Europa

Grenzüberschreitende berufliche Bildung zwischen Baden-Württemberg und Frankreich entwickelt sich gut

Minister Peter Friedrich (l.) und Philippe Richert (r.), Präsident des elsässischen Regionalrats

„An der deutsch-französischen Grenze wird Europa konkret und nützt den Menschen ganz unmittelbar. Während anderswo europäische Freizügigkeit in Frage gestellt wird, zeigen wir hier für hunderte junge Menschen neue Perspektiven im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit und Fachkräftemangel auf“, sagte der Minister für Bundesrat, Europa und internationale Angelegenheiten Peter Friedrich am Donnerstag (3. September 2015) in Straßburg im Rahmen der zweiten Sitzung des Begleitausschusses zur grenzüberschreitenden beruflichen Bildung am Oberrhein.

Gemeinsam mit Philippe Richert, dem Präsidenten des elsässischen Regionalrats, mit Stéphane Fratacci, dem neuen Präfekten des Elsass, mit Jacques-Pierre Gougeon, dem Rektor der Académie de Strasbourg und mit Werner Schreiner, dem rheinland-pfälzischen Beauftragten für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zog der Europaminister Bilanz über das zweijährige Bestehen der Rahmenvereinbarung zur grenz-überschreitenden Ausbildung am Oberrhein und diskutierte die weiteren Schritte eines umfangreichen INTERREG-Projekts, das die Umsetzung des Rahmenabkommens noch stärker voran bringen soll.

„Mit der Rahmenvereinbarung zur grenzüberschreitenden beruflichen Bildung haben wir vor zwei Jahren eine wichtige Grundlage für das Entstehen eines echten grenzüberschreitenden Arbeitsmarkts geschaffen und können erste, sehr erfreuliche Erfolge verzeichnen“, bilanziert Friedrich: 177 grenzüberschreitende Ausbildungsverträge wurden mittlerweile unterzeichnet, 75 französische Jugendliche absolvieren darüber hinaus ihre Ausbildung komplett in Deutschland, der Abschluss weiterer Ausbildungsverhältnisse ist noch für diesen Herbst vorgesehen. Hinzu kommen 709 grenzüberschreitende Qualifizierungsmaßnahmen, Vermittlungspraktika und Sprachkursteilnahmen, die zu neuen Arbeitsverträgen für Grenzgänger führen. „Nun gilt es, die Möglichkeiten und die Vorteile dieser Ausbildung noch stärker bekannt zu machen und intensiv für die duale Berufsausbildung zu werben“, betonte der Minister im Rahmen der Sitzung.

Rund 23.000 Arbeitnehmer pendeln bereits heute täglich von Frankreich über den Rhein. Durch den Fachkräftemangel werden der baden-württembergischen Wirtschaft zwischen 2015 und 2030 zudem jährlich rund 200.000 qualifizierte Arbeitskräfte fehlen.

Um der nachfolgenden Arbeitnehmergeneration die Chancen des grenzüberschreitenden Ausbildungsmarktes aufzuzeigen und die Rahmenvereinbarung in der Praxis noch effektiver umzusetzen, sind die Région Alsace und das Land Baden-Württemberg dabei, gemeinsam mit den Kammern und den weiteren Partnern des Rahmenabkommens ein INTERREG V A-Projekt zur grenzüberschreitenden beruflichen Bildung aufzusetzen. Erfreulicherweise können mit dem neuen INTERREG-Programm Oberrhein ab 2015 auch ganz erhebliche europäische Mittel dafür eingesetzt werden.

„Das Projekt soll verstärkt konkrete Unterstützung vor Ort sowie Informationen über die Bildungswege und Ausbildungstraditionen in Deutschland und Frankreich, Informationen über Aufstiegs- und Karrierechancen sowie die Arbeits- und Lebenskultur beider Länder bieten“, erläuterte der Europaminister. Mit der Genehmigung des Projekts durch den INTERREG-Begleitausschuss wird im Dezember 2015 gerechnet.

Weitere Informationen

Die Rahmenvereinbarung über die grenzüberschreitende berufliche Bildung wurde am 12. September 2013 von 28 Partnern aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Elsass unterzeichnet. Zu diesen Partnern gehören die Bundesländer Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz, der französische Staat, die Region Elsass, die Académie de Strasbourg sowie deutsche und französische Arbeitsagenturen und Kammern.

Die Vereinbarung ermöglicht es Auszubildenden, den theoretischen Teil der Ausbildung in ihrem Heimatland und den praktischen Teil in einem Betrieb im Nachbarland zu absolvieren. Die Jugendlichen erwerben in diesem Rahmen wichtige berufsbezogene Sprachkenntnisse sowie interkulturelle Kompetenzen. Das Diplom wird in dem Land ausgestellt, in dem die theoretische Ausbildung absolviert wurde. Unter der Erfüllung bestimmter Voraussetzungen können Auszubildende auch zu den Prüfungen des Partnerlandes antreten und eine deutsch-französische Doppelqualifikation erlangen.

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