Onlinebefragung

Diskriminierung und Gewalt aufgrund sexueller Identität oft noch Alltag

Hand in Hand läuft ein schwules Paar über die Straße (Symbolbild).

Viele Menschen in Baden-Württemberg erfahren aufgrund ihrer sexuellen oder geschlechtlichen Identität immer noch Benachteiligungen, Diskriminierungen oder Gewalt. Dies zeigen die Ergebnisse einer von Sozialministerin Katrin Altpeter vorgestellten Onlinebefragung zur Lebenssituation von LSBTTIQ-Menschen in Baden-Württemberg.

Mehr als zehn Prozent der über 2.000 schwulen, lesbischen, bisexuellen, transsexuellen, trangendern, intersexuellen und queeren Teilnehmenden hatte bei der Befragung angegeben, in den vergangenen fünf Jahren mindestens einmal Opfer von körperlicher oder seelischer Gewalt geworden zu sein. Mehr als die Hälfte hatte zudem erklärt, in dieser Zeit mindestens einmal Opfer von Diskriminierung geworden zu sein. Ministerin Altpeter zieht aus diesen Zahlen den klaren Auftrag, den Abbau bestehender Diskriminierungen im Südwesten konsequent weiterzuverfolgen.

Aktionsplan „Für Akzeptanz und gleiche Rechte Baden-Württemberg“ kommt vor dem Sommer ins Kabinett

Altpeter: „Viele Menschen in Baden-Württemberg glauben, dass Hetero-  und Homosexuelle heute vollkommen gleichgestellt sind und von der Gesellschaft gleich behandelt werden – aber das ist ein Trugschluss. Deshalb erarbeitet die Landesregierung unter der Federführung des Sozialministeriums zurzeit einen Aktionsplan „Für Akzeptanz und gleiche Rechte“. Die Ergebnisse der Onlinebefragung fließen in diese Arbeit ein. Mit dem Aktionsplan werden wir bestehende Benachteiligungen überall dort bekämpfen, wo Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung benachteiligt, angefeindet, schräg angeschaut oder angegriffen werden.“ Der Aktionsplan werde noch vor dem Sommer ins Kabinett gebracht, so Altpeter. Für erste Umsetzungsmaßnahmen in diesem und im kommenden Jahr stehen insgesamt eine Million Euro zur Verfügung.

Nur 35 Prozent der Gewaltopfer wenden sich an Polizei und Justiz

Als „erschreckend“ bezeichnete Ministerin Altpeter die Tatsache, dass nur 35 Prozent der an der Befragung Teilnehmenden, die aufgrund ihrer sexuellen oder geschlechtlichen Identität Opfer von Gewalt geworden sind, die Tat bei Polizei oder Justizbehörden angezeigt hatten. Die Ministerin appellierte an Betroffene, Gewalttaten zur Anzeige zu bringen: „Täter von Hassverbrechen dürfen wir nicht ungestraft davonkommen lassen.“ Niemand müsse Angst haben, von den Behörden nicht ernstgenommen zu werden. „Polizei und Justiz sind für das Thema sensibilisiert“, betonte sie. Zu diesem Schluss kommen auch die Befragten, die sich nach einer Gewalttat an die Behörden gewandt hatten. Sie gaben größtenteils an, dass ihre Erlebnisse ernst genommen und konsequent verfolgt worden und sie selbst respektvoll behandelt worden seien.

Wunsch nach mehr Aufklärung

Einig sind sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Befragung in ihrem Wunsch nach mehr Aufklärung in der breiten Öffentlichkeit. Durch mehr Verständnis für verschiedene sexuelle und geschlechtliche Identitäten erhoffen sie sich eine Verbesserung ihrer Lebenssituation. Zudem hoffen sie auf weitere Anlauf- und Beratungsstellen insbesondere auch in ländlichen Gebieten, an die sich Menschen etwa vor einem Outing oder bei Mobbingerfahrungen wenden können.

Ergebnisse der Onlinebefragung (PDF)

Aktionsplan Akzeptanz und gleiche Rechte

Regenbogenflagge vor dem Sozialministerium Baden-Württemberg im Dorotheen Quartier in Stuttgart
  • Offenheit und Akzeptanz

Sozial- und Integrationsministerium hisst Regenbogenflagge

Logo Frau und Beruf
  • Gleichstellung

Neue Plattform „Frau und Beruf Baden-Württemberg“

Studierende verfolgen eine Vorlesung im Hörsaal. (Bild: © dpa)
  • Hochschulen

Gleichstellung an den Hochschulen

Ein Bundesverdienstkreuz. (Bild: © Britta Pedersen / dpa)
  • Auszeichnung

Bundesverdienstkreuz für Ralf Bogen

Ein Smartphone wird in Händen gehalten.
  • Gesellschaftlicher Zusammenhalt

Kabinettsausschuss gegen Hass und Hetze

Silhouetten von Menschen in verschiedenen Lebenslagen
  • Familie

GesellschaftsReport veröffentlicht

Flüchtlinge aus der Ukraine warten an der Hauptpforte der Landeserstaufnahmeeinrichtung, um hereingelassen zu werden.
  • Ukraine-Krieg

Geflüchtete Frauen und Kinder vor sexueller Gewalt schützen

Ein Bundesverdienstkreuz. (Bild: © Britta Pedersen / dpa)
  • Ehrung

Bundesverdienstkreuz für Ingeborg Höhne-Mack

Eine Sozialarbeiterin führt in der Landeserstaufnahme für Asylbewerber in Karlsruhe eine Beratung mit einem Flüchtling durch (Bild: © dpa).
  • Mentorinnen-Programm

Mentorinnen-Programm für Migrantinnen startet in die sechste Runde

Wort-Bild-Logo der Kampagne Start-up BW. (Bild: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg)
  • Start-up BW

„VirtuallyThere“ gewinnt Female Founders Cup

Richter im Landgericht Stuttgart
  • Justiz

Frauenanteil in der Justiz über 50 Prozent

Zwei Künstlerinnen arbeiten an Entwürfen.
  • Internationaler Frauentag

Pandemie hat Frauen zurückgeworfen

Gegen Gewalt an Frauen. (Bild: Sozialministerium Baden-Württemberg)
  • Internationaler Frauentag

Gewalt gegen Frauen im Internet entschieden bekämpfen

Ein Arbeiter sortiert einen Stapel Holzbretter in eine automatische Maschine in einer Holzbaufirma.
  • Arbeitsmarkt

Projekte zur Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit

Businessfrau sitzt an einem PC
  • Chancengleichheit

Evaluation des Chancengleichheitsgesetzes liegt vor

Das Wort-Bild-Logo der Allianz für Fachkräfte Baden-Württemberg
  • Wirtschaftsförderung

Land setzt „Regionalprogramm Fachkräftesicherung“ fort

Gegen Gewalt an Frauen. (Bild: Sozialministerium Baden-Württemberg)
  • Gegen Gewalt an Frauen

Neue Broschüre zum Wohnungsverweis in Fällen häuslicher Gewalt

Simone Fischer, Beauftragte der Landesregierung Baden-Württemberg für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Sarah Baumgart, Beauftragte der Stadt Freiburg und Beate Biederbick vor der Beratungsstelle Basler 8.
  • Menschen mit Behinderungen

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November

Eine Doktorandin aus Venezuela arbeitet im Labor. (Bild: © dpa)
  • Mentorinnen-Programm

Mentorinnen-Programm für Migrantinnen 2021 abgeschlossen

Eine Frau führt in einem Labor eine Untersuchung durch.
  • Studium

Zehn Jahre Landesbündnis „Frauen in MINT-Berufen“

Eine Frau führt in einem Labor eine Untersuchung durch.
  • Wissenschaft

Mehr Frauen in die Wissenschaft

Das Wort-Bild-Logo der 17. Frauenwirtschaftstage 2021.
  • Frauenwirtschaftstage

17. Frauenwirtschaftstage starten

Das Wort-Bild-Logo der 17. Frauenwirtschaftstage 2021.
  • Gleichstellung

Auftaktveranstaltung der 17. Frauenwirtschaftstage am 27. September

Porträt Manne Lucha
  • Sommertour

Lucha auf Sommertour durch Baden-Württemberg

Gegen Gewalt an Frauen. (Bild: Sozialministerium Baden-Württemberg)
  • Gleichstellung

Land macht sich für Frauenrechte und Gewaltschutz stark