Ausbildung

Förderung von überbetrieblichen Berufsausbildungslehrgängen

Alaa Abdulhak und Ibrahim Hamada, jugendliche Flüchtlinge aus Syrien, arbeiten in der Metallausbildungswerkstatt bei Siemens in Karlsruhe an einer Drehbank. (Bild: dpa)

Mit rund zehn Millionen Euro fördert das Wirtschaftsministerium in diesem Jahr überbetriebliche Berufsausbildungslehrgänge. 92.800 Auszubildende der Schwerpunkte Handwerk und Bauwirtschaft profitieren.

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut erklärte: „Von unseren überbetrieblichen Ausbildungslehrgängen profitieren vor allem kleine und mittlere Betriebe. Denn deren Auszubildenden lernen hier genau die Ausbildungsinhalte, die der jeweilige Ausbildungsbetrieb aufgrund seiner Größe oder Spezialisierung nicht selber vermitteln kann. So garantieren wir ein hohes Qualitätsniveau in der Berufsausbildung.“ Viele Unternehmen hätten großen Bedarf an beruflich qualifizierten Fachkräften und Auszubildenden: „Ausbilden heißt, nachhaltig Fachkräfte sichern. Durch die überbetrieblichen Lehrgänge, stärken wir deshalb auch die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe“, führte Hoffmeister-Kraut aus. Außerdem, davon sei sie überzeugt, unterstütze die Landesregierung damit die Entwicklungschancen von Jugendlichen, „denn eine Berufsausbildung ist ein ausgezeichnetes Fundament für die berufliche und persönliche Entwicklung junger Menschen“, so Hoffmeister-Kraut.

Lehrgänge werden stetig an technologische Entwicklung angepasst

Die rasche technologische Entwicklung und neu entstehenden Berufsfelder erforderten zusätzliche Lehrgangsinhalte in der überbetrieblichen Ausbildung. „Deshalb werden die Inhalte der Lehrgänge laufend an die technologische Entwicklung angepasst. Und wir stellen fest, dass sie immer stärker von den Betrieben in Anspruch genommen werden“, so Hoffmeister-Kraut weiter.

Die mit Abstand meisten Lehrgänge würden bei den Handwerksorganisationen des Landes durchgeführt, allein hier seien über 64.000 Auszubildende an 6.300 Lehrgängen beteiligt, so die Ministerin: „Das Handwerk steht für eine anspruchsvolle Ausbildung. Das gilt umso mehr, weil die Anforderungen in der Ausbildung und im Betrieb durch die Digitalisierung sowie in der Beratung und im Service ansteigen“, hob sie hervor. Allein im Handwerk würden über 130 vielfältige Ausbildungsberufe angeboten, beispielsweise Oberflächenbeschichter/-in oder Orthopädietechnik-Mechaniker/-in.

Auch die Bauwirtschaft in Baden-Württemberg zähle mit 1.600 Lehrgängen für über 23.500 Auszubildende zu den großen Trägern der überbetrieblichen Ausbildung. Dazu gehörten sowohl große Bauunternehmen als auch kleine und mittelständische Handwerksbetriebe aus den Bereichen Hoch-, Tief-, Straßen- sowie Ausbau. Die überbetrieblichen Lehrgänge erfolgten an den Bildungszentren der Bauwirtschaft in Ergänzung zur betrieblichen Ausbildung. „Dort erwarten die künftigen Fachkräfte am Bau optimale Voraussetzungen, um die vielfältigen Fertigkeiten für ihren zukünftigen Beruf zu lernen – moderne Techniken, neueste Arbeitsmethoden und aktuelle Anwendungsverfahren“, zeigte sich Hoffmeister-Kraut überzeugt. Es gebe 20 verschiedene Ausbildungsberufe in der Bauwirtschaft, wie Trockenbaumonteur/-in, Feuerungs- und Schornsteinbauer/-in oder Betonfertigteilbauer/-in.

Auch die Industrie- und Handelskammern in Baden-Württemberg führen laut der Wirtschafts- und Arbeitsministerin für 5.200 Teilnehmende überbetriebliche Lehrgänge durch. Dazu zählen abwechslungsreiche Berufe wie Technische/-r Produktdesigner/-in oder Fachkraft für Metalltechnik.

Lehrgänge vermitteln spezielle Inhalte

Überbetriebliche Ausbildungslehrgänge werden in Baden-Württemberg in 100 Bildungszentren der Wirtschaftsorganisationen angeboten und vom Wirtschaftsministerium mit jährlich rund zehn Millionen Euro gefördert. Von den etwa 190.000 Auszubildenden im Land nehmen jedes Jahr rund 50 Prozent an aktuellen überbetrieblichen Berufsausbildungslehrgängen teil. Die Inhalte der Lehrgänge werden fortlaufend an neue Berufsbilder und technische Entwicklungen angepasst. Hier lernen die Auszubildenden spezielle Inhalte, die der jeweilige Ausbildungsbetrieb wegen seiner Größe oder Spezialisierung nicht vermitteln kann. Dadurch werden vor allem kleine und mittlere Betriebe in die Lage versetzt, qualifizierte Nachwuchskräfte zu gewinnen. Die Lehrgänge sind ergänzender Bestandteil der betrieblichen Ausbildung und garantieren ein hohes Niveau der immer komplexer werdenden Ausbildung.

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