Energie

Mehr Tempo bei der Energiewende im Gebäudesektor

Ein Arbeiter montiert eine Styroporplatte zur Wärmedämmung an eine Fassade. (Symbolbild: © dpa)

Energetische Sanierung und effiziente Wärmeversorgung in Wohngebäuden sind essentiell für einen erfolgreichen Klimaschutz. Zentraler Baustein für eine zukunftsorientierte Wärmeversorgung im Wohnbereich ist die kommunale Wärmeplanung.

Der Amtschef im Umweltministerium, Ministerialdirektor Helmfried Meinel, hat auf dem 27. Landesverbandstag des Verbands Wohneigentum e. V. in Karlsruhe gestern (9. November) mehr Tempo bei der Energiewende im Gebäudesektor angemahnt. „Den gesamten aktuellen Wärmebedarf durch erneuerbare Energieträger zu decken, ist unmöglich“, sagte Meinel. „Ziel muss es daher sein, den Wärmebedarf insgesamt deutlich zu reduzieren. Dazu gilt es, die Quote energetischer Sanierungen zu erhöhen und die Wärmeversorgung in Wohngebäuden effizienter zu gestalten.“

Kommunale Wärmeplanung

Zentraler Baustein für eine zukunftsorientierte Wärmeversorgung im Wohnbereich sei die kommunale Wärmeplanung, erläuterte der Amtschef des Umweltressorts. Damit würden Möglichkeiten identifiziert, wie die Wärmeversorgung auf Grundlage von erneuerbaren Energien effizient ausgerichtet werden könne. Das schaffe Planungssicherheit für die Eigentümerinnen und Eigentümer von Immobilien. „Um dieses Instrument möglichst flächendeckend im Land zu etablieren, wollen wir mit der Novelle des Klimaschutzgesetzes größere Städte verpflichten, eine kommunale Wärmeplanung durchzuführen. Für kleine Kommunen entwickeln wir ein Förderprogramm für die freiwillige Wärmeplanung“, so Helmfried Meinel.

Energetische Sanierung

Mit einer kommunalen Wärmeplanung allein sei das von der Bundesregierung ausgerufene Ziel eines nahezu klimaneutralen Gebäudebestands bis zum Jahr 2050 jedoch nicht zu erreichen. „Unser Ziel muss es daher sein, die Sanierungsquote im Land von heute einem auf über zwei Prozent anzuheben. Dabei ist es wichtig, bei den einzelnen Maßnahmen auf eine hohe energetische Qualität zu achten.“ Dies sei vor allem vor dem Hintergrund, dass etwa 80 Prozent des Gebäudebestands auch in 30 Jahren noch existiere, von enormer Bedeutung.

„Uns ist bewusst, dass die Energiewende im Gebäudebereich nur gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern umgesetzt werden kann“, so Helmfried Meinel weiter. „Daher fordern wir nicht nur, sondern wir fördern auch. So unterstützen wir mit dem Förderprogramm Klimaschutz-Plus Beratungs- und Informationsangebote rund um das Thema ‘Energetische Sanierung‘ und das Programm ‚Serielles Sanieren‘ soll die industrielle Vorfertigung von Fassaden- und Dachelementen verstärkt vorantreiben, um die Bauzeiten bei der Sanierung zu verkürzen.“

Erneuerbare-Wärme-Gesetz

Einen wichtigen Beitrag für mehr Klimaschutz leiste auch das Erneuerbare-Wärme-Gesetz des Landes, machte der Amtschef des Umweltministeriums deutlich. „Eine wissenschaftliche Evaluation hat ergeben, dass durch das Gesetz jährlich bereits 380.000 Tonnen weniger Treibhausgase ausgestoßen werden. Und die Tendenz ist steigend. Damit steht fest, dass das Gesetz die gewünschte Wirkung entfaltet.“

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