Flüchtlinge

Hochschulen und Wissenschaftsministerium ebnen Flüchtlingen Wege ins Studium

Ein Lehrer schreibt vor Asylbewerbern deutsche Vokabeln an eine Schultafel. (Foto: © dpa)

Zum Beginn der Vorlesungszeit stellen Hochschulen und Wissenschaftsministerium gemeinsame Maßnahmen vor, um studierfähigen Menschen den Einstieg zu erleichtern und sie schneller zu integrieren.

Wesentlich sind folgende Inhalte:

Hochschulzugang

Die Aufnahme oder Fortsetzung eines Studiums ist in Baden-Württemberg nicht an einen bestimmten Aufenthaltstitel geknüpft. Auch Gestattete und Geduldete können ein Studium aufnehmen oder fortsetzen, wie  alle anderen Studierwilligen auch. Voraussetzung ist eine Hochschulzugangsberechtigung.

Brücken-Kurse bereiten auf das Studium vor

Häufig fehlt es bei studienbefähigten Flüchtlingen noch an den nötigen Deutschkenntnissen, ein anderes Mal sind die fachlichen Qualifikationen noch nicht ausreichend oder müssen aufgefrischt werden. In Baden-Württemberg werden deshalb eigene Vorbereitungskurse angeboten, die sich insbesondere an Flüchtlinge richten. Möglich ist außerdem, sich in bereits existierende studienvorbereitende Kurse einzuschreiben. „Entscheidend ist: Wenn ein humanitärer Aufenthaltstitel vorliegt, ist mit der Immatrikulation in vorbereitende Kurse auch eine BAföG-Berechtigung verbunden“, sagt Bauer.
Nach wie vor können Flüchtlinge das Gasthörerstudium sowie Schnupperstudienangebote nutzen.

Online-Wegweiser

Das Wissenschaftsministerium erstellt einen Wegweiser für Hochschulzugang und Studium für Flüchtlinge in Baden-Württemberg. Sie wird ab Mitte Oktober auf der Webseite des Wissenschaftsministeriums zu finden sein und ständig aktualisiert. Die Hochschulen richten ein eigenes Online-Portal ein, auf dem leicht zugänglich wichtige Informationen angeboten werden.

Ansprechpartner

Es gibt konkrete Ansprechpersonen für Flüchtlinge an jeder Hochschule.
Ergänzend hat das Wissenschaftsministerium vier Regionale Koordinatoren-stellen eingerichtet – eine in jedem Regierungsbezirk des Landes. Sie starten in Kürze und koordinieren die Angebote der Hochschulen und der zahlreichen übrigen Initiativen, die es bereits gibt.
Analog zu der Benennung von Ansprechpersonen für Flüchtlinge an den Lan-deshochschulen haben auch die Studierendenwerke und die BAföG-Ämter spezielle Ansprechpartner für diesen Personenkreis benannt.

Die Koordinatorenstellen werden 

  • im Regierungsbezirk Freiburg an Universität und Pädagogischer Hoch-schule Freiburg in Zusammenarbeit mit dem Studierendenwerk Freiburg eingerichtet,
  • im Regierungsbezirk Tübingen an der Universität Ulm
  • In den Regierungsbezirken Karlsruhe und Stuttgart übernimmt die Liga der Freien Wohlfahrtspflege die Koordination.

Fehlende Nachweise

Wer ein Studium beginnen will, muss nachweisen, dass er dazu berechtigt ist, beispielsweise durch Zeugnisse oder Bescheinigungen. Studienbewerber können bedingt durch ihre Flucht in Beweisnot geraten, zum Beispiel, wenn sie ihre Papiere verloren haben. Das Wissenschaftsministerium zeigt deshalb Wege auf, wie sich für studieninteressierte Flüchtlingen im Falle lückenhafter oder gänzlich fehlender Nachweise trotzdem ein Hochschulzugang ermöglichen lässt. Auch eine Arbeitsgruppe der Kultusministerkonferenz beschäftigt sich unter dem Vorsitz Baden-Württembergs mit diesem Thema.

Gebühren

Die Hochschulen sind bereit, anerkannten Flüchtlingen Gebühren ganz oder teilweise zu erlassen – sei es für die Nutzung der Hochschulbibliotheken oder Gasthörergebühren. Sie entscheiden darüber in eigener Zuständigkeit.

Stipendien

Nach der erfolgreichen ersten Vergabe von 50 Stipendien für Flüchtlinge aus Syrien arbeitet das Ministerium derzeit an einer nächsten Tranche.

Sprachförderung

Die Beherrschung der deutschen Sprache ist für ein erfolgreiches Studium unerlässlich. Die Erfahrungen mit den Stipendiaten des Baden-Württemberg-Programms haben gezeigt, dass Deutschkurse an Hochschulen oder hochschulnahen Einrichtungen deutlich effektiver sind, als allgemeine Integrationssprachkurse. „Wir brauchen hier eine sehr schnelle Konkretisierung der zugesagten Hilfe durch den Bund“, fordert Bauer.

Gemeinsames Maßnahmenpaket „Flüchtlinge an Hochschulen in Baden-Württemberg“ (PDF)

Eine Asylbewerberin trägt ihr kleines Kind auf dem Arm. (Bild: dpa)
  • Ukraine-Krieg

Gut ein Drittel der ukrainischen Geflüchteten noch minderjährig

Neues Unterkunftsgebäude Bildungszentrum Freiburg
  • Verwaltung

Neues Unterkunftsgebäude für Bildungszentrum der Steuerverwaltung

Unterkunft für Flüchtende
  • Ukraine-Krieg

Förderprogramm zur Schaffung von Wohnraum für Geflüchtete startet

Auszubildende in einer Berufsschule (Foto: © dpa)
  • Ausbildung

5,2 Millionen Euro für Ausbildungsvorbereitung

Eine Asylbewerberin trägt ihr kleines Kind auf dem Arm. (Bild: dpa)
  • Geflüchtete

Ukraine-Stab ausgeweitet

Alaa Abdulhak und Ibrahim Hamada, jugendliche Flüchtlinge aus Syrien, arbeiten in der Metallausbildungswerkstatt bei Siemens in Karlsruhe an einer Drehbank. (Bild: dpa)
  • Ausbildung

Fortsetzung des Kümmerer-Programms für Integration durch Ausbildung

Mehrere Personen sitzen an einem Tisch bei einer Besprechung.
  • Weiterbildung

Verbesserungen beim Aufstiegs-BAföG wirken

Streifenwagen mit dem Schriftzug www.polizei-der-beruf.de. Quelle: Polizei Baden-Württemberg
  • Polizei

Neues Ausbildungskonzept bei der Polizei

Zimmerleute und Dachdecker bei der Renovierung eines Dachstuhls
  • Arbeitsmarkt

Arbeitsmarkt bleibt stabil

Flüchtlinge aus der Ukraine warten an der Hauptpforte der Landeserstaufnahmeeinrichtung, um hereingelassen zu werden.
  • Geflüchtete

Kapazitätsgrenze in der Erstaufnahme des Landes erreicht

Pflegerin in Gespräch mit altem Mann
  • Pflegeberufe

Pflegefachkräfte im Ausland anwerben

Eine Auszubildende steht am Schaltpult einer computergesteuerten Fräsenmaschine (Symbolbild, © dpa).
  • Berufsorientierung

Über 1,8 Millionen Euro für die Berufsorientierung

Asylbewerber lernen in der Musikhochschule in Trossingen gemeinsam mit einer Studentin Deutsch. (Bild: © dpa)
  • Integration

Bleibeperspektive für gut integrierte Ausländerinnen und Ausländer

Ministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut (Bild: © Martin Stollberg)
  • Firmenbesuch

Handwerk ist wichtiger Partner für Klimaschutz und Energiewende

Eine Asylbewerberin trägt ihr kleines Kind auf dem Arm. (Bild: dpa)
  • Migration

Migrationslage spitzt sich auf allen Ebenen zu

Auszubildende in einer Berufsschule (Foto: © dpa)
  • Ausbildung

Elf Millionen Euro für über­betriebliche Berufsausbildung

Ministerin der Justiz für Migration Marion Gentges beim Rechtsstaatsunterricht in der Erstaufnahmeeinrichtung in Tübingen
  • Integration

Neustart des Rechtsstaats­unterrichts für Geflüchtete

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut (links) hat sich bei der KION Warehouse Systems GmbH in Reutlingen über die Praktikumswochen Baden-Württemberg informiert.
  • Berufsorientierung

Praktikumswochen bringen junge Menschen und Betriebe zusammen

Urkundenübergabe an die Absolventen
  • Landesentwicklung

Vermessungsreferendare legen Große Staatsprüfung ab

Ärzte und Pfleger untersuchen einen Patienten auf einer Covid-19 Intensivstation.
  • Gesundheits- und Pflegeberufe

Modellprojekte zur Intensiv­pflege an Universitätskliniken

Innenminister Thomas Strobl spricht mit Polizisten (Bild: © dpa)
  • Polizei

10.000 Einstellungen bei der Polizei

Eine Erzieherin ließt drei Kleinkindern aus einem Buch vor (Bild: © dpa).
  • Frühkindliche Bildung

Regelungen zum nächsten Kindergartenjahr

Flüchtlinge in einem Kurs. (Bild: Carmen Jaspersen /dpa)
  • Bildung

Rund 200 Kurse für Alphabetisierung Geflüchteter

Eine Person zeigt klein geschredderte Metallbestandteile alter Elektrogeräte, welche sich auf ihrer Hand befinden..
  • Recycling

Auszubildende sammeln Schmelzsicherungen

Ein Bauarbeiter bedient eine große Baumaschine auf einer Autobahnbaustelle. (Bild: © dpa)
  • Straße

41 neue Straßenwärter – ein Beruf mit Potenzial