LÄRMSCHUTZ

Landeslärmschutzbeauftragter besucht Lärmhotspots im Land

Ein Lärmdisplay zeigt Motorradfahrern an, ob sie zu laut fahren. (Bild: picture alliance/Armin Weigel/dpa)

Der Lärmschutzbeauftragte des Landes, Thomas Marwein, hat seine Sommertour unter den Themenschwerpunkt Motorradlärm gestellt. Beim Besuch von Lärmhotspots im Land macht er sich ein Bild von Streckenverläufen und diskutiert mögliche Lösungsansätze.

Entschleunigen, wo andere richtig Gas geben? Der Lärmschutzbeauftragte von Baden-Württemberg, Thomas Marwein, hat seine Sommertour unter den Themenschwerpunkt Motorradlärm gestellt und besucht Lärmhotspots im Land – so auch am Montag die Gemeinde Münsingen im Großen Lautertal. Im Ortsteil Buttenhausen machte sich Marwein ein Bild vom Streckenverlauf und diskutierte mögliche Lösungsansätze mit lärmgeplagten Bürgerinnen und Bürgern sowie kommunalen Vertretern.

„Die Belästigung durch Motorradlärm ist enorm“, bestätigte Marwein und erklärte: „Viele Menschen machen sich in den Sommermonaten auf ins idyllische Lautertal, um sich zu erholen – und werden mit ohrenbetäubenden Motorradlärm belästigt. Gerade an den Wochenenden ist es hier kaum auszuhalten. Der Spaß der Einen wird zum Leid der Anderen, gerade auch für die Anwohner.“

Motorradfahren liegt im Trend

Das Lautertal ist durch eine kurvige Strecke entlang der beschaulichen Lauter geprägt – wie geschaffen zum Motorradfahren. Und Motorradfahren liegt im Trend: Nach Angaben des Statistischen Landesamtes wurden 2018 insgesamt 24.858 Krafträder neu zugelassen und damit gut zehn Prozent mehr als 2017. Eine ähnliche Tendenz gibt es bereits für das erste Halbjahr 2019. Die Zahl der in Baden-Württemberg zugelassenen Motorräder stieg in den letzten 50 Jahren kontinuierlich an – und liegt 2019 bei 687.913 angemeldeten Fahrzeugen.

An sich stelle das Motorradfahren kein Problem dar, sagte Marwein: „Die meisten Fahrer verhalten sich bei ihren Touren verantwortungsvoll. Das Problem sind jedoch „schwarze Schafe“, die ihre Maschinen mittels technischer Tricks lauter machen, oder durch starkes Beschleunigen und hochtouriges Fahren unnötig Lärm verursachen.“

Marwein sieht nicht zuletzt aufgrund gesundheitlicher Risiken dringenden Handlungsbedarf. Ständige Geräuschemissionen erhöhten das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. So hatten im Februar dieses Jahres führende Experten der Lärmwirkungsforschung in einem „Memorandum of Understanding“ eine Absenkung der Lärmgrenzwerte empfohlen. Zum Fachgespräch hatte der Landeslärmschutzbeauftragte Marwein nach Stuttgart eingeladen.

Schutz der Bevölkerung vor Geräuschemissionen

Für die Landesregierung hat der Schutz der Bevölkerung vor Geräuschemissionen große Priorität. Mit der Berufung eines Lärmschutzbeauftragten nimmt das Land eine Vorreiterrolle ein. Kein anderes deutsches Bundesland verfügt bisher über ein solches Amt. Ziel ist es, dem Lärmschutz mehr Gewicht in der gesellschaftlichen und politischen Diskussion zu verleihen und im Bund die rechtlichen Grundlagen für die Vermeidung von Geräuschemissionen zu schaffen.

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