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Ländlicher Raum
  • 29.06.2018

Die Zukunft der Mobilität im Ländlichen Raum

  • Podiumsdiskussion (Foto: © Jan Potente)

    Bild: Jan Potente

In Waiblingen tagte eine interministerielle Arbeitsgruppe über die Zukunft der Mobilität im Ländlichen Raum. Dort wurden rund 50 Modellprojekte der vergangenen Jahre ressortübergreifend betrachtet und ausgewertet. Mobilität und Erreichbarkeit seien die Leitmotive eines zukunftsfähigen Ländlichen Raums, sagten Landwirtschaftsminister Peter Hauk und Verkehrsminister Winfried Hermann.

„In der ressortübergreifenden Zusammenarbeit des Kabinettsausschusses Ländlicher Raum wollen wir den Ländlichen Raum auch im Bereich der nachhaltigen Mobilität und einer bürgerfreundlichen Verkehrsinfrastruktur stärken. Moderne verkehrliche Infrastrukturen mit Straßen und Schienen sind für eine zukunftsfähige Gestaltung des Ländlichen Raums ebenso von Bedeutung wie die gesellschaftliche Teilhabe aller Bevölkerungsgruppen durch neue Mobilitätsformen. Das Ziel aller Aktivitäten in diesem Bereich ist die Sicherung von regionalen Erreichbarkeiten der Dienstleistungen und Einrichtungen der Daseinsvorsorge“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz und Vorsitzender des Kabinettsausschusses Ländlicher Raum, Peter Hauk, anlässlich der Tagung „Mobilität im Ländlichen Raum gemeinsam gestalten“ in Waiblingen (Rems-Murr-Kreis).

Ideale Plattform, um Kompetenzen der Ressorts zu bündeln

Der Kabinettsausschuss Ländlicher Raum sei eine ideale Plattform, um Kompetenzen der Ressorts zu bündeln sowie Maßnahmen und Lösungen aus einem Guss anzubieten. Im Rahmen einer interministeriellen Arbeitsgruppe wurden im Kabinettsausschuss rund 50 Modellprojekte der vergangenen Jahre zur Mobilität im Ländlichen Raum ressortübergreifend betrachtet und ausgewertet. Die Tagung „Mobilität im Ländlichen Raum gemeinsam gestalten“ soll weitere Beiträge dazu liefern, wie erfolgreiche Modellprojekte in die Fläche getragen werden und wie neue Mobilitätsmodelle für den Ländlichen Raum aussehen können. Neben Impulsen aus Wissenschaft und Gesellschaft wurden in Praxisforen anhand von Best-Practice-Beispielen diese Themen diskutiert.

„Baden-Württemberg ist bei kreativen Pilot- und Modellprojekten zur Verbesserung der Mobilität im Ländlichen Raum spitze. Gestützt durch großes bürgerschaftliches Engagement wird dabei das gesellschaftliche Leben auf dem Land in seiner breiten Vielfalt abgedeckt. Es muss uns nun gelingen, die Verstetigungen, Übertragbarkeiten und wirtschaftlichen Tragfähigkeiten der Modelle zu optimieren. Gerade wenn Wegstrecken länger und die Dienstleistungsangebote weitmaschiger sind, sind flexible und kreative Angebote gefragt“, so Minister Hauk. Verbesserte Bedarfsanalysen und Kommunikationsstrategien oder die Anpassung von Projektlaufzeiten könnten dabei erste Stellschrauben darstellen. Von entscheidender Bedeutung sei dabei stets die Akzeptanz neue Angebote bei den Nutzerinnen und Nutzern.

Ein „weiter so“ wird nicht mehr ausreichen

„Eine kluge und verantwortungsvolle Verkehrspolitik muss stets das große Ganze im Blick behalten, aber auch die regionalen Unterschiede des Landes erkennen, auf diese reagieren und passende Konzepte zur Sicherstellung der Mobilität ableiten. So sieht ein leistungsfähiger, moderner und attraktiver ÖPNV im Ländlichen Raum anders aus als in den urbanen Zentren. Ein ‚weiter so‘ wird in Zukunft nicht mehr ausreichen, um Mobilität im Ländlichen Raum sicherzustellen. Es wird viel mehr darum gehen, den klassischen ÖPNV durch neue und flexible Konzepte zu ergänzen und zu stärken“, erklärte der Minister für Verkehr Winfried Hermann, dessen Ressort die Federführung der interministeriellen Arbeitsgruppe „Mobilität im Ländlichen Raum“ innerhalb des Kabinettsausschusses innehat.

Neben leistungsfähigen und intakten Infrastrukturen sei für das Gelingen innovativer Modellprojekte insbesondere die Organisation von Mobilität von besonderer Bedeutung. „Neue Mobilität, kann nur gelingen, wenn vor Ort, in den Kommunen und Landkreisen, Wissen darüber herrscht, was die Menschen benötigen. Im Ländlichen Raum muss deshalb Mobilität neu und vor allem miteinander gestaltet und organisiert werden. Dies könnte durch Kümmerer vor Ort unterstützt werden. Diese könnten Akteure zusammenbringen, Themen interkommunal und überregional weiterentwickeln und bei der Umsetzung neuer Modelle aktiv helfen“, sagte Minister Hermann.

Minister Hauk und Minister Hermann waren sich darüber einig, dass das Thema „Mobilität im Ländlichen Raum“ weiter ein Schwerpunkt der inhaltlichen Arbeit des Kabinettsausschusses darstellen wird. „Mobilität und Erreichbarkeit sind die Leitmotive eines zukunftsfähigen Ländlichen Raums. Unkonventionelle Mobilitätslösungen sowie bedarfsgerechte und gesicherte Angebote können nur in einem Miteinander gelingen – sei es in der ressortübergreifenden Zusammenarbeit der Landesministerien oder in der täglichen gelebten Praxis vor Ort in unseren Kommunen und Landkreisen“, unterstrichen die beiden Minister.

Weitere Informationen

Innerhalb des Kabinettsausschusses Ländlicher Raum wurde im Juni 2017 die interministerielle Arbeitsgruppe „Mobilität im Ländlichen Raum“ eingerichtet. In einem ersten Arbeitsschwerpunkt wurde eine ressortübergreifende Erhebung und Auswertung von Mobilitätsprojekten für den Ländlichen Raum durchgeführt. Dies zeichnet sich dadurch aus, dass sich sowohl ein zahlenmäßiger als auch ein inhaltlicher und qualitativer Überblick zu den Mobilitätsprojekten ergibt. Aus den daraus gewonnenen Ergebnissen und Erfahrungen soll abgeleitet werden, welche Konzepte mit Blick auf den Ländlichen Raum bereits gut funktioniert haben und wie diese Impulse verstetigt und in die Fläche getragen werden können. Die Tagung „Mobilität im Ländlichen Raum gemeinsam gestalten“ kann als Teil dieses Prozesses verstanden werden.

Landwirtschaftsministerium: Kabinettsausschuss Ländlicher Raum

BWegt: Mobilität für Baden-Württemberg


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