Hochbau

Energetische Sanierung von Landesgebäuden

Ein Arbeiter montiert eine Styroporplatte zur Wärmedämmung an eine Fassade. (Symbolbild: © dpa)

Die energetische Sanierung landeseigener Gebäude kommt voran. Im Jahr 2017 wurden 133 energetische und emissionsmindernde Maßnahmen erfolgreich umgesetzt, vor allem an Gebäudehüllen und Anlagentechnik.

Damit konnten noch im vergangenen Jahr rund 14 Millionen Kilowattstunden thermische Energie (Wärme) und 18,5 Millionen Kilowattstunden elektrische Energie (Strom) eingespart werden. Das entspricht einem Energieverbrauch von über 2.000 Haushalten. Die durch Landesgebäude verursachten CO2-Emissionen sinken damit um 3.700 Tonnen jährlich.

„Die Bilanz, die unser Landesbetrieb Vermögen und Bau für das vergangene Jahr vorweisen kann, ist beeindruckend“, sagte Finanzstaatssekretärin Gisela Splett. „Wir sind auf einem guten Weg hin zu einer weitgehend klimaneutralen Landesverwaltung.“

Mehr erneuerbare Energien bei Heizung und Strom

Auch der verstärkte Einsatz erneuerbarer Energien spiegelt sich in der Bilanz wider. Im Wärmebereich spielt insbesondere der Einsatz von Biomasse in Form von Holzpellets oder Holzhackschnitzeln eine große Rolle. Bisher werden in Landesgebäuden jährlich 180 Millionen Kilowattstunden Wärme aus erneuerbaren Energien bereitgestellt. Dies entspricht einem Anteil von 11,3 Prozent am gesamten Wärmebedarf. Für die Stromerzeugung werden Photovoltaik-Anlagen auf Landesliegenschaften intensiv genutzt. Bis Ende 2017 wurden 97.500 Quadratmeter Photovoltaik-Fläche auf Landesgebäuden und landeseigenen Freiflächen installiert. Die installierte Leistung beträgt etwa 12.000 Kilowatt Peak – damit wird so viel Strom erzeugt, wie rund 3.500 Vierpersonen-Haushalte verbrauchen.

Seit 1990 konnten mit den energetische Maßnahmen sowie dem Einsatz erneuerbarer Energien in Landesliegenschaften insgesamt über 310.000 Tonnen bei den jährlichen CO2-Emissionen eingespart werden. Dies entspricht einer Reduzierung um über 46 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990. Damit ist das Klimaschutzziel für das Jahr 2020, das eine Reduzierung um 40 Prozent gegenüber 1990 vorsieht, bereits vorzeitig erreicht.

„Unser nächster Meilenstein ist das Klimaschutzziel für 2030. Bis dahin sollen die CO2-Emissionen in Landesgebäuden gegenüber dem Basisjahr 1990 um 60 Prozent gesenkt werden“, sagte Splett. „Wir haben die Weichen so gestellt, dass wir auch dieses wichtige Ziel mit zahlreichen Maßnahmen in unseren Gebäuden erreichen werden.“

Beispiele für energetische Maßnahmen 2017

  • Energetische Sanierung der Gebäudehülle und der Anlagentechnik beim Nachlass- und Betreuungsgericht Schwäbisch Hall:
    Investition: 1,935 Millionen Euro
    Einsparung Wärme: 19.000 kWh/Jahr
    CO2-Minderung: 15,36 Tonnen/Jahr
  • Errichtung einer Photovoltaikanlage auf dem Polizeirevier Achern:
    Investition: 50.000 Euro
    Erzeugter Solarstrom: 22.000 kWh/Jahr
  • Austausch der raumlufttechnischen Anlage, Meidingersaal, Regierungspräsidium Karlsruhe:
    Investition: 255.000 Euro
    Einsparung Wärme: 21.000 kWh/Jahr
    Einsparung Strom: 2.000 kWh/Jahr
    CO2-Minderung: 4 Tonnen/Jahr
  • Energetische Sanierung Flachdach und Gebäudetechnik am Gebäude S der Universität Konstanz:
    Investition: 125.000 Euro
    Einsparung: Wärme 6.760 kWh/Jahr
    CO2-Minderung: 1 Tonne/Jahr
  • Energetische Sanierung der Steuerungstechnik und der Beleuchtung am Gebäude B der Hochschule Furtwangen:
    Investition: 350.000 Euro
    Einsparung Strom: 143.000 kWh/Jahr
  • Errichtung einer Photovoltaikanlage auf der Mensa am Schloss des Studierendenwerks Mannheim:
    Investition: 235.000 Euro
    erzeugter Solarstrom: 166.200 kWh/Jahr
  • Umrüstung der Beleuchtung auf LED-Technologie in diversen Gebäuden der Universität Mannheim:
    Investition: 80.000 Euro
    Einsparung Strom: 82.000 kWh/Jahr
  • Errichtung eines Blockheizkraftwerks an der Hochschule Pforzheim:
    Investition: 550.000 Euro
    CO2-Minderung: 174 Tonnen/Jahr
  • Energetische Sanierung der Gebäudehülle und Gebäudetechnik, Einbau Pelletkessel am Grundbuchamt in Ravensburg:
    Investition: 936.500 Euro
    Einsparung Wärme: 125.000 kWh/Jahr
    CO2-Minderung: 18 Tonnen/Jahr
  • Energetische Sanierung der Gebäudehülle und Gebäudetechnik am Gebäude G des Bildungszentrums Schwäbisch Gmünd:
    Investition: 800.000 Euro
    Einsparung Wärme:156.000 kWh/Jahr
    Einsparung Strom: 5.000 kWh/Jahr
    CO2-Minderung: 32 Tonnen /Jahr

Klimaschutzstrategie der Landesregierung

Die Klimaschutzstrategie der Landesgebäude ist im Energie- und Klimaschutzkonzept für landeseigene Liegenschaften verankert, das die damalige Landesregierung am 11. Dezember 2012 beschlossen hat. Es sieht eine Reduzierung der CO2-Emissionen bis 2020 um mindestens 40 Prozent und bis 2030 um mindestens 60 Prozent gegenüber 1990 vor. Eckpfeiler dieses Konzepts sind die energetische Sanierung der Bestandsgebäude, Errichtung energieeffizienter Neubauten, der verstärkte Einsatz erneuerbarer Energien und die Optimierung des Gebäudebetriebs. Die Energiebilanz der Landesgebäude wird regelmäßig veröffentlicht, letztmalig im Energiebericht 2017.

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