E-Mobilität

Elektrischer Bürgerbus wird im Land getestet

Elektrisch betriebener Bürgerbus.

Künftig fährt in Ebersbach an der Fils, Salach, Uhingen und Wendlingen am Neckar ein elektrisch betriebener Bürgerbus. Mit dem Projekt soll der Einsatz von elektrischen und Hybrid-Bürgerbussen in der Region Stuttgart getestet werden.

„Bürgerbusse finden in der Mobilität im ländlichen Raum immer mehr Zuspruch. Mit einem elektrisch angetriebenen Bus gehen wir jetzt auch beim Antrieb neue Wege“, so Verkehrsminister Winfried Hermann anlässlich der Auslieferung des ersten elektrischen Bürgerbusses. Im Rahmen eines Mobilitätsprojekts wird der Bürgerbus künftig in Ebersbach an der Fils, Salach, Uhingen und Wendlingen am Neckar fahren. Das Land Baden-Württemberg fördert das Projekt im Rahmen des Programms NAMOREG (Nachhaltig mobile Region Stuttgart).

Neue Wege für Mobilität im Ländlichen Raum

Ziel des vom Verkehrsministerium Baden-Württemberg geförderten Projektes „e-Bürgerbus“ ist die praktische Erprobung und Evaluation des Einsatzes von elektrisch betriebenen oder mit Hybridantrieb ausgestatteten Bürgerbussen in der Region Stuttgart. Das Modellprojekt soll auch die lebendigen Bürgerbusvereine stärken. Projektpartner sind das Betriebswirtschaftliche Institut (Lehrstuhl für ABWL und Wirtschaftsinformatik II) sowie das Institut für Eisenbahn- und Verkehrswesen der Universität Stuttgart, die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg mbH (NVBW) sowie das Verkehrswissenschaftliche Institut Stuttgart GmbH (VWI). Darüber hinaus unterstützen die Kommunen Ebersbach an der Fils, Salach, Uhingen und Wendlingen am Neckar das Projekt, das auch Teil des „Schaufensters Elektromobilität Baden-Württemberg“ ist. 

Beim Fahrzeug handelt es sich um einen zum Elektrobus umgerüsteten Sprinter. Er muss neben den Anforderungen des Linienverkehrs (bspw. fahrerbedienbare Außentür, liniengerechte Bestuhlung) auch den besonderen Anforderungen der Fahrgäste gerecht werden. Insbesondere mobilitätseingeschränkte Personen müssen bequem ein- und aussteigen können. Außerdem muss das Fahrzeug von ehrenamtlichen Fahrern mit der Führerscheinklasse B fahrbar sein. Das ist nur möglich, wenn das zulässige Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen eingehalten wird. Dies ist bei normalen Bürgerbussen kein Problem, aber bei einem elektrischen Bürgerbus mit einer schweren Batterie. Um das Gewicht einzuhalten, musste das heute ausgelieferte Fahrzeug teilweise umgebaut werden. 

Begleitend zur Fahrzeugbeschaffung wurde der Ist-Zustand der bestehenden Bürgerbusverkehre in den vier beteiligten Kommunen hinsichtlich der Streckenführung, Linienplanung und Fahrplanung analysiert. In dem anschließenden Testbetrieb werden Daten zu realisierbaren Reichweiten bei unterschiedlichen Anforderungsprofilen gesammelt. Auf der Grundlage der Ergebnisse des Projekts kann der Einsatz von e-Bürgerbussen in Abhängigkeit von den örtlichen Verhältnissen konzipiert und umgesetzt werden. Die Ergebnisse können auch für den Vergleich mit konventionell betriebenen Fahrzeugen herangezogen werden. Ein Projektleitfaden wird die Übertragbarkeit der Ergebnisse gewährleisten und kann als Entscheidungsgrundlage zur Förderwürdigkeit konkreter Anwendungsfälle dienen.

Bürgerbusse

Bürgerbusse sind ehrenamtlich betriebene Fahrzeuge, die den bestehenden ÖPNV partnerschaftlich ergänzen und zusätzliche Linien und/oder Fahrtakte anbieten. Aktuell gibt es bundesweit etwa 270 Bürgerbuslinien, knapp 40 davon in Baden-Württemberg. Sie fahren meist in kleineren Orten und werden für Alltagsstrecken und Freizeitfahrten genutzt. Aufgrund der kurzen Wegstrecken von 80 bis 120 Kilometern pro Tag eignen sich die elektrisch betriebenen Bürgerbusse gut als Pilotfahrzeuge für Elektromobilität im ÖPNV.

von links nach rechts: Michael Theurer, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Digitales und Verkehr, Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG, und Ministerpräsident Winfried Kretschmann stehen anlässlich der Sonderfahrt zur feierlichen Eröffnung der Bahn-Neubaustrecke Wendlingen-Ulm in Ulm vor dem Zug.
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