Schlösser und Gärten

Finanzierungsvereinbarung für Deutschordensmuseum unterzeichnet

Lothar Barth, der ehemalige Oberbürgermeister von Bad Mergentheim, schaut die berühmte „Berwarttreppe“ im Schloss der Stadt hinunter. (Foto: © dpa)

Ab 2020 wird das Deutschordensmuseum in Bad Mergentheim in den Kreis der Staatlichen Schlösser und Gärten aufgenommen. Die vier Gesellschafter der Museumsgesellschaft haben hierzu eine Finanzierungsvereinbarung unterzeichnet.

Mit der Unterschrift unter eine Finanzierungsvereinbarung haben die vier Gesellschafter der Deutschordensmuseum Bad Mergentheim GmbH heute den Grundstein für die Kooperation mit den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg (SSG) gelegt.

„Ab 2020 wird das Deutschordensmuseum in Bad Mergentheim in die Familie der Schlösser und Gärten aufgenommen“, sagte Finanzstaatssekretärin Gisela Splett. „Neben einzigartigen Exponaten sind architektonische Besonderheiten wie die freitragende Wendeltreppe immer einen Besuch wert.“ Im vergangenen Jahr sei intensiv an den komplexen rechtlichen und finanziellen Aspekten der Kooperation gearbeitet worden. Die getroffene Vereinbarung schaffe die finanzielle Grundlage für eine zukunftssichere Weiterentwicklung des Museums in den nächsten zehn Jahren.

Überregionale Vermarktung nachhaltig stärken

Oberbürgermeister Udo Glatthaar bekräftigte, dass es darum gehe, „der kulturtouristischen Bedeutung unseres Schlosses noch gerechter zu werden und die überregionale Vermarktung nachhaltig zu stärken“. Dafür sei die SSG der ideale Partner. „Unser gemeinsames Ziel mit der SSG-Geschäftsführung ist es zudem, das Alleinstellungsmerkmal des Bad Mergentheimer Schlosses als jahrhundertelange Residenz des Deutschen Ordens stärker in den Vordergrund zu rücken“, sagte der Oberbürgermeister.

Den feierlichen Rahmen für die Unterzeichnung der Finanzierungsvereinbarung bot den Vertreterinnen und Vertretern der vier Gesellschafter, das Land Baden-Württemberg, die Stadt Bad Mergentheim, der Main-Tauber-Kreis und der Verein Deutschordensmuseum, die Ausstellungseröffnung „Der Deutsche Orden im Südwesten“. Sie ist Teil des Jubiläumsprogrammes „800 Jahre Deutscher Orden in Bad Mergentheim“. Für das Land unterschrieben Finanzstaatssekretärin Splett, für die Stadt Oberbürgermeister Glatthaar, für den Main-Tauber-Kreis Erster Landesbeamter Dr. Ulrich Derpa und für den Verein Deutschordensmuseum Gernot-Uwe Dziallas.

Die Staatlichen Schlösser und Gärten werden zum 1. Januar 2020 die Geschäftsführung der Deutschordensmuseum Bad Mergentheim GmbH, den Betrieb sowie die Weiterentwicklung und die Vermarktung des Museums übernehmen. Das Personal der Einrichtung wird ebenfalls von der SSG übernommen. Die Deutschordensmuseum Bad Mergentheim GmbH bleibt mit ihrer bestehenden Gesellschafterstruktur erhalten. Die Finanzierungsvereinbarung sieht vor, dass sich die jährlichen Zuschüsse aller Gesellschafter ab dem 1. Januar 2021 um jährlich drei Prozent erhöhen. So soll die Finanzierung der GmbH gesichert werden.

Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg sind der mit Abstand größte kulturtouristische Anbieter in Baden-Württemberg. Aktuell betreuen sie 61 Monumente mit jährlich rund 4 Millionen Besucherinnen und Besuchern. Besonders zählen hierzu das Schloss Heidelberg mit 1,15 Millionen Gästen pro Jahr, Schloss und Schlossgarten Schwetzingen (725.000 Gäste) und Schloss Ludwigsburg (351.000 Gäste). Schloss Weikersheim ist mit 101.000 Gästen pro Jahr ebenfalls ein Besuchermagnet.

Das Schloss Bad Mergentheim gehört dem Land Baden-Württemberg, das für den baulichen Erhalt zuständig ist. Den Museumsbetrieb im Schloss verantwortet die Deutschordensmuseum Bad Mergentheim GmbH, die von den vier Gesellschaftern Land Baden-Württemberg, Stadt Bad Mergentheim, Verein Deutschordensmuseum Bad Mergentheim e.V. und Main-Tauber-Kreis getragen wird.