Naturschutz

Grün-rote Bienenschutzpolitik schützt Honig- und Wildbienen und stärkt Imkerei im Land

Wild- und Honigbienen sind ein grundlegender Baustein unserer Nahrungsversorgung. Die Bienen sind aber in den letzten Jahren aufgrund verschiedener Faktoren stark bedroht. Die Landesregierung unterstützt daher Förder- und Schutzmaßnahmen für Honig- und Wildbienen.

„Honig- und Wildbienen leisten durch die Blütenbestäubung einen unersetzlichen Beitrag, um unsere Nahrungsversorgung sicherzustellen und die biologische Artenvielfalt zu erhalten. Daher ist es in unserer vielfältig genutzten Kulturlandschaft wichtig, dass es überall Bienenvölker gibt. An vielen Orten ist die Zahl der Bienen in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Der Schutz von Wild- und Honigbienen ist daher eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Wer sich mit Bienenhaltung und Imkerei beschäftigt, wird deshalb von der grün-roten Landesregierung mit vielfältigen Maßnahmen unterstützt. Hierzu gehören beispielsweise die Verbesserung der Nahrungsgrundlage für Bienen sowie die schrittweise Reduzierung des Einsatzes von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln als wesentliche Elemente des Bienenschutzes im Land”, sagte Naturschutzminister Alexander Bonde bei der Vorstellung der Bienenschutzpolitik der Landesregierung sowie der neuen Broschüre „Imkerei in Baden-Württemberg – Hobby, Genuss, Natur“

Förder- und Schutzmaßnahmen für Honig- und Wildbienen

„Die vielfältige Landwirtschaft mit überwiegend kleinen und mittleren Höfen in Baden-Württemberg sowie das milde Klima bieten den Bienen in der Regel eine gute Nahrungsgrundlage. Um über das nahrungsreiche Frühjahr hinaus in allen Regionen Futterengpässen vorzubeugen, fördert das Land die Ansaat von Blühmischungen im Rahmen der Agrarumweltprogramme.

Mit dem neuen Förderprogramm für Agrar-umwelt, Klimaschutz und Tierwohl (FAKT), das am Prinzip Öffentliche Gelder für öffentliche Leistungen ausgerichtet ist, soll unter anderem die Ansaat bienenfreundlicher Blühmischungen ausgebaut werden”, so der Minister. Eine ökologische Bewirtschaftung sowie der Erhalt von Streuobstwiesen werde neben dem Förderprogramm FAKT außerdem durch die Landschaftspflegerichtlinie (LPR) und den Aktionsplan Bio aus Baden-Württemberg gefördert.  

Schutz vor gentechnisch veränderten Organismen Pflanzenschutzmitteln

„Die landwirtschaftlichen Flächen in Baden-Württemberg sind frei von Gentechnik. Damit auch künftig besonders sensible und naturschutzfachlich hochwertige Gebiete, die Rückzugsorte für Tier- und Pflanzenarten sind, vor Verunreinigungen durch gentechnisch veränderte Organismen geschützt sind, ist grundsätzlich in einem Abstand von 3.000 Meter um die Außengrenzen von Naturschutzgebieten sowie um die Kern- und Pflegezonen des Biosphärengebiets Schwäbische Alb die Verwendung von gentechnisch veränderten Organismen untersagt”, so der Minister.

Bonde betonte, dass für den Schutz von Honigbienen und Wildinsekten eine konsequente Umsetzung des nationalen Aktionsplans Pflanzenschutz auf Basis europäischer Vorgaben in Deutschland unerlässlich sei. „Leider wird der Grundsatz des integrierten Pflanzenschutzes, dass chemische Mittel nur die letzte Möglichkeit einer Vielzahl von vorausgegangenen Maßnahmen wie beispielsweise Fruchtfolge oder Sortenwahl sein sollen, im nationalen Aktionsplan nicht ausreichend umgesetzt. Damit die Bienen langfristig wirksam geschützt werden, muss der Bund bei der Reduzierung des Pflanzenschutzmittel-Einsatzes ambitionierter sein”, so Bonde.

„Die Landesregierung unterstützt ökologische und naturverträgliche Bewirtschaftungsformen, bei denen auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel verzichtet wird. Dadurch wird die Gefahr von Vergiftungen bei unseren Honig- und Wildbienen reduziert. In Baden-Württemberg gelingt die Reduzierung von Pflanzenschutzmitteln beispielsweise durch den Einsatz moderner Prognoseverfahren wie ‚Vitimeteo‘ im Weinbau oder der ‚Schorfprognose‘ im Obstbau”“, so der Minister. Bonde begrüßte, dass es bei der Pflanzenschutz-Wirkstoffgruppe Neonicotinoide seit Herbst 2013 ein EU-Moratorium gebe, das deren Einsatz für zwei Jahre untersage.

„„Die EU ist gefordert, rechtzeitig vor Auslaufen des Moratoriums die Weichen für einen nachhaltigen Bienenschutz zu stellen“, sagte Bonde. Um den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren, komme der Entwicklung alternativer Präparate eine wichtige Rolle zu. „Das Landwirtschaftliche Technologiezentrum (LTZ) Augustenberg und das Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee (KOB) in Bavendorf waren erfolgreich an der Entwicklung eines alternativen Präparats auf Basis von Kalium-Aluminium-Phosphat beteiligt, mit dem die Feuerbrandkrankheit an Kernobst erfolgreich bekämpft werden kann. Deshalb kann zukünftig auf das Pflanzenschutzmittel Streptomycin im Obstbau verzichtet werden”“, sagte Bonde.

„Von besonderer Bedeutung seien außerdem Kontroll- und Überwachungsmaßnahmen im Bereich Pflanzenschutz. „Sowohl anlassbezogen als auch bei Routineuntersuchungen prüfen Kontrolleurinnen und Kontrolleure die korrekte Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln. Werden Verstöße gegen das Pflanzenschutz- und Lebensmittelrecht festgestellt, werden diese sanktioniert”“, so der Minister.

Unterstützung der Imkerinnen und Imker im Land „

„Immer mehr Menschen interessieren sich für Bienen und die Imkerei. Mit der neuen Broschüre ‚‚Imkerei in Baden-Württemberg –– Hobby, Genuss, Natur’‘ wollen wir die Lust an der Bienenhaltung und Honigproduktion wecken und praktische Tipps für die Imkerei geben”“, sagte Bonde. Darüber hinaus stehe das Land den Imkerinnen und Imkern mit Beratungsangeboten und praxisnaher Forschung zur Seite. „

„Mit unserem von der EU kofinanzierten Imkereiförderprogramm unterstützen wir insbesondere die Aus- und Fortbildung von Imkerinnen und Imkern, die praxisnahe Forschung in den Bereichen Bienengesundheit und Honigqualität sowie die Bekämpfung des Bienenschädlings Varroamilbe”“, sagte Bonde. „„Der Wissenstransfer zu allen Fragen rund um Bienenhaltung und Imkerei ist der Landesregierung ein wichtiges Anliegen. Deshalb haben Imkerinnen und Imker mit den Bienenfachberatern der Regierungspräsidien, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bienengesundheitsdienste sowie mit den Expertinnen und Experten der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim kompetente Ansprechpartner im Land rund um die Themen Bienen und Imkerei”“, so Bonde.

Auch der Austausch zwischen Imkern und Landwirten sei von großer Bedeutung. „„Landwirtschaft und Imkerei funktionieren am besten Hand in Hand. Mit dem Runden Tisch ‚Imkerei und Landwirtschaft‘ wurde eine Plattform geschaffen, die Imkerinnen und Imker sowie Landwirtinnen und Landwirten einen regelmäßigen Wissens- und Erfahrungsaustausch ermöglicht”“, so der Minister weiter. „„Ob Gemeinden, Straßenbauverwaltungen, Waldbesitzerinnen und -besitzer, Hobbygärtnerinnen und -gärtner: Alle, die Flächen im Land pflegen und bewirtschaften, können einen Beitrag leisten, um die Nahrungsgrundlage für unsere Honigbienen und andere Insekten zu verbessern. Entsprechende Empfehlungen hierzu sind im von den Interessierten stark nachgefragten Bienenweidekatalog dargestellt”“, sagte Bonde abschließend.

Hintergrundinformationen

Die Imkerei hat in Baden-Württemberg traditionell eine große Bedeutung. Bei etwa 18.000 Imkerinnen und Imkern in Baden-Württemberg mit rund 160.000 Bienenvölkern beträgt der Durchschnittsbestand rund 8,5 Völker pro Imkerin/Imker. Die Zahl der Imkerinnen und Imker mit einem Völkerbestand von über 150 wird auf 35 geschätzt. Der überwiegende Anteil der Imkerinnen und Imker im Land betreibt die Imkerei als Hobby. Die Biene ist in Baden-Württemberg nach Rind und Schwein wichtigstes Nutztier und hat für die Landwirtschaft einen hohen ökologischen und ökonomischen Wert.

Das Ziel, Honigbienen und Wildinsekten zu schützen und deren Lebensräume zu erhalten, unterstützt das Land mit vielfältigen Maßnahmen. Die neue Broschüre „„Imkerei in Baden-Württemberg –– Hobby, Genuss, Natur“” ist ein weiterer Baustein im gesamtheitlichen Konzept zum Schutz und zur Förderung von Honigbienen und Wildinsekten sowie der Imkerei in Baden Württemberg. Sie enthält unter anderem praktische Hinweise und Informationen zum Handwerk Imkerei und erleichtert Interessierten den Einstieg. Mit dieser Broschüre, an der zahlreiche Expertinnen und Experten mitgewirkt haben, wird das Informationsangebots des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz ergänzt, das bereits den „„Bienenweidekatalog –– Verbesserung der Bienenweide und des Artenschutzes“” herausgegeben hat. 

Broschüre: „Imkerei in Baden-Württemberg –– Hobby, Genuss, Natur“” (PDF)

Broschüre: „Bienenweidekatalog –– Verbesserung der Bienenweide und des Artenschutzes“” (PDF)

Bienenweidenkatalog: Webseite mit Datenbanken

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