine Teststrecke für Oberleitungs-Lastkraftwagen entstehen. (Bild: dpa)
  • ELEKTROMOBILITÄT

Planer prüfen kürzere Bauzeit für „eWayBW“-Teststrecke

Kläranlage
  • Coronavirus

Kanalisation und Abwasserreinigung nicht überfordern

Eine S-Bahn der Deutschen-Bahn fährt Richtung Stuttgart. (Bild: © picture alliance/Tom Weller/dpa)
  • Nahverkehr

Land gibt Planungskonzept für die Frankenbahn in Auftrag