Hochbau

Kunstwettbewerb für Neubau der Kinder- und Jugendklinik Freiburg entschieden

©Health Team Vienna
Modell des Haupteingangs der neuen Kinder- und Jugendklinik in Freiburg

Die Kunstkommission des Landes hat den Entwurf der Künstlerin Iris Andraschek für den Platz vor dem Haupteingang des Neubaus der Kinder- und Jugendklinik Freiburg ausgewählt. Die Installation stellt drei fliegende Teppiche dar, die zum Verweilen und Spielen einladen.

Vor dem Haupteingang zur neuen Kinder- und Jugendklinik in Freiburg werden in Zukunft drei fliegende Teppiche installiert sein. Ein interdisziplinär besetztes Preisgericht der Kunstkommission Baden-Württemberg hat den Entwurf „Die magische Wunscherfüllung oder fliegende Teppiche“ der Künstlerin Iris Andraschek für den Neubau ausgewählt. Zurückversetzte Sockel lassen die Kunstobjekte schweben. Die Oberflächen sind mit Mosaiken belegt, die auf Zeichnungen von Kindern und Jugendlichen basieren.

„Die fliegenden Teppiche laden zum Verweilen und Spielen ein. Die Kunstkommission hat mit diesem spannenden Kunstobjekt eine gute Wahl für den Neubau der Kinder- und Jugendklinik getroffen“, sagte Finanzministerin Edith Sitzmann. Die Kommission des Landes ist mit Kunsthistorikerinnen und Kunsthistorikern der Staatlichen Museen sowie freien Künstlerinnen und Künstlern hochkarätig besetzt; je nach Projekt kommen weitere Personen dazu. Die Ministerin stellte fest, dass die Kommission bei Bauvorhaben des Landes immer wieder aufs Neue ihre künstlerische Kompetenz für Kunst-am-Bau-Projekte unter Beweis stelle. „Die kleinen und größeren Patientinnen und Patienten der Kinder- und Jugendklinik werden in eine Traum- und Märchenwelt eingeladen. Vielleicht geht ja auf den fliegenden Teppichen der ein oder andere Wunsch in Erfüllung?“, so Sitzmann.

Entwürfe von hohem künstlerischen Niveau

Acht international bekannte Künstlerinnen und Künstler waren aufgefordert, für den Platz vor dem Haupteingang der neuen Kinder- und Jugendklinik eine künstlerische Intervention zu entwerfen. Die Entwürfe waren durchgehend von hohem künstlerischem Niveau. Nach Ansicht des Preisgerichts ist der Entwurf von Iris Andraschek für den Ort besonders geeignet: Die Installation füge sich sehr gut in das Umfeld ein, sei partizipatorisch angelegt, bunt, fröhlich und assoziationsreich. Die Objekte seien „auf dem Boden geblieben“, was für die meist kleinen Patientinnen und Patienten ein wesentlicher Maßstab ist. „Meine Idee geht vom Märchenbild des magischen oder fliegenden Teppichs aus, der Zeit, Raum und Grenzen überwindend, im wahrsten Sinne des Wortes die Phantasie beflügeln kann“, erläutert die Künstlerin ihren Entwurf. Andraschek ist eine österreichische Künstlerin, sie hat an der Akademie der Bildenden Künste in Wien studiert. Für ihr umfangreiches, international anerkanntes Gesamtwerk erhielt sie 2015 den Österreichischen Kunstpreis.

Poetische und angemessene Kunst

„Ich freue mich, dass wir für diese anspruchsvolle Bauaufgabe eine so poetische und angemessene Kunst auswählen konnten“, sagte Annette Ipach-Öhmann, die Vorsitzende der Kunstkommission und Direktorin des Landesbetriebs Vermögen und Bau Baden-Württemberg. „Wenn es uns gelingt, dass der eine oder die andere Betrachterin mit dem fliegenden Teppich abhebt und sich für eine kurze Zeit in eine sorglose, farbenfrohe Welt träumen kann, haben wir alles richtiggemacht.“ „Kunst am Bau für eine Kinder- und Jugendklinik stellt eine besondere Herausforderung dar, weil wir es mit einem sehr breiten Spektrum von Menschen zu tun haben“, so Prof. Dr. Charlotte Niemeyer, Sprecherin des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin sowie Ärztliche Direktorin der Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie. „Unsere Patientinnen und Patienten reichen vom Neugeborenen bis zu jungen Erwachsenen. Viele befinden sich in einer schwierigen und belastenden Lage. Dies trifft jedoch oftmals gleichermaßen auf die Angehörigen sowie die Besucherinnen und Besucher zu. Daher ist es von großer Bedeutung, nicht nur innerhalb der Klinik große Sorgfalt auf die Ausgestaltung des Umfelds zu legen, sondern auch der Zugang und direkte Außenbereich müssen von einer freundlichen, angstfreien und inspirierenden Anmutung sein.“

Konzentration der Kinder- und Jugendmedizin an einem Standort

Die Kunstkommission des Landes Baden-Württemberg ist bei der Betriebsleitung des Landesbetriebs Vermögen und Bau Baden-Württemberg angesiedelt. Die Kommission erarbeitet Empfehlungen für die künstlerische Aufgabenstellung für Bauvorhaben, entscheidet über das geeignete Beauftragungsverfahren, wählt Künstlerinnen wie Künstler aus und beurteilt deren Arbeiten. Die Kunstkommission setzt sich zusammen aus Vertreterinnen und Vertretern der Staatlichen Museen, freiberuflich tätigen Künstlerinnen und Künstler sowie Vertreterinnen und Vertretern des Ministeriums für Finanzen, des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, der jeweiligen Nutzer eines Gebäudes und des zuständigen Amts des Landesbetriebs Vermögen und Bau Baden-Württemberg. Teilweise sind auch die Architektinnen und Architekten eines Bauvorhabens und weitere, beratende Mitglieder dabei.

Die Kinder- und Jugendklinik für das Universitätsklinikum Freiburg soll auf dem Areal des Zentralklinikums an der Breisacher Straße in einem Neubau untergebracht werden. Die Lage des Neubaus ermöglicht eine direkte Anbindung an die Frauenklinik. In dem Neubau werden künftig sämtliche Fachdisziplinen der Kinder- und Jugendmedizin an einem Standort konzentriert. Es entsteht ein offener und lichtdurchfluteter Bau mit rund 13.000 Quadratmetern Fläche und Platz für 149 Betten. Verantwortlich für den Neubau zeichnet das österreichische Architekturbüro Health Team Vienna. Die Baumaßnahme wird vom Amt Freiburg des Landesbetriebs Vermögen und Bau Baden-Württemberg gesteuert.

Ministerium für Finanzen: Mediathek – Neubau: Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin am Uniklinikum Freiburg

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