Digitalisierung

Mobilitätsdaten helfen bei Verkehrssteuerung und Entlastung der Umwelt

Jemand sitzt auf dem Beifahrersitz im Auto und hat auf dem Smartphone die App Verkehrsinfo BW laufen.

Das Land will mit der neuen Förderlinie MobiArch BW die Verfügbarkeit und Qualität von Mobilitätsdaten verbessern und innovative Ideen für die Verwendung der Daten fördern. Für die Projektförderung stehen insgesamt rund eine Million Euro zur Verfügung. Projektideen können bis zum 20. April 2018 eingereicht werden.

Das Verkehrsministerium hat einen Projektaufruf „Mobilitätsdatenarchitektur für innovative Anwendungen (MobiArch BW)“ veröffentlicht. Ziel von MobiArch BW ist es, die Verfügbarkeit und Qualität von Mobilitätsdaten zu verbessern und die Ausarbeitung innovativer Ideen für die Verwendung von Mobilitätsdaten zu fördern. „Bessere Mobilität ist durch neue Infrastruktur nur noch teuer und langsam zu erreichen“, so Verkehrsminister Winfried Hermann. „Das digitale Zeitalter ermöglicht uns aber auf andere Weise die Mobilität zu verbessern: durch bessere Daten und Informationen. Daher wollen wir solche Dienstleistungen und Produkte im Bereich Verkehr und Mobilität fördern.“

Verlässliche Daten und zuverlässige IT-Architekturen sind eine wichtige Grundlage für nachhaltige Mobilitätskonzepte. Dabei gilt es, personenbezogene Daten zu schützen, um Eingriffe in die Privatsphäre auszuschließen. Die proaktive und ambitionierte Auseinandersetzung mit Fragen des Datenschutzes ist deshalb integraler Bestandteil der Förderung. „Mit MobiArch BW verbessern wir den Zugang zu Mobilitätsdaten für Forschung und Entwicklung, Mobilitätsdienstleister, Start-Ups und weiteren Innovatoren“, erläuterte Verkehrsminister Winfried Hermann weiter. „Im Rahmen des Datenschutzes erwarten wir von MobiArch BW eine Hebelwirkung für bessere Mobilitätsdaten und ganz konkrete Anwendungen. Zum Beispiel suchen wir eine Stadt oder einen Landkreis, die ihren Ordnungsdienst digital unterstützen lassen wollen, wie dies zum Beispiel in Amsterdam bereits üblich ist.“

Daten zur Auswertung von Verkehrsströmen nutzen

Daten zum Mobilitätsgeschehen wachsen mit jeder Nutzung von digitalen Mobilitätsservices, mit jeder Ticketbuchung und mit jeder Sekunde, in der Echtzeitdaten zum Verkehr erfasst werden. MobiArch BW regt zu Lösungen an, die Daten aus unterschiedlichen Bereichen und Systemen datenschutzkonform verknüpfen und die hierfür notwendigen Architekturen und Prozesse entwickeln.

Projektideen können bis zum 20. April 2018 eingereicht werden. Für die Projektförderung stehen insgesamt rund eine Million Euro zur Verfügung.

Zudem hat das Verkehrsministerium zum Jahresbeginn 2018 Floating Car Daten erworben, die durch eigene Datendrehscheiben wie efa-bw und die Straßenverkehrszentrale genutzt werden und auch geeigneten Projekten zur Verfügung gestellt werden können. Bei Floating Car Daten handelt es sich um Daten, die das Verkehrsgeschehen in Echtzeit abbilden. Durch solche aktuellen Informationen zum mengenmäßigen Verkehrsaufkommen auf bestimmten Streckenabschnitten können beispielsweise Informationen zu Staus sofort in öffentliche Verkehrsleitsysteme oder Routenempfehlungen von Apps einfließen. Zudem kann die Verkehrsplanung und -forschung langfristige Datenreihen zur Auswertung der Verkehrsströme nutzen.

Die landesweite Digitalisierungsstrategie digital@bw

Die Digitalisierung ist ein zentraler Arbeitsschwerpunkt der Landesregierung. Dazu hat sie eine Investitionsoffensive gestartet: Rund eine Milliarde Euro werden in dieser Legislatur in die Digitalisierung investiert, rund die Hälfte davon fließt in den Ausbau der digitalen Infrastruktur. Erstmals werden alle Vorhaben auch unter dem Dach des Digitalisierungsministeriums koordiniert und gebündelt. Mit „digital@bw“ wurde im Sommer 2017 die erste, landesweite und ressortübergreifende Digitalisierungsstrategie vorgestellt. In den kommenden zwei Jahren werden dazu rund 70 ganz konkrete Projekte mit einem Volumen von 265 Millionen Euro umgesetzt, um Baden-Württemberg als Leitregion des Digitalen Wandels in Europa zu verankern.

Schwerpunkte von „digital@bw“ sind die Bereiche: Intelligente Mobilität der Zukunft, digitale Start-Ups, Wirtschaft 4.0, Bildung und Weiterbildung in Zeiten der Digitalisierung, digitale Gesundheitsanwendungen sowie digitale Zukunftskommunen und Verwaltung 4.0. Dazu kommen die Querschnittsbereiche Forschung, Entwicklung und Innovation, Nachhaltigkeit und Energiewende, Datensicherheit, Datenschutz und Verbraucherschutz.

Mit digital@bw hat die Landesregierung auch ein neues Schaufenster der Digitalisierung an den Start gebracht. Es ist das zentrale Online-Portal rund um alle Digitalisierungsthemen und -maßnahmen im Land.

Das Verkehrsministerium will die Digitalisierung für die Entwicklung und Umsetzung besserer Mobilitätskonzepte nutzen, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte betrachten. Richtig ausgestaltet kann die Digitalisierung eine Schlüsselrolle einnehmen, steigende Mobilitätsbedürfnisse mit weniger Verkehr zu erreichen. Daten sind der Rohstoff der Digitalisierung und müssen daher in geeigneter Form und Qualität für Innovationen zugänglich sein. Zugleich braucht es geeignete IT-Architekturen und organisatorische Strukturen zum sinnvollen Umgang mit diesen Daten.

Neue Förderlinie MobiArch BW gestartet

Die Projektlinie MobiArch BW ist Teil der Digitalisierungsstrategie digital@bw. Die darunter laufenden Aktivitäten des Verkehrsministeriums sind in dem Arbeitspapier „Intelligente Mobilität der Zukunft: Digitalisierung in der Schlüsselrolle“ zusammengestellt.

Als weitere Aktivitäten zur Förderung und Umsetzung kreativer Ideen für die zielgerichtete Anwendung von Mobilitätsdaten plant das Verkehrsministerium im Frühjahr 2018 zudem einen Hackathon und bereitet ein neues Stipendienprogramm vor, das Entwicklerinnen und Entwickler bei der Ausarbeitung von umsetzungsfähigen Ideen für zukünftige digitale Mobilitätslösungen unterstützt. Beides ist Bestandteil der Ideenschmiede digitale Mobilität.

Landesweite Digitalisierungsstrategie

digital@bw

Verkehrsministerium: Ideenschmiede digitale Mobilität

Verkehrsministerium: Digitale Mobilität

Verkehrsministerium: Förderprogramme

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