Forst

Buchen leiden an Dürreschäden

Markierte Holzstämme liegen in einem Wald bei Stuttgart. (Foto: © dpa)

Aufgrund des Klimawandels leiden auch Laubbäume, aktuell vor allem Buchen, an Dürreschäden. Bis August wurden bereits rund 150.000 Kubikmeter Buchenholz eingeschlagen. Mit der im Juli 2020 vorgestellten Verwaltungsvorschrift „Nachhaltige Waldwirtschaft“ unterstützt das Land die Waldbesitzer bei der Schadensbewältigung auch finanziell.

„Die Dürreperioden der letzten Jahre haben in vielen Wäldern Mitteleuropas und damit auch in Baden-Württemberg die Bäume stark geschwächt. Sorgen bereitet neben den Nadelbäumen aktuell die Buche, die aufgrund des Wassermangels vielerorts bereits umfangreich braunes Laub trägt. In vielen Regionen gehören trockene Äste und abgestorbene Bäume mit abblätternder Rinde inzwischen zum alltäglichen Bild beim Waldspaziergang“, sagte Forstminister Peter Hauk. Trockenheit und Hitze schwächen die Bäume und fördern Insekten. Bäume im Trockenstress werfen zunächst vorzeitig einen Teil der Blattmasse ab, um die Verdunstung zu minimieren. Reicht dies nicht mehr aus, sterben nach und nach einzelne Äste oder gar Kronenteile ab.

„Von Januar bis August mussten im Land bereits rund 150.000 Kubikmeter Buchenholz allein aufgrund von Dürreschäden eingeschlagen werden. Unsere Forstexperten gehen davon aus, dass nur rund die Hälfte der abgestorbenen Buchen aufgearbeitet wurden, vorrangig dort, wo die Verkehrssicherheit dies notwendig macht. Ein erheblicher Teil der Bäume bleibt stehen und dient damit noch als ökologisch wertvolles Totholz“, erklärte Forstminister Hauk. Die Buche sei eine wichtige Baumart für das Land und habe in den Wäldern in Baden-Württemberg einen Anteil von rund 22 Prozent.

Trockenschäden sind direkte Folgen des Klimawandels

„Die Trockenschäden sind direkte Folgen des Klimawandels. Dabei können die absterbenden Bäume auch eine Gefahr für die Waldbesucher darstellen. In besonders betroffenen Bereichen können Äste herabfallen oder Bäume umstürzen“, sagte der Minister.

Entlang von Verkehrswegen, an Erholungseinrichtungen und weiterer Infrastruktur sorgen die Waldbesitzer und Forstleute dafür, dass Gefahren beseitigt werden. Durch das teils flächige Auftreten der Schäden im Waldbestand kann es zum Schutz der Waldbesucher im Extremfall auch zu zeitweisen Absperrungen einzelner Wege bis hin zu ganzen Waldgebieten kommen. Zur eigenen Sicherheit sind die Waldbesucher gehalten, beim Waldbesuch aufmerksam zu sein und Absperrungen unbedingt zu beachten.

Verwaltungsvorschrift „Nachhaltige Waldwirtschaft“

Mit der im Juli 2020 von Minister Hauk neu vorgestellten Verwaltungsvorschrift „Nachhaltige Waldwirtschaft“ unterstützt das Land die Waldbesitzer bei der Schadensbewältigung auch finanziell. Im Zentrum der neuen Fördermaßnahmen steht die Aufarbeitung von Schadholz und die Wiederbewaldung. Ziel sind klimastabile Mischwälder. „Die Aufarbeitung von dürrem und mit Insekten befallenem Holz ist sehr gefährlich und gehört in die Hände von Profis mit den entsprechenden Maschinen. Bei der Aufarbeitung von geschädigten Bäumen passieren immer wieder teils schwere Unfälle. Hier geht Sicherheit vor Schnelligkeit“, betonte Minister Hauk.

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