Integration

Land setzt Impulse bei der Integrationsministerkonferenz

Baden-Württemberg hat auf der 21. Integrationsministerkonferenz der Länder in Essen mit drei Beschlüssen zu Digitalisierung und dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz entscheidende Akzente für eine moderne Integrationspolitik gesetzt.

Berechne Lesezeit
  • Teilen
21. Integrationsministerkonferenz in Essen: Die Länder setzten klare Schwerpunkte auf die Stärkung tragfähiger Infrastrukturen sowie auf zukunftsweisende Digitalisierungsinitiativen.
Staatssekretärin Dr. Ute Leidig zur 21. Integrationsministerkonferenz in Essen: „Baden-Württemberg setzt mit drei Beschlüssen zu Digitalisierung und dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz entscheidende Akzente für eine moderne Integrationspolitik.“
Mitglieder der Integrationsministerkonferenz sind die für Integration zuständigen Ministerinnen, Minister, Senatorinnen und Senatoren der Länder. 2026 war Baden-Württemberg durch Staatssekretärin Dr. Ute Leidig (1. von rechts) vertreten.

Staatssekretärin Dr. Ute Leidig hat Baden-Württemberg bei der 21. Integrationsministerkonferenz (IntMK) der Länder in Essen vertreten. In turbulenten Zeiten, in denen der Bund seine Leistungen bei den Integrationskursen kürzt, setzten die Länder klare Schwerpunkte auf die Stärkung tragfähiger Infrastrukturen sowie auf zukunftsweisende Digitalisierungsinitiativen. Zugleich appellierten sie eindringlich an den Bund, seiner strukturellen und finanziellen Verantwortung weiterhin gerecht zu werden. 

„Baden-Württemberg setzt mit drei Beschlüssen zu Digitalisierung und dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) entscheidende Akzente für eine moderne Integrationspolitik“, erklärte Leidig. „Besonders freut es mich, dass unsere Initiativen zur Radikalisierungsprävention in Geflüchtetenunterkünften und zur Bekämpfung von Zwangsverheiratung einstimmig von allen Ländern unterstützt wurden.“

Leitantrag „Vereint in Vielfalt“

Der Leitantrag des gastgebenden Landes Nordrhein-Westfalen unter dem Titel „Vereint in Vielfalt“ unterstreicht die Bedeutung von Vielfalt als zentrale Zukunftsaufgabe. „Vielfalt ist gelebte Realität in unserer Gesellschaft. Menschen mit Einwanderungsgeschichte sind ein integraler Teil unserer Gesellschaft und leisten einen unverzichtbaren Beitrag zum Gemeinwohl“, sagte Staatssekretärin Leidig. „Ich begrüße, dass der Leitantrag der diesjährigen Integrationsministerkonferenz sowohl die Herausforderungen benennt, die mit einer vielfältigen Gesellschaft einhergehen, als auch die Chancen und positiven Auswirkungen von Migration und Integration hervorhebt.“ Vor dem Hintergrund der jüngsten Kürzungen der Bundesregierung erinnerte die Konferenz den Bund daran, dass alle staatliche Ebenen ihrer Verantwortung gerecht werden müssten.

Digitale Integrationslandschaft

Ein Schwerpunkt der Konferenz lag auf der digitalen Transformation im Integrationsbereich. Digitale Anwendungen und KI-gestützte Systeme bieten erhebliche Potenziale – für Verwaltung, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Beratungsstrukturen sowie für Zugewanderte. So profitieren einerseits die Fachkräfte in Beratungsstellen von digitalen Anwendungen wie Übersetzungs- und Dokumentationstools oder KI-gestützter Assistenzsysteme. Andererseits können Klientinnen und Klienten gezielter begleitet werden und passgenaue Angebote erhalten. 

Baden-Württemberg wird hierzu eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Digitalisierung“ leiten. Ziel ist es, bestehende digitale Lösungen des Bundes und der Länder sichtbar zu machen und gemeinsam neue, bedarfsgerechte Projekte zu entwickeln. „Davon versprechen wir uns wichtige Schritte hin zu einer vernetzten und leistungsfähigen digitalen Integrationslandschaft“, so Leidig.

Sprachbarrieren niedrigschwellig, zielgerichtet und effizient überwinden

Mit einem weiteren Beschluss zur KI-gestützten Sprachmittlung will Baden-Württemberg die gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit geringen Deutschkenntnissen verbessern. Der ergänzende Einsatz von KI kann dabei helfen, Sprachbarrieren niedrigschwellig, zielgerichtet und effizient zu überwinden. 

Auch digitale soziale Netzwerke standen im Fokus der Beratungen in Essen. Sie sind für viele Menschen – insbesondere auch für Zugewanderte – zentrale Informationsquellen. Die Integrationsministerkonferenz strebt daher auf Initiative Baden-Württembergs an, digitale aufsuchende Beratung als festen Bestandteil moderner Integrationsarbeit zu etablieren. Damit können schwer erreichbare Zielgruppen besser angesprochen, Fehlinformationen begegnet und Radikalisierung frühzeitig verhindert werden.

Bekämpfung von Zwangsverheiratung

Ein weiterer Schwerpunkt war die Bekämpfung von Zwangsverheiratung. Auf Vorschlag Baden-Württembergs hat die Konferenz einstimmig beschlossen, hierzu einen länderübergreifenden Austausch unter Einbeziehung des Bundes zu etablieren. „Zwangsverheiratung ist eine gravierende Menschenrechtsverletzung, die tief in die persönliche Lebensgestaltung der betroffenen Person eingreift und ihre Integration massiv behindert“, betonte Staatssekretärin Dr. Leidig. „Ein strukturierter Austausch hilft, Bedarfe besser zu erkennen und bestehende Unterstützungsangebote, Beratungs- und Hilfestrukturen gezielt weiterzuentwickeln.“ 

Weitere Meldungen

von links nach rechts: Sebastian Gehring, Vorstand Marketing & Medien der SG Sonnenhof Großaspach, Christian Fischer, Vizepräsident Karlsruher SC, Dominik Schwärzel, Vorstandsvorsitzender des SSV Ulm, Vorstandsvorsitzender Alexander Wehrle (VfB Stuttgart), Manuel Hagel, Innenminister von Baden-Württemberg, Daniel Förderer, Geschäftsführer der TSG 1899 Hoffenheim und Holger Sanwald, Vorstandsvorsitzender des 1. FC Heidenheim
Sicherheit

Baden-Württemberg stärkt die Stadionallianzen

Ausbilderin mit Lehrling
Ausbildung

Unternehmen setzen auf berufliche Ausbildung

Ein Prüfstandshandwerker begutachtet am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt ein Raketen-Triebwerk
Finanzen

Land investiert in Raumfahrt­standort Baden-Württemberg

Eine Person hält ein Smartphone in der Hand. Auf dem Display sieht man die Startseite der Ehrenamtskarten-App für Baden-Württemberg.
Bürgerengagement

Mehr als 25.000 Ehrenamtskarten ausgegeben

von links nach rechts: Justizminister Moritz Oppelt, Alexander Schwarz und der neue Opferbeauftragte der Landesregierung, Siegfried Lorek
Opferschutz

Wechsel im Amt des Opfer­beauftragten der Landesregierung

Ein Mitarbeiter der Porsche AG montiert im Porsche-Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen einen Porsche 718 Cayman.
Automobilwirtschaft

Klares Bekenntnis zu Audi-Werk in Neckarsulm gefordert

Übergabe Tanklöschfahrzeuge Waldbrand
Feuerwehr

Sechs neue Tanklöschfahrzeuge zur Waldbrandbekämpfung

Menschen besteigen ein Flugzeug. Vor dem Fahrzeug der Bundespolizei stehen auf dem Vorfeld am Flughafen Leipzig/Halle.
Migration

Ein Straftäter aus dem Land nach Afghanistan abgeschoben

Vier Jugendliche sitzen auf einer Freitreppe und betrachten etwas auf dem Smartphone
Kinderschutz

Aktionstage Kinder- und Jugend­schutz gehen in zweite Runde

Logo und Schriftzug der „Agentur für Arbeit“ an einem Gebäude.
Arbeitsmarkt

Sommerpause prägt den Arbeitsmarkt

Bio-Musterregion Bodensee
Landwirtschaft

Der Bodenseeapfel ist weit mehr als ein gesundes Lebensmittel

In einem Büro unterhalten sich zwei Frauen. Eine sitzt an einem Tisch und eine steht neben dem Tisch. Auf dem Tisch steht ein Laptop.
Wirtschaft

Land fördert Beratungen für mittelständische Unternehmen

Eine muslimische Einwanderin sitzt mit anderen Personen am Tisch und schaut sich während des Englischunterrichts Blätter mit Grammatikaufgaben an.
Integration

Land fördert 37 lokale Integrationsprojekte

Landesstand „THE LÄND of Games“ auf der Gamescom 2026
Spielemesse

Baden-Württemberg auf der internationalen Games-Bühne

Abgelehnte Asylbewerber steigen in ein Flugzeug. (Foto: © dpa)
Migration

Fünf Straftäter aus dem Land nach Afghanistan abgeschoben