Schiene

Elektrifizierung der Südbahn und der Strecke München-Lindau gestartet

Spatenstich zur Elektrifizierung der Südbahn.

Gleich zwei gute Nachrichten für den Bahnverkehr in Baden-Württemberg. Mit zwei Spatenstichen hat die Elektrifizierung der Südbahn und der Bahnstrecke von München nach Lindau begonnen. Insgesamt investieren der Bund, Bayern, Baden-Württemberg und die Schweiz rund 660 Millionen Euro in die Zukunft der Bahn. Baden-Württemberg beteiligt sich mit gut 112 Millionen Euro an der Elektrifizierung der Südbahn.

Die Deutsche Bahn AG ist bei gleich zwei Großprojekten mit einem offiziellen Spatenstich am gleichen Tag in die Baurealisierung gestartet. Am Vormittag wurde im bayerischen Memmingen der offizielle Spatenstich für die Ausbaustrecke München-Lindau gefeiert. Am Nachmittag gaben im oberschwäbischen Niederbiegen in der Gemeinde Baienfurt Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, der Minister für Verkehr des Landes Baden-Württemberg Winfried Hermann und DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Interessenverbandes Südbahn, Landrat Lothar Wölfle, und dem Baienfurter Bürgermeister Günter A. Binder den Startschuss für die Elektrifizierung der Südbahn.

Der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Andreas Scheuer, sagte zum Baubeginn: „Wir modernisieren zwei wichtige Verkehrsachsen in der Region Oberschwaben/Allgäu – starke Impulse für die Elektromobilität auf der Schiene. Mit den Ländern Bayern, Baden-Württemberg und der Schweiz investieren wir rund 660 Millionen Euro. Die Verbindungen werden attraktiver, die Fahrzeiten kürzer, die Luft sauberer. Das sind große Schritte hin zu unserem Ziel, in den kommenden sieben Jahren 70 Prozent des Schienen-Netzes in Deutschland zu elektrifizieren. Unser Kurs ist klar: Wir wollen die Fahrgastzahlen bis 2030 verdoppeln. Dafür brauchen wir eine pünktliche Bahn mit gutem Service und hoher Qualität.“

Land beteiligt sich mit 112,5 Millionen Euro an Elektrifizierung der Südbahn

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann betonte: „Mit der Elektrifizierung der Südbahn und der Allgäubahn wird das deutsche Schienennetz leistungsfähiger, umweltfreundlicher und zugleich mit der bereits durchgängig elektrifizierten Schweizer Bahn sowie mit Österreich verbunden. Das Land zahlt bei der Südbahn 112,5 Millionen Euro und damit die Hälfte der Baukosten. Nur so konnte der Bund bewegt werden, die bundeseigene Schienenstrecke auszubauen. Die Elektrifizierung macht künftig die schnelle und umsteigefreie Verbindung zwischen Friedrichshafen und Stuttgart möglich und verkürzt damit die Reisezeit. Zudem entsteht eine bessere Verknüpfung mit dem internationalen Personen- und Güterverkehr in Lindau und Bregenz. Ich hoffe die Fahrgäste haben Verständnis für die Einschränkungen während der Bauzeit.“

DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla hob den Beitrag zum Klimaschutz hervor, der mit der Elektrifizierung der beiden Bahnstrecken in Oberschwaben und im Allgäu geleistet wird: „Wir bauen das elektrifizierte Streckennetz allein mit diesen beiden Projekten um knapp 275 Kilometer aus. Das ist Voraussetzung für ein Angebotswachstum im öffentlichen Nahverkehr in der Region. Mit der Elektrifizierung der Strecke verbessern wir zudem den Anschluss der Regionen Bodensee und Oberschwaben an die Fernstrecken Stuttgart-Ulm-Augsburg beziehungweise in Richtung Österreich und Schweiz.“

Kommunale Initiative als Treiber des Projekts Südbahn

Besonders erfreut, dass es jetzt auf der Südbahn mit den Bauarbeiten losgeht zeigte sich der Vorsitzende des Interessenverbandes Südbahn, Landrat Lothar Wölfle: „Ohne die kommunale Initiative wären wir heute nicht soweit. Ich bin den damals Verantwortlichen dankbar, dass sie das Heft in die Hand genommen und mit Kraft und Geld Anschubhilfe geliefert haben. Und ich bin dankbar, dass Bund, Land und Bahn diese Vorleistung aufgenommen und weitergetrieben haben. Die Südbahn ist der Inbegriff der Schwäb’sche Eisebahne‘ sie hat vor 170 Jahren den Süden des Landes an die großen Verkehrsverbindungen angeschlossen und wird künftig elektrisch dieser Aufgabe wieder gerecht.“

Bürgermeister Günter A. Binder ergänzte: „Die Elektrifizierung der Südbahn kommt zum richtigen Zeitpunkt angesichts der Debatte um Luftschadstoffe, Zukunft des Diesels und um zukunftsfähige Mobilität. Mit dem Umspannwerk für die Stromversorgung der Strecke haben wir ein wichtiges Element des Projektes in der Gemarkung unserer Gemeinde.“

Ausbau der Südbahn für Verkehrsanbindung Oberschwabens

Die Elektrifizierung der rund 120 Kilometer langen Südbahn von Ulm bis Friedrichshafen weiter bis Lindau-Aeschach und die abschnittsweise Erhöhung der Streckengeschwindigkeit auf bis zu 160 Stundenkilometer wird in Verbindung mit dem Einsatz neuer elektrischer Triebfahrzeuge für kürzere Fahrzeiten sorgen. Damit ist ein besseres Angebot im Regionalverkehr möglich. Zudem entsteht eine weitere leistungsfähige Bahnverbindung zwischen Deutschland, der Schweiz und Österreich. In Verbindung mit der Neubaustrecke zwischen Stuttgart und Ulm werden sich auch die Reisezeiten von und nach Stuttgart künftig deutlich verkürzen. Mit der Elektrifizierung einer der letzten dieselbetriebenen zweigleisigen Hauptbahnen Deutschlands können moderne umweltfreundliche Elektrofahrzeuge auch die Umweltbelastungen und Emissionen verringern.

Für die Elektrifizierung werden auf der 100 Kilometer langen zweigleisigen Südbahn und auf der 25 Kilometer langen eingleisigen „Bodenseegürtelbahn“ rund 4.000 Masten errichtet und rund 250 Kilometer Oberleitung verlegt. Dabei werden auch Eisenbahn- und Straßenüberführungen angepasst und Arbeiten an den Gleisen durchgeführt. Drei Straßenbrücken, zwei Geh- und Radwegverbindungen und eine Eisenbahnbrücke werden neu gebaut.

Vorbereitende Arbeiten (Rodungsarbeiten) begannen Ende 2017 zwischen Ulm und Laupheim. In diesem Jahr wird zunächst im Abschnitt zwischen Ulm, Laupheim und Aulendorf gebaut. Im kommenden Jahr beginnen auch in den beiden südlichen Abschnitten zwischen Aulendorf, Friedrichshafen und Lindau die Arbeiten, die in allen Bauabschnitten im Jahr 2021 abgeschlossen sein werden. Die Gesamtinvestitionen liegen nach Preisstand 2015 bei rund 290 Millionen Euro.

Teilweise Busse statt Bahnen während der Bauzeit

Ab September 2018 muss die Südbahn abschnittweise für die Bauarbeiten gesperrt werden. Die DB ZugBus Regionalverkehr Alb-Bodensee GmbH hat eine kundenorientierte Konzeption für den Schienenersatzverkehr (SEV) erarbeitet. Die Planungen für ein optimal funktionierendes Busersatzkonzept wurden mit dem Land Baden-Württemberg und dem Interessenverband Südbahn abgestimmt.

Deutsche Bahn: Informationen zum Ersatzverkehr

Deutsche Bahb: Informationen zum Bauprojekt

Quelle:

DB AG
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