Heimerziehung

Eröffnung der Wanderausstellung zur Heimerziehung in Baden-Württemberg 1949-1975

Katrin Altpeter, Ministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren (Bild: © dpa)

Das Landesarchiv Baden-Württemberg hat heute seine Wanderausstellung „Verwahrlost und gefährdet? Heimerziehung in Baden-Württemberg 1949-1975“ im Haus der Abgeordneten in Stuttgart in Anwesenheit von Sozialministerin Katrin Altpeter und Landtagsvizepräsident Wolfgang Drexler eröffnet.

Die Ausstellung leistet einen Beitrag zur Aufarbeitung der Geschehnisse in baden-württembergischen Kinderheimen. Zwischen 1949 und 1975 existierten allein in diesem Bundesland über 600 Säuglings-, Kinder- und Jugendeinrichtungen. Während für einige Kinder und Jugendliche das Heim die Rettung vor unzumutbaren Familienverhältnissen bedeutete, begann für andere ein Spießrutenlauf aus Einschüchterung und Gewalt bis hin zu sexuellem Missbrauch.

„Es war dringend an der Zeit, die Missstände in der Heimerziehung aufzuarbeiten und öffentlich zu machen. Viele ehemalige Heimkinder haben über die erlittenen körperlichen und seelischen Misshandlungen und Demütigungen jahrzehntelang geschwiegen, auch weil es in der Gesellschaft lange keinen Willen zur Aufklärung gab. Mit dieser umfassenden und bundesweit einzigartigen Ausstellung des Landesarchivs macht die Landesregierung deutlich, dass diese Zeiten vorbei sind. Wir wollen aufklären und wir wollen, dass sich so etwas nie wieder wiederholt“, so Sozialministerin Altpeter im Rahmen der Eröffnung.

Ehemaligen Heimkindern bei der Recherche helfen

Bereits seit 2012 setzt sich das Landesarchiv Baden-Württemberg im Rahmen des Projekts „Heimerziehung in Baden-Württemberg 1949-1975“ nicht nur historisch mit den Erlebnissen und Schicksalen ehemaliger Heimkinder auseinander, sondern unterstützt Betroffene konkret bei der Recherche heimbezogener Daten und Akten.

„In welchen Dimensionen sich die Resonanz bewegt, zeigen die 1.400 Anfragen, die seit der Einrichtung der Stelle eingegangen sind. Diese Zahl unterstreicht auch nochmals eindrucksvoll die gesellschaftliche Relevanz des Themas wie auch die Notwendigkeit, den Betroffenen bei Ihren Recherchen fachkundige Hilfestellung zu geben“, so der Präsident des Landesarchivs, Prof. Dr. Robert Kretzschmar.

Heimkinderfonds leistet finanzielle Unterstützung

Bei der Überwindung der Folgen des erlittenen Unrechts ist für Betroffene nicht nur die Möglichkeit hilfreich, die eigene Geschichte mit Hilfe des Landesarchivs aufzuarbeiten. Einen wesentlichen Beitrag hat hierbei auch der von Bund, Ländern, Kirchen und in Baden-Württemberg auch von den Kommunen finanzierte Heimkinderfonds geleistet. „Alle damaligen Träger von Säuglings-, Kinder- und Jugendheimen haben ihre Verantwortung für das in den vergangenen Jahrzehnten geschehene Unrecht anerkannt und sich an dem Fonds beteiligt. Ich bin froh, dass wir dadurch wenigstens heute sicherstellen können, dass Betroffene die Hilfe bekommen, die sie brauchen“, sagte die Ministerin weiter.

Die Idee zur Ausstellung und der dazugehörigen Begleitpublikation wurde im Beirat der Anlauf- und Beratungsstelle „Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1975" Baden-Württemberg entwickelt. Die konkrete Umsetzung erfolgt unter der Federführung des Landesarchivs Baden-Württemberg. Die Mittel für die Finanzierung des Ausstellungsprojekts wurden vom Sozialministerium Baden-Württemberg, dem Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg, der Caritas und der Diakonie in Baden-Württemberg bereitgestellt.

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