Schule

Großes Interesse an Sommerschulen

Schüler während des Unterrichts im Klassenraum (Foto: Patrick Seeger / dpa)

In den Sommerschulen sollen Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf die Chance erhalten, ihre schulischen und sozialen Kompetenzen bestmöglich weiterzuentwickeln. Um das große Interesse an dem Bildungsangebot bedienen zu können, hat das Kultusministerium die Fördersumme erhöht.

Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann hat die Sommer­schule am Technischen Gymnasium der Carl-Bosch-Schule in Heidelberg besucht. Mit seinem Angebot einer Sommerschule gehört das Gymnasium zu den insgesamt zehn beruflichen Schulen, die in diesem Jahr Schülerinnen und Schülern anbieten, auch in den Ferien etwas zu lernen. Als Starterschule ist die Carl-Bosch-Schule seit der Ausweitung des Konzepts auf die beruflichen Schulen im Jahr 2017 bei der Sommerschule dabei. „Hier wird die Sommerschule mit einem Konzept umgesetzt, das gut durchdacht ist und in den vergangenen Jahren zudem gezielt weiterentwickelt wurde“, sagt Kultusministerin Eisenmann.

Sie erklärt: „Die Schüler beschäftigen sich mit Lernstoff aus Mathematik, Deutsch und Englisch. Und das auf sehr anschauliche Art und Weise, denn die Lehrkräfte gestalten das Lernen mit vielen praktischen Teilen, in denen die Schüler selbst forschen, werken und ausprobieren.“ So nutzt die Carl-Bosch-Schule ihre technische Infrastruktur als berufliche Schule, um 30 Schülerinnen und Schülern intensive Praxiseinheiten in der Metall-, Kraftfahrzeug-, Orthopädie-, Informations- und Elektrotechnik anzubieten. Die Kooperationspartner, das Technoseum Mannheim, das Carl-Bosch-Museum Mannheim und die Tschira-Stiftung, unterstützen die Schule dabei.

Konzept für Schüler, die im kommenden Jahr auf die Schule wechseln

Die Sommerschule an der Carl-Bosch-Schule richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 bis 10 der Realschulen und Gymnasien in Heidelberg. Dabei werden insbesondere diejenigen angesprochen, die nach den Ferien das sechsjährige Technische Gymnasium ab Klasse 8, das dreijährige Technische Gymnasium ab Klasse 11 oder das zweijährige Technische Berufskolleg anstreben. Über die Sommerschule erhalten die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in die berufliche Schule, sie lernen ihre zukünftigen Lehrkräfte kennen und beschäftigen sich schon einmal mit Themen, die sie in den kommenden Jahren erwarten. „So können sie sich optimal auf das anstehende Schuljahr an der neuen Schule vorbereiten“, sagt Eisenmann.

Land fördert mehr als 50 Sommerschulen

An insgesamt 53 Sommerschulen – im Vorjahr waren es 47 Schulen – im Land können die Schülerinnen und Schüler in diesen Sommerferien von einem zusätzlichen Lernangebot profitieren und ein abwechslungsreiches Ferienprogramm erleben – darunter 13 Grundschulen, die nach einer erfolgreichen Pilotphase im vergangenen Jahr nun in größerer Anzahl vertreten sind. Insgesamt nehmen in diesem Sommer 1.400 Schülerinnen und Schüler – im Vorjahr waren es rund 1.100 Schülerinnen und Schüler – am Landesprogramm teil, um sich auf das neue Schuljahr vorzubereiten.

„Die Sommerschulen sind ideal für Schüler, die sich in den Hauptfächern unsicher fühlen und mehr üben möchten, einen Motivationsschub brauchen oder wieder mehr Spaß am Lernen finden wollen. Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass wir dieses Potenzial auch weiter nutzen sollten“, sagt Kultusministerin Eisenmann. Sie verweist dabei auf die Evaluationsergebnisse der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg, die 2011 der Sommerschule nachhaltige positive Effekte bescheinigt hat. Entsprechend groß ist das Interesse: Um alle Anträge berücksichtigen zu können, hat das Kultusministerium die Fördersumme von rund 575.000 Euro im vergangenen Jahr auf nun 750.000 Euro erhöht.