Schiene

Bund startet Digitalisierungsoffensive für die Schiene

Als erste Region Deutschlands bekommt Stuttgart moderne digitale Zugsicherungs- und Stellwerkstechnologie. Stuttgart wird damit Metropolregion mit dem ersten digitalen Schienenknoten in Deutschland.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer startet eine Digitalisierungsoffensive für die Schiene. Zusammen mit der Deutschen Bahn bringt das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) die neue europäische Leit- und Sicherungstechnik (ETCS) sowie digitale Stellwerke (DSTW) auf wichtige Hauptverkehrsachsen. Stuttgart wird erste Metropolregion. Zudem startet der Bund dort ein Modellprojekt zur Ausrüstung von Fahrzeugen mit ETCS und automatisiertem Zugbetrieb (ATO: Automatic Train Operation). 

Für die Umsetzung stehen bis 2023 zunächst 570 Millionen Euro zur Verfügung. Auch darüber hinaus soll investiert werden. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer: „Mit unserer neuen Digitalisierungsoffensive bringen wir die digitale Leit- und Sicherungstechnik auf die wichtigsten Hauptverkehrsachsen sowie in die Metropolregion Stuttgart. Die digitale Schiene ist zuverlässiger, pünktlicher, optimiert die Kapazität, steigert die Energieeffizienz, verringert CO2-Emissionen, senkt Betriebskosten und verbessert den grenzüberschreitenden Bahnverkehr. Deutschland wird damit weltweit zum Vorreiter für einen modernen Bahnverkehr.“

Im Rahmen des sogenannten „Starterpakets“ sollen ausgestattet werden: 

  • Metropolregion Stuttgart (Knoten Stuttgart und S-Bahn-Stammstrecke bis Ende 2025, anschließend Umland bis 2030)
  • Schnellfahrstrecke Köln-Rhein/Main bis 2030
  • transeuropäischer Korridor „Skandinavien-Mittelmeer“ bis 2030

Neben digitalen Zugsicherungssystemen und Stellwerken kommen weitere neue Technologien zum Einsatz: hochpräzise Echtzeitortung, Echtzeit-Verkehrsmanagementsystem, Umfeld-Wahrnehmung, 5G-Datenkommunikation, Künstliche Intelligenz für automatisiertes Fahren. 

DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla: „Die Freigabe des Starterpakets ist deutlich mehr als eine haushaltspolitische Entscheidung – sie bedeutet eine Revolution der Eisenbahn. Erstmals fördert der Bund – neben der Infrastruktur - die Digitalisierung von Zügen. Damit kann Deutschland zum internationalen Industriechampion werden, an dem sich Eisenbahnen anderer Länder orientieren.“ 

Metropolregion und Modellvorhaben Stuttgart

Als erste Region Deutschlands bekommt Stuttgart die moderne digitale Zugsicherungs- und Stellwerkstechnologie. Die wesentlichen Elemente des Pilotprojekts „Digitaler Knoten Stuttgart“ sollen zusammen mit dem Projekt „Stuttgart 21“ bis zum Jahr 2025 umgesetzt werden. Die vollständige Umsetzung soll nachgelagert bis zum Jahr 2030 erfolgen. Folglich wäre das gesamte Stuttgarter S-Bahn-Netz einschließlich der Mischverkehrsstrecken bis mindestens zu den Linienendpunkten der S-Bahn mit ETCS, DSTW und automatisiertem Zugbetrieb ausgestattet.

Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann: „Nach langem Ringen freue ich mich, dass es gerade noch rechtzeitig gelungen ist, für dieses Gemeinschaftsprojekt endlich Klarheit zu bekommen. Die Umsetzung des Projekts ,Digitale Schiene Deutschland (DSD)‛ ist eine zentrale Voraussetzung für die Steigerung der Pünktlichkeit und der Kapazität des bundesweiten Schienenverkehrs. Die Region Stuttgart ist der ideale Wegbereiter und zugleich Pilotregion für die Digitalisierung des deutschen Schienenverkehrs.“

Thomas S. Bopp, Vorsitzender des Verbands Region Stuttgart: „Als Träger der S-Bahn sind wir froh, dass der Schienenknoten Stuttgart mit Inbetriebnahme von „Stuttgart 21“ im Jahr 2025 digital ausgestattet sein wird. Das ist ein großer Schritt zu mehr Pünktlichkeit und Kapazitätserweiterung auf einer bestehenden Infrastruktur.“
Der Bund wird zudem im Rahmen eines Modellvorhabens auch die Umrüstung von Schienenfahrzeugen mit ETCS und bedarfsweise ATO (Automatic Train Operation) anteilig fördern. 

Die Fördersumme beträgt bis zu 200 Millionen Euro über einen Zeitraum bis 2025. Damit können die Fahrzeuge technisch so ausgestattet werden, dass sie auf der neuen Infrastruktur eingesetzt werden können. Angestrebt wird eine weitere Kapazitätssteigerung durch den Einsatz des automatisierten Zugbetriebs. 

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