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Schienenverkehr
  • 20.12.2017

51 Millionen Euro für Elektrifizierung und Ausbau der Schönbuchbahn

  • Verkehrsminister Winfried Hermann (2.v.r.) bei der Übergabe der Förderbescheide für die Schönbuchbahn (Foto: Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg)

Verkehrsminister Winfried Hermann hat die Förderbescheide für die Elektrifizierung und den Ausbau der Schönbuchbahn übergeben. Der Zweckverband erhält insgesamt Landeszuschüsse in Höhe von 51 Millionen Euro.

Das Verkehrsministerium hat die Förderbescheide für die Elektrifizierung und den Ausbau der Schönbuchbahn sowie für den Neubau des Betriebshofs in Böblingen erteilt. Verkehrsminister Winfried Hermann überreichte den Förderbescheid dem Böblinger Landrat Roland Bernhard. Darin enthalten ist die Zusage an den Zweckverband Schönbuchbahn, das insgesamt circa 103 Millionen Euro teure Ausbauvorhaben mit 37,5 Millionen Euro zu unterstützen.

Davon entfallen circa 28 Millionen Euro auf den Streckenausbau und circa 9,5 Millionen Euro auf den Neubau des Betriebshofs. Hinzukommt die Beteiligung des Landes an den Bahnübergangsmaßnahmen, die weitere 13,5 Millionen Euro ausmacht. In der Summe fördert das Land dieses Projekt also mit 51 Millionen Euro. Die übrigen Kosten für eines der größten Projekte des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) im Land derzeit bringen der Zweckverband Schönbuchbahn beziehungsweise die Landkreise Böblingen und Tübingen auf. Außerdem wird auch die Beschaffung der Fahrzeuge auf der Schönbuchbahn mit fünf Millionen Euro aus dem Programm zur Schienenfahrzeugfinanzierung gefördert.

Menschen zum Umstieg auf die Schiene bewegen

Minister Hermann sagte: „Ich freue mich, dass wir heute einlösen können, was wir im Jahr 2015 im Rahmen einer Absichtserklärung festgehalten hatten. Trotz der gewaltigen Kosten handelt es sich um ein verkehrspolitisch sinnvolles und wegen seines großen Mehrwerts auch um ein wirtschaftliches Projekt, das hoffentlich noch mehr Menschen zum Umstieg auf die Schiene bewegen wird. Die hohe Bedeutung, die das Land diesem Projekt beimisst, wird an der Höhe der Fördersumme offenkundig, die im ÖPNV-Teil des Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (LGVFG) einmalig ist. Hinzukommt, dass das Land auch die Beschaffung der Fahrzeuge aus dem neu aufgelegten Programm zur Schienenfahrzeugfinanzierung mit dem stattlichen Betrag von fünf Millionen Euro fördert.“

Landrat Bernhard erklärte: „Ich freue mich, dass mit dem Förderbescheid die Unterstützung des Landes beim Ausbau der Schönbuchbahn nun endgültig bestätigt ist. Ganz besonders bedanke ich mich bei Verkehrsminister Hermann, der unser Projekt seit Jahren begleitet. Die 37,5 Millionen Euro brauchen wir dringend, um als Zweckverband den Ausbau und die Elektrifizierung zu stemmen. Insgesamt investieren wir dabei mehr als 90 Millionen Euro. Der Ausbau der Strecke und der Bau des Betriebshofes sind in vollem Gange und wir wollen im Herbst 2018 wieder den Betrieb der Bahn aufnehmen.“

Land fördert nachhaltige Verkehrswende

Wenn die Strecke zwischen Böblingen und Dettenhausen elektrifiziert und zwischen Böblingen und Holzgerlingen teilweise zweigleisig ausgebaut ist und mehrere Bahnübergänge beseitigt beziehungsweise modernisiert sind, kann die Schönbuchbahn im 15-Minuten-Takt verkehren. Minister Hermann sagte: „Das ist ein Quantensprung vor allem für die vielen Pendler, denn die bisherigen Kapazitäten sind ausgeschöpft. Verlässliche, enge getaktete Fahrpläne, gesicherte Anschlüsse zur S-Bahn, moderne und umweltfreundliche Fahrzeuge: Die künftige Schönbuchbahn wird in jeder Hinsicht punkten.“ Klimaschutz und Luftreinhaltung sind aus Sicht des Landes zentrale Argumente, um weiter in den Ausbau der ÖPNV-Infrastruktur und ganz konkret in Projekte wie die Schönbuchbahn zu investieren, so Hermann weiter. „Nur so kann eine nachhaltige Verkehrswende gelingen. Angesichts der Debatte um hohe Schadstoffwerte in Stuttgart ist gerade in der Region ein Ausbau des ÖPNV von großer Bedeutung.“

Weitere Informationen

Sowohl der Bau der neuen Betriebswerkstatt am Bahnhof Böblingen als auch der Streckenausbau sind bereits seit November 2016 beziehungsweise September 2017 in vollem Gang. Der ambitionierte Zeitplan sieht vor, dass die Arbeiten bis Ende 2018 abgeschlossen sind. Der 15-Minuten-Takt soll zum Fahrplanwechsel 2018/2019 eingeführt und zunächst mit gemieteten Elektrofahrzeugen gefahren werden. Ab Dezember 2020 sollen neue Fahrzeuge zum Einsatz kommen, deren Anschaffung das Land im Rahmen des unlängst aufgelegten Programms zur Schienenfahrzeugförderung ebenfalls unterstützen wird.


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