Naturschutz

Gewinner des Wettbewerbs „Blühende Verkehrsinsel“ stehen fest

Blühende Verkehrsinseln (Grafik: © Verkehrsministerium Baden-Württemberg)

Die Gemeinde Karlsdorf-Neuthard ist eine der Siegerinnen des Wettbewerbs „Blühende Verkehrsinsel“ und darf sich über die Auszeichnung „Goldene Wildbiene“ freuen. Und das ist kein Wunder, denn am Verkehrskreisel an der Sebastianallee und der Büchenauer Straße summt und brummt es pausenlos.

Es summt und brummt am Verkehrskreisel Sebastianallee und Büchenauer Straße in der Gemeinde Karlsdorf-Neuthard. Kein Wunder, denn die Gemeinde ist eine der Siegerinnen des diesjährigen Wettbewerbs „Blühende Verkehrsinsel“
2018 rief das Verkehrsministerium erstmalig die Landkreise, Städte und Gemein-den Baden-Württembergs auf, mitzumachen. Es gab viele Bewerbungen – über die Auszeichnung „Goldene Wildbiene“ können sich neben Karlsdorf-Neuthard noch Bietigheim-Bissingen, Heidenheim, Karlsruhe, Lörrach, Ludwigsburg, der Ortenaukreis, Stutensee, Stuttgart und Vaihingen an der Enz freuen. Im Herbst 2019 erfolgt der Aufruf für die zweite Wettbewerbsrunde 2020.

Fachliche Expertise und ganzheitliche Konzepte überzeugen 

Karlsdorf-Neuthard, der Ortenaukreis und die Stadt Bietigheim-Bissingen überzeugten die Jury besonders mit ihrem ganzheitlichen Konzept, das von großer fachlicher Expertise zeugt, da es auch Nisthilfen anbietet sowie Schulungsangebote für Auszubildende der Straßenmeistereien vorsieht. Als Dank für dieses herausragende Engagement hat Verkehrsminister Winfried Hermann die Auszeichnung „Goldene Wildbiene“ persönlich an Sven Weigt, Bürgermeister von Karlsdorf-Neuthard, überreicht (Samstag, 31. August). Im Rahmen seiner Sommertour reist Hermann mit der „Goldenen Wildbiene“ im Gepäck auch noch nach Bietigheim-Bissingen (Donnerstag, 5. September) und in den Ortenaukreis (Sonntag, 8. September).

Hermann gratulierte allen Gewinnern und lobte ihren vorbildlichen Einsatz für die heimischen Insekten. Mit Blick auf die „Blühende Verkehrsinsel“ in Karlsdorf-Neuthard sagte der Minister: „Ich freue mich zu sehen, wie vor Ort aktiver Artenschutz an Straßen erfolgreich umgesetzt wurde. Sie zeigen, dass Ihnen Schutz unserer Insekten wichtig ist. Und egal ob Sieger oder nicht: Die Hauptgewinner sind die gefährdeten Insekten. Mit den naturnah umgestalteten Flächen haben Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und viele andere Arten dringend benötigten Lebensraum zurückgewonnen.“

Blühende Verkehrsinseln: Mit den Kommunen für mehr Artenschutz 

Baden-Württemberg suchte mit dem Wettbewerb „Blühende Verkehrsinsel“ pollen- und nektarreich umgestaltete Flächen an kommunalen Kreisverkehren oder Rastplätzen, die Insekten mithilfe einheimischer Pflanzenarten Nahrungsquellen und Nistplätze bieten. Die Gewinner gelten für Baden-Württemberg als Leuchtturmbeispiele des Artenschutzes an Verkehrswegen und werden mit der landesweiten Auszeichnung „Goldene Wildbiene“ geehrt. Die Auszeichnung kommt den Gewinnern in Form eines für sie angefertigten Schildes zu, um ihren Einsatz für den Erhalt der biologischen Vielfalt dauerhaft sichtbar zu machen. Zugleich werden sie als Leuchtturmbeispiele auf der Website des Verkehrsministeriums porträtiert.

Hermann erklärte: „Der Artenschwund schreitet auch in Baden-Württemberg immer noch voran. Nur durch gemeinsame Anstrengungen kann es gelingen, diesen bedrohlichen Trend zu stoppen. Es stimmt mich zuversichtlich, dass uns Karlsdorf-Neuthard und zahlreiche andere Kommunen bei unseren Bemühungen zum Erhalt der Artenvielfalt so engagiert unterstützen.“

Jury berücksichtigte Nisthilfen, bürgerliche Partizipation und langfristige Pflegepläne

Einer Fachjury aus Vertretern des Verkehrsministeriums, des Landesnaturschutzverbandes Baden-Württemberg, des BUND Baden-Württemberg, des NABU Baden-Württemberg und der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen haben die Gewinnerkommunen ausgewählt. Bewertet wurde unter anderem die verwendete Saatgutmischung, die fachliche Expertise des Konzepts sowie die Art und Lage der eingereichten Flächen. Auch weitere freiwillige Maßnahmen, wie beispielsweise die Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürgern, das Aufstellen von Nisthilfen oder das Erstellen eines langfristigen Pflegeplans wurden bei der Punktevergabe berücksichtigt. Teilnahmevorrausetzungen waren der Verzicht auf Pestizide sowie die Verwendung von gebietsheimischem, mehrjährigem Saatgut. 

Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt

Das Verkehrsministerium initiierte im Rahmen des „Sonderprogramms zur Stärkung der biologischen Vielfalt“ den Wettbewerb „Blühende Verkehrsinseln“ angesichts des immer dramatischeren Rückgangs von Insekten, darunter auch der Wildbiene. Aktuelle Zahlen belegen, dass rund 42 Prozent der heimischen Insektenarten in ihrem Bestand extrem reduziert oder vom Aussterben bedroht sind. Dieser Rückgang wirkt sich auch auf unser Ökosystem aus: Insekten übernehmen eine Vielzahl an Rollen, die unsere Ernährung und letztendlich unsere Existenz sichert. Daher verpflichtet sich das Land Baden-Württemberg nach dem Motto „Erhalten was uns erhält“ mit dem Sonderprogramm zum Artenschutz. Einsendeschluss für den Wettbewerb war der 31. Mai 2019. Aus insgesamt 30 Bewerbungen wurden von einer Fachjury zehn Gewinner ermittelt.