Wirtschaftskongress

Geschäftsbeziehungen zum Vereinigten Königreich zukunftssicher machen

v.l.n.r.: Der britische Generalkonsul Simon Kendall, der Vorstandsvorsitzende des VfB Stuttgart, Thomas Hitzlsperger, Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut und die Botschafterin des Vereinigten Königreichs in Deutschland, Jill Gallard
v.l.n.r.: Der britische Generalkonsul Simon Kendall, der Vorstandsvorsitzende des VfB Stuttgart, Thomas Hitzlsperger, Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut und die Botschafterin des Vereinigten Königreichs in Deutschland, Jill Gallard

Der Wirtschaftskongress „BW meets UK“ unterstützt Unternehmen bei Fragen und Herausforderungen zur Brexit-Übergangsphase. Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut bedauert, dass bislang keine Einigung auf ein Handelsabkommen zwischen der EU und Großbritannien erreicht wurde.

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut hat heute, 8. Dezember 2020, anlässlich des Wirtschaftskongresses „BW meets UK“ ihr Bedauern darüber ausgedrückt, dass bislang keine Einigung auf ein Handelsabkommen zwischen der EU und Großbritannien erreicht worden sei: „Dass es noch immer keine Einigung zwischen Brüssel und London gibt, ist für unsere Unternehmen äußerst schmerzlich. Für die Unternehmen wäre ein Abkommen mit klaren Wettbewerbsregeln enorm wichtig, um in dieser ohnehin sehr herausfordernden Zeit zumindest ein wenig Planungssicherheit zu haben. Ich appelliere daher weiterhin an alle Beteiligten, im Sinne der Wirtschaft und der Arbeitsplätze wirklich jeden Verhandlungsspielraum nochmals genau zu prüfen und zu nutzen, um möglichst rasch doch noch zu einem Kompromiss zu kommen“, sagte die Ministerin. „Für unsere Unternehmen gilt es nun, sich in den verbleibenden drei Wochen weiterhin gut vorzubereiten, gleichzeitig aber auch nach vorne zu schauen. Denn die Zusammenarbeit mit den britischen Partnern wird auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen.“

Der virtuelle Wirtschaftskongress „BW meets UK“ wurde gemeinsam vom Wirtschaftsministerium, der britischen Botschaft und dem britischen Generalkonsulat sowie den Kammern und Wirtschaftsverbänden initiiert und unterstützt Unternehmen bei ihren Fragen und Herausforderungen zum Ablauf der Brexit-Übergangsphase. „Wir möchten unsere Unternehmen auf diese Wege über die Detailregelungen ab 2021 informieren, beispielsweise unter welchen Bedingungen der Handel mit dem Vereinigten Königreich möglich sein wird, und aufzeigen, wie die wirtschaftlichen Verbindungen auch in Zukunft positiv gestaltet werden können“, so Hoffmeister-Kraut zum heutigen Programm.

Vereinigtes Königreich ist einer der wichtigsten Handelspartner Baden-Württembergs

Es sei ausgesprochen wichtig, die Beziehungen zum Vereinigten Königreich zukunftssicher zu machen, betonte Hoffmeister-Kraut. „Das Vereinigte Königreich gehört zu den ältesten Handelsnationen der Welt. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt ist Großbritannien heute die fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt. Und Baden-Württemberg ist eine der wirtschaftsstärksten Regionen Europas. Wir sind stark exportorientiert, das Vereinigte Königreich ist einer unserer wichtigsten Handelspartner. Für unseren gemeinsamen zukünftigen Wohlstand ist es wichtig, in einen engen wirtschaftlichen Dialog zu investieren und weiterhin neue Partnerschaften in Schlüsselsektoren aufzubauen. Denn Geschäftsbeziehungen mit dem Vereinigten Königreich werden natürlich auch nach dem Brexit gewinnbringend sein.“

„Um die Beziehungen zum Vereinigten Königreich zukunftssicher zu machen, habe ich bereits im Februar zusammen mit der britischen Seite eine Wirtschafts-Partnerschaftsinitiative zwischen unseren Ländern ins Leben gerufen. Sie soll dazu beitragen, dass wir vor allem in innovativen Sektoren über neue Wertschöpfungsketten gegenseitig profitieren“, erläuterte die Wirtschaftsministerin. Sie sehe viele Felder für zukünftige Kooperationen in Schlüsselbereichen. Das Vereinigte Königreich setze beispielsweise für die Zukunft auf Elektromobilität, wodurch sich großes Potenzial für eine Zusammenarbeit mit dem starken baden-württembergischen Fahrzeugbau und den zahlreichen Zulieferern auch im Maschinenbau anbiete. Hierzu wurden im September sehr erfolgreich erste Fachgespräche geführt und die enge Zusammenarbeit angestoßen. Weitere Anknüpfungspunkte sehe sie etwa in der Gesundheitswirtschaft, bereits Anfang 2021 sind Expertenaustausche geplant. Auch die Bereiche Kultur- und Kreativwirtschaft sowie Digitalisierung und KI werden in den Blick genommen. „In diesen Bereichen lohnt sich eine Zusammenarbeit mit britischen Partnern auch in Zukunft ganz besonders. Das Vereinigte Königreich und Baden-Württemberg sind in diesen Feldern stark und innovativ und können gemeinsam viel erreichen, wenn jeder seine besonderen Stärken und eigenen Kompetenzen einbringt“, erklärte Hoffmeister-Kraut.

Wirtschaftsbeziehungen auf die nächste Stufe heben

Botschafterin Jill Gallard: „Baden-Württemberg ist ein wichtiger Handelspartner für das Vereinigte Königreich. Gemeinsam haben wir den Ehrgeiz, unsere Wirtschaftsbeziehungen auf die nächste Stufe zu heben und sowohl die wichtigsten Chancen als auch die Herausforderungen anzunehmen, denen unsere Volkswirtschaften jetzt und in Zukunft gegenüberstehen. Ich bin ein optimistischer Mensch. Deshalb bin ich zuversichtlich, dass unsere beiden Länder, mit unserer gemeinsamen Geschichte und den Werten, die wir teilen, immer Freunde, Partner und Verbündete bleiben werden: gerade bei der wirtschaftlichen Zusammenarbeit sehen wir viel Potentiale.“

Generalkonsul Simon Kendall: „Die im September veröffentlichte Studie ‚Stronger Together. Gemeinsam Stärker‘ hat aufgezeigt, welch enormes Potential in unseren Handelsbeziehungen steckt. Die Unternehmenskultur in Baden-Württemberg ist beeindruckend, vor allem die Fülle an weltklassigen, dynamischen, gut organisierte Familienunternehmen ist bemerkenswert. Auch das Vereinigte Königreich hat sehr viel zu bieten in dieser Partnerschaft. Wir sind bekannt für unsere Innovationsstärke und Pragmatismus. Da ähneln sich unsere beiden Länder sehr. Dieser Wirtschaftskongress ist ein Teil unserer Bemühungen, die Unternehmen in Baden-Württemberg bei der Vorbereitung auf das Ende der Übergangszeit zu unterstützen. Schlussendlich geht es darum, vor allem für die kleinen und mittelständischen Unternehmen in Baden-Württemberg und im Vereinigten Königreich Möglichkeiten zu finden, um die Innovationsfähigkeit und damit Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Wir stehen vor den gleichen großen globalen Herausforderungen und ich bin zuversichtlich, dass wir diese auch zusammen meistern werden.“

Handel mit Großbritannien

Im letzten Jahr sind Waren im Wert von mehr als zehn Milliarden Euro aus Baden-Württemberg ins Vereinigte Königreich exportiert worden. Großbritannien belegt damit konstant den sechsten Rang in der Exportstatistik. Innerhalb der EU hat es bis zu seinem Austritt nach Frankreich und den Niederlanden auf Rang drei gelegen. Vor allem Autos und Maschinen, aber auch pharmazeutische Erzeugnisse aus dem deutschen Südwesten sind in Großbritannien beliebt. Auf britischer Seite wird „Made in Baden-Württemberg“ weiterhin stark nachgefragt.

Ohne Abkommen würden ab Januar die Regeln der Welthandelsorganisation greifen. Dies würde eine große Verschlechterung der Handelsbedingungen darstellen und hätte durch neue Bürokratien und Kostensteigerungen erhebliche Konsequenzen für die exportstarken Unternehmen im Südwesten.

Wirtschaftsministerium: Brexit

Wirtschaftsministerium Mediathek: Fotos des Kongresses

Radschnellweg zwischen Böblingen und Sindelfingen. (Bild: Christoph Schmidt / dpa)
  • Radverkehr

Austausch mit niederländischen Radverkehrsexperten

Zwei Bauarbeiter fügen beim Bau eines Holzhauses vorgefertigte Balken zu einer Hauswand aufeinander. (Foto: © dpa)
  • Holzbau

Gebäudeaufstockung in Holzbauweise in Esslingen-Berkheim

Das Wort-Bild-Logo der 17. Frauenwirtschaftstage 2021.
  • Gleichstellung

Auftaktveranstaltung der 17. Frauenwirtschaftstage am 27. September

Logo der Kampagne Start-up BW. (Bild: Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg)
  • Gründerszene

Vorstellung des ersten Start-up Atlas im Land

Verkehrsministerium (Bild: Joachim E. Roettgers GRAFFITI)
  • Verkehr

Mobilität und Digitalisierung rücken zusammen

Menschen gehen durch die Fußgängerzone.
  • Einzelhandel

Sofortprogramm für Einzelhandel und Innenstädte aufgelegt

  • Weltausstellung

Baden-Württemberg Haus auf der Expo 2020 Dubai

  • Haushalt

Baden-Württemberg robust aus der Krise bringen

Ein mit Solarzellen ausgerüstetes Einfamilienhaus.
  • Energieeffizienz

Studie: So muss ein zukunftsfähiges Gebäude-Energiegesetz aussehen

Motiv "Aufs Amt in Unterwäsche" zu digitalen Behördengängen der Kampagne "Alles beim Neuen".
  • Digitalisierung

Baden-Württemberg ist Spitzenreiter bei digitalen Verwaltungsleistungen

  • Landesregierung

Bericht aus dem Kabinett vom 21. September 2021

Ein Mann betankt ein Automobil mit Wasserstoff.
  • Wasserstoff

Wasserstoffverbrennungsmotoren als nachhaltige Alternative für Mobilitätswende

Visualisierung der künftigen Mensa der Universität Freiburg
  • Vermögen und Hochbau

Sanierung und Erweiterung der Mensa der Technischen Fakultät der Universität Freiburg beginnt

Der Roboter «Apollo» steht in einem Labor des Max Planck Instituts für intelligente Systeme in Tübingen. (Bild: Wolfram Kastl / dpa)
  • Künstliche Intelligenz

Bundesratantrag zu nachvollziehbaren KI-Regulierungen erfolgreich

  • Ressourceneffizienz

534.000 Euro für Förderung ressourceneffizienter Technologien

Kunststaatssekretärin Petra Olschowski übergibt dem Staatssekretär und Präsidenten des Bundes Deutscher Blasmusikverbände Dr. Patrick Rapp den Förderbescheid zum Neubau der Musikakademie des Bundes Deutscher Blasmusikverbände.
  • Kunst und Kultur

Neun Millionen Euro für neue Blasmusikakademie in Staufen

Zwei Mitarbeiter erledigen letzte Arbeiten an dem Sende- und Empfangsgerät des Satelliten TerraSar-X. (Foto: dpa)
  • Forschung und Entwicklung

Südwesten weiterhin Spitzenreiter bei FuE-Investitionen

Ein Bauarbeiter bedient eine große Baumaschine auf einer Autobahnbaustelle. (Bild: © dpa)
  • Strasse

Neue Schulungssoftware in der Straßenbauverwaltung sorgt für mehr Sicherheit

Erdgeschoss Dürnitzhalle
  • Vermögen und Hochbau

Umbau der Dürnitzhalle im Landesmuseum Württemberg abgeschlossen

Eine Lehrerin mit Mundschutz gibt zwei Schülern einer Grundschule im Rahmen der sogenannten "Lernbrücken" Nachhilfe.
  • Schule

Großes Interesse am Kongress zur digitalen Bildung am 2. Oktober

P und VP CSBW
  • Cybersicherheit

Führungsduo für Cybersicherheitsagentur ernannt

Erstes Brennstoffzellen Müllfahrzeug in Süddeutschland
  • Energiewende

Zweitägiger f-cell-Kongress in Stuttgart

Ein Smartphone wird gehalten. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
  • Gesellschaftlicher Zusammenhalt

Entschlossen gegen Hass und Hetze

Portrait von Finanzminister Dr. Danyal Bayaz
  • Steuerhinterziehung

Betrug an uns allen

Brennende Kerzen in der Dunkelheit.
  • Gedenken

Gedenken an den 11. September 2001