Europa

Delegationsreise nach Albanien und ins Kosovo

v.l.n.r.: Staatssekretärin Theresa Schopper, Staatsrätin Gisela Erler, der kosovarische Parlamentspräsident Kadri Veseli sowie die Landtagsabgeordneten Barbara Saebel und Ramazan Selçuk im kosovarischen Parlament (Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg)
Staatsrätin Gisela Erler im Gespräch mit dem Bürgermeister von Tirana, Erion Veliaj (Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg)

Baden-Württemberg unterstützt Albanien und Kosovo auf ihrem europäischen Weg. Das sagte Staatsrätin Gisela Erler zum Abschluss eines viertägigen Besuchs in den beiden Ländern. Neben der EU-Perspektive ging es vor allem um zivilgesellschaftliches Engagement sowie die Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung und im Kunst- und Kulturbereich.

„Die Menschen in Albanien und im Kosovo brauchen Perspektiven. Es herrscht hohe Arbeitslosigkeit, insbesondere unter jungen Erwachsenen. Besonders ihnen müssen Chancen geboten werden – auch angesichts der vielen Rückkehrerinnen und Rückkehrer aus ganz Europa. Daher unterstützt Baden-Württemberg Albanien und den Kosovo auf dem Weg in die EU“, sagte die Staatsrätin für Zivilgesellschaft und Bürgerbeteiligung, Gisela Erler, zum Abschluss der Delegationsreise nach Albanien und in den Kosovo von Sonntag (13. Mai 2018) bis Mittwoch.

Land unterstützt Albanien und den Kosovo auf dem Weg in die EU

„Auf unserer Reise haben wir uns vor Ort über Entwicklungen in den Bereichen Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur informiert sowie Bildungsprojekte ausgebaut. In beiden Ländern ist die Annäherung an die EU der Motor für notwendige Reformen, vor allem bei der Rechtsstaatlichkeit, der Bekämpfung von Korruption und organisierter Kriminalität“, so Staatssekretärin Theresa Schopper.

Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung ausgebaut

Das Staatsministerium unterstützt die Bemühungen beider Länder auf diesem Weg mit Bildungsprojekten vor Ort. Im Kosovo fördert das Staatsministerium in Zusammenarbeit mit der Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen (Standort Esslingen) seit November 2017 Fortbildungen für Berufsschullehrer/innen am Kompetenzzentrum in Skenderaj. Staatsrätin Erler und Staatssekretärin Theresa Schopper zeichneten dort im Rahmen der Reise auch Lehrerinnen und Lehrer aus, die erfolgreich an der Fortbildungsmaßnahme teilgenommen hatten. „Dieses Projekt wird nun fortgesetzt. Ein vergleichbares Projekt möchten wir auch in Albanien fördern“, sagte Staatssekretärin Schopper. Das Staatsministerium unterstützt die beiden Projekte mit insgesamt 100.000 Euro. In Albanien führte die Delegation hierzu politische Gespräche mit der stellvertretenden Ministerin für Wirtschaft und Finanzen, Albana Shkurta.

Berufliche Perspektiven standen dann auch im Mittelpunkt eines Besuchs bei der Firma „IQ to Link“. Das größte deutsche Unternehmen im Kosovo, ein Call-Center-Spezialist, beschäftigt zweieinhalb Jahre nach seiner Gründung bereits mehr als 600 Menschen. Die Delegation informierte sich hier über deren Strategie zur Gewinnung von Arbeitskräften, die aus ganz Europa stammen und gute Ausbildungen sowie Sprachkenntnisse mitbringen.

EU-Perspektive als zentrale Gesprächsthemen

Mit dem Bürgermeister von Tirana, Erion Veliaj, sprach die Delegation unter anderem über die EU-Perspektive Albaniens. Im Kosovo wurde die Delegation von Premierminister Ramush Haradinaj und Parlamentspräsident Kadri Veseli empfangen. Zentrale Gesprächsthemen waren auch hier die EU-Perspektive des Kosovo sowie die Zusammenarbeit zwischen Baden-Württemberg und dem Kosovo. Beim Gespräch mit Studierenden der Universität Pristina, der größten Bildungs- und Forschungseinrichtung des Kosovo, standen ebenso Europa sowie Zukunftsperspektiven und Herausforderungen der Republik im Mittelpunkt. „Besonders eindrucksvoll war zu sehen, wie viele Menschen die deutsche Sprache sprechen und deutsche Literatur lesen und studieren. Der Austausch von Studierenden ist von besonderer Bedeutung, weil beide Länder davon profitieren“, sagte Petra Olschowski, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg.

Enorme Potenziale für Kooperationen im Kunst- und Kulturbereich

Das zivilgesellschaftliche Engagement in Albanien und im Kosovo war weiterer wichtiger Schwerpunkt der Reise. Im Museum „Haus der Blätter“ in der albanischen Hauptstadt Tirana informierte sich die Delegation über die Zeit des Kommunismus und die Hoxha-Diktatur. Staatssekretärin Petra Olschowski: „Albanien ist ein Land im Aufbruch. Es arbeitet seine Geschichte auf und präsentiert sie der jungen Öffentlichkeit, wie man am ,Haus der Blätter‘ sieht. Besonders bemerkenswert ist das friedliche Neben- und Miteinander der unterschiedlichen Religionen in der Gesellschaft, auch innerhalb von Familien. Das kann Vorbild für Europa sein. Insbesondere im Kunst- und Kulturbereich bestehen enorme Potenziale für Kooperationen.“

Besuch des „Fellbach-Hauses“

Auch der Besuch des „Fellbach-Hauses“, das bereits kurz nach Ende des Kosovokrieges durch die Stadt Fellbach in Suhareka gebaut wurde, stand auf dem Programm. „Es bietet jeden Monat etwa 300 Kindern und Jugendlichen konkrete Hilfestellung im Bereich Bildung, Versöhnungsarbeit, Friedenspädagogik und Berufsförderung. Durch künstlerische Kurse können die jungen Menschen Erlebtes verarbeiten und Konfliktlösung und Toleranz üben“, sagte Staatsrätin Gisela Erler.

Zudem nutzte die Delegation die Möglichkeit eines Besuchs bei der Kosovo-Truppe Bundeswehr im Feldlager Prizren und informierte sich dort über die aktuelle Lage.

Begleitet wurden die Staatsrätin und die beiden Staatssekretärinnen von zwei Abgeordneten des Landtages Baden-Württemberg, Barbara Saebel (Grüne) und Ramazan Selçuk (SPD), dem Honorarkonsul der Republik Albanien, Rezzo Schlauch, den kosovarischen Konsuln Blerim Canaj und Besnik Miftaraj sowie der Leiterin des internationalen Büros der Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen (Standort Esslingen), Sigrid Roth-Berlin.

Ein Bio-Bauer bringt mit seinem Traktor und einem Tankwagen als Anhänger, die angefallende Jauche auf einer Wiese aus. (Bild: dpa)
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