Forschung

Bioökonomiekongress zieht positives Zwischenfazit

Symbolbild: Beim Urban Gardening (städtischer Gartenbau) werden durch die gärtnerische Nutzung auf innerstädtischen Flächen z.B. Blumen, Gemüse, Kräuter und Obstbäume angebaut. (Bild: Andreas Arnold / dpa)

Mit nachwachsenden Rohstoffen und Biotechnologie zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz – der Internationale Bioökonomiekongress hat ein durchweg positives Fazit der bisherigen Aktivitäten im Land gezogen.

Der Internationale Bioökonomiekongress Baden-Württemberg hat zum Start seiner inzwischen dritten Auflage am Montag, 21. September 2020, ein durchweg positives Fazit der bisherigen Aktivitäten im Land gezogen. Es sei in den vergangenen Jahren gelungen, eine breit aufgestellte gesamtgesellschaftliche Debatte anzustoßen, berichtete Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. „Die entwickelten Technologien und Konzepte müssen nun ihren Weg in die Anwendung finden“, sagte sie zum Auftakt des zweitägigen Kongresses, der in diesem Jahr von vier Landesministerien gemeinsam finanziert wird. Getragen wird das gemeinsame Ziel eines nachhaltigen und ressourcenschonenden Wirtschaftens auch von den Ressorts für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, Ländlicher Raum und Verbraucherschutz sowie Wirtschaft und Arbeit.

Innovative Ansätze aus der Forschung

„Um den großen Herausforderungen der Zukunft wie dem Klimawandel zu begegnen, brauchen wir innovative Ansätze aus der Forschung“, betonte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer. Das Forschungsprogramm Bioökonomie BW des Wissenschaftsministeriums habe eine gute Grundlage gelegt. Zum Ziel führe aber nur ein gesamtgesellschaftliches Denken über Ressortgrenzen hinweg. Hierfür haben Umwelt- und Landwirtschaftsressort inzwischen die Landesstrategie nachhaltige Bioökonomie BW mit einem konkreten Aktionsplan für die erforderliche Transformation auf den Weg gebracht. Wie gestalten wir eine nachhaltige Wirtschaft? Wie nutzen wir natürliche Ressourcen? Welche Methoden wenden wir an? „Solche Fragen können nur im Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik sinnvoll beantwortet werden“, sagte Theresia Bauer weiter. Den anderen Ressorts sei sie für die Umsetzung des nachhaltigen Bioökonomieansatzes in die Praxis dankbar.

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut ließ mitteilen: „Die Biointelligenz ist ein Zukunftsthema mit großem Potential für unsere Wirtschaft im Land. Mit dem Einsatz biointelligenter Lösungen können eine Vielzahl von Produktionsprozessen revolutioniert und völlig neue Fertigungsverfahren, Materialien und Produkte entwickelt werden. Baden-Württemberg hat die Chance, hier zum Vorreiter zu werden und dieses Zukunftsfeld mit herausragenden Konzepten mitzugestalten - diese gilt es, zu nutzen.“

Orientierung an natürlichen Stoffkreisläufen

Peter Hauk, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, sieht den Schlüssel in einer leistungsfähigen Land- und Forstwirtschaft: „Bioökonomie orientiert sich an natürlichen Stoffkreisläufen und bezieht biologisches Wissen mit ein. Mit der Landesstrategie Nachhaltige Bioökonomie wollen wir unsere Wirtschaft auf ein klimaneutrales Fundament stellen und die Stärken des Ländlichen Raums weiter ausbauen. Als Grundlage hierfür brauchen wir eine leistungsfähige Land- und Forstwirtschaft, die uns mit nachwachenden Rohstoffen versorgt. Ich bin überzeugt, dass innovative Lösungsansätze der Bioökonomie die regionale Wertschöpfung steigern werden, attraktive Arbeitsplätze entstehen lassen und substantielle Beiträge zum Umwelt- und Ressourcenschutz leisten können.“

Umweltminister Franz Untersteller betonte: „Seit langem machen wir uns bei der Behandlung von Abwasser und Biomüll biologische Prozesse zu Nutze. Inzwischen gelingt es uns sogar, diese Reststoffe aus industriellen und urbanen Räumen mittels biotechnologischer Prozesse in neue Ressourcen zu verwandeln und so die Lücke zu einer vollständigen und ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft weiter zu schließen. Ein besonderes Anliegen ist für mich eine nachhaltige und klimaneutrale Wirtschaft. Hier brauchen wir neue Verfahren zum effizienten Recycling von CO2 mittels biotechnologischer Prozesse, um so neue Rohstoffe zum Beispiel für den Chemie- oder Energiesektor zu gewinnen. So erhalten wir nicht nur eine ressourceneffiziente Produktion, sondern entwickeln gleichzeitig innovative Technologien. Baden-Württemberg wird so zu einer Modellregion für nachhaltige Bioökonomie und leistet gleichzeitig einen Beitrag zu den nationalen und internationalen Klima- und Nachhaltigkeitszielen.“

Der Internationale Bioökonomiekongress

Nach 2014 und 2017 präsentiert sich die vielfältig aufgestellte baden-württembergische Forschung im Bereich der Bioökonomie dieses Jahr bereits zum dritten Mal zwei Tage einem internationalen Publikum. Pandemiebedingt findet der Austausch diesmal online statt. Organisiert wurde er von der Geschäftsstelle zum Forschungsprogramm Bioökonomie BW an der Universität Hohenheim. Außerdem wirkt die Landesagentur BIOPRO Baden-Württemberg mit. Auf dem Kongress werden auch Ergebnisse aus dem Forschungsprogramm Bioökonomie präsentiert, für das das Wissenschaftsministerium in den vergangenen sechs Jahren insgesamt rund 13,8 Millionen Euro zur Verfügung gestellt hat. Der Kongress ist außerdem eine von 37 Maßnahmen, die die „Landesstrategie Nachhaltige Bioökonomie“ zur Weiterentwicklung der nachhaltigen Bioökonomie in Baden-Württemberg definiert.

Für die Umsetzung der Landesstrategie haben das Umweltministerium sowie das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz in den nächsten Jahren insgesamt 50 Millionen Euro vorgesehen.

In diesem Jahr lautet das Motto des Kongresses „The contribution of bioeconomy to the Green Deal“. Zum Auftakt geht es um die Frage „Wie kann die Bioökonomie zur Eindämmung des Klimawandels beitragen?“ Am zweiten Tag geht es dann um die Nachhaltigkeit bioökonomischer Wertschöpfung. Der Kongress ist ein Schaufenster neuer Technologien und Konzepte etwa für Bioraffinerien, für neue Anbau- und Produktionssystemen, innovative Produkte aus Biomasse, die Gewinnung von Industrierohstoffen mit Hilfe von Biotechnologie oder auch die Digitalisierung der Landwirtschaft. Auch Fragen der Nachhaltigkeit und der gesellschaftlichen Akzeptanz und tragfähiger Geschäftsmodelle für bioökonomische Produkte und Verfahren werden gestellt.

Bioökonomie

Die Bioökonomie hat zum Ziel, die Rohstoffbasis der Wirtschaft hin zu einer vermehrten Nutzung von biogenen Rohstoffen zu verändern sowie stärker auf biologische Prozesse und biologisches Wissen zu setzen und dabei Themen wie Nachhaltigkeit und Klimaschutz stärker zur Geltung zu bringen. Neue Technologien und Verfahren sollen dabei helfen, Rohstoffe und Produkte in Zukunft anders zu erzeugen beziehungsweise zu gewinnen, zu verarbeiten und zu gebrauchen. Dies schließt auch Rohstoffe wie Metalle oder Phosphor mit ein.

Forschungsprogramm Bioökonomie

Während den vergangenen sechs Jahren wurden im Rahmen des Forschungsprogramms Bioökonomie nicht nur vielfältige neue Konzepte und Verfahren für die nachhaltige Nutzung nachwachsender Rohstoffe entwickelt. Durch die Ausrichtung des Programms auf die interdisziplinäre Betrachtung ganzer Wertschöpfungsketten hat sich ein standortübergreifendes Forschungsnetzwerk entwickelt. „Nun gilt es, die in den größtenteils interdisziplinär aufgestellten Forschungsverbünden entwickelten Konzepte und Methoden in die Anwendung zu bringen“, sagte Theresia Bauer.

Nachhaltige Bioökonomie im Land

Zur Weitentwicklung der Bioökonomie in Baden-Württemberg, hat die Landesregierung im Sommer 2019 die „Landesstrategie Nachhaltige Bioökonomie Baden-Württemberg“ beschlossen, die vorhandene und geplante Aktivitäten ressortübergreifend bündelt. Bei der Ausarbeitung der Strategie wurden die im Rahmen des Forschungsprogramms Bioökonomie gewonnenen Erkenntnisse ebenso berücksichtigt wie die in einem breit angelegten Beteiligungsprozess unter Einbeziehung von Stakeholdern aus Wirtschaft und Gesellschaft erarbeiteten Handlungsempfehlungen. Mit innovativen biologischen Konzepten will das Land erneuerbare oder recycelbare Rohstoffe erschließen, die Treibhausgasemissionen senken und die Biodiversität stärken. Baden-Württemberg soll zu einem Beispielland für eine nachhaltige und kreislauforientierte Wirtschaftsform werden.

Universität Hohenheim: Dritter Internationaler Bioökonomiekongress

Forschungsprogramm Bioökonomie Baden-Württemberg

Umweltministerium: Landesstrategie Nachhaltige Bioökonomie (PDF)

  • Verkehr

Wegweisende Projekte zur Mobilitätswende gesucht

Finanzamt Calw
  • Steuern

Wechsel an der Spitze des Finanzamtes Calw

Ein Wildschwein steht auf einem Plateau im Wald und beobachtet die Umgebung.
  • Tiergesundheit

Änderungen beim Schwarzwildmonitoring

Hochschulgarten der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe
  • Hochschulen

Förderung für Hochschulgärten zur Lehrerbildung

Ein Mann transportiert Lebensmittel auf einem, mit einem Elektromotor unterstützten, Lastenfahrrad.
  • Nachhaltige Mobilität

Neues Institut für Nachhaltige Mobilität an Hochschule Karlsruhe

Kläranlage Öpfingen
  • Abwasser

1,3 Millionen Euro für den Umbau der Kläranlage Öpfingen

Logo der Kampagne Start-up BW. (Bild: Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg)
  • Gründungswettbewerb

„Der Digitale Archivar“ gewinnt den Regional Cup Süd-West

Ein Bauarbeiter füllt eine Fläche auf einer Baustelle mit Beton.
  • Vermögen und Hochbau

Neuer Nutzerservice zur schnellen Abwicklung von Reparaturen in Gebäuden

Mohn- und Kornblumen blühen in einem Getreidefeld (Bild: dpa).
  • Biodiversität

Land fördert Blühflächen und Biodiversitätspfade

Ein Rollstuhlfahrer steht mit seinem Elektro-Rollstuhl am Bahnhof an einem Gleis. (Bild: picture alliance/Marijan Murat/dpa)
  • Nahverkehr

Land fördert barrierefreie Straßenbahnhaltestellen in Karlsruhe

Ansicht des Neuen Schlosses in Stuttgart (Bild: © Jan-Philipp Strobel dpa/lsw)
  • Liegenschaften

Energetische Fenstersanierung im Neuen Schloss

HNO- und Augenklinik am Universitätsklinikum Freiburg
  • Vermögen und Hochbau

Sanierung der HNO- und Augenklinik am Uniklinikum Freiburg

DHBW Stuttgart
  • Hochschulen

Forschungsförderlinie für Duale Hochschule Baden-Württemberg

Ein Mann betrachtet auf einem Computermonitor die Elektronenmikroskopaufnahme eines MERS-Coronavirus, einem engen Verwandten des neuartigen Coronavirus. (Bild: Arne Dedert/dpa)
  • Coronavirus

Aufruf an Studierende zur Mithilfe in Gesundheitsämtern

Das beschauliche Dorf Hiltensweiler, ein Teilort von Tettnang, wird von der Abendsonne angestrahlt. Im Hintergrund sind der Bodensee und die Alpen zu sehen. (Bild: picture alliance/Felix Kästle/dpa)
  • Ländlicher Raum

25 Jahre Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum

Logo der Kampagne Start-up BW. (Bild: Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg)
  • Gründungswettbewerb

26 gründungsfreundliche Kommunen ausgezeichnet

Luftbild Polizeipräsidium Einsatz Göppingen
  • Vermögen und Hochbau

Polizeipräsidium Einsatz in Göppingen wird saniert

Vier mittelgroße Holzskulpturen stehen nebeneinander auf einer Betonbank. Dahinter sind Pflanzenbeete.
  • Biodiversität

Großer Einsatz für die Artenvielfalt an Straßen

Schüler warten auf ihr Mittagessen, im Vordergrund stehen Teller mit geschnittenem Gemüse. (Foto: dpa)
  • Ernährung

Gesunde Ernährung in Kindertagesstätten und Schulen

Ein Wolf (Foto: © dpa)
  • Artenschutz

Informationsveranstaltungen zum Wolf im Schwarzwald

Kranke und abgestorbene Buchen auf dem Schönberg bei Freiburg
  • Forst

Waldzustandsbericht 2020 vorgestellt

Frau im Labor
  • Gleichstellung

Neuntes Bilanzgespräch des Bündnisses „Frauen in MINT-Berufen“

Symbolbild: Schafe grasen neben einem großen Feld mit Solaranlagen. (Bild: Julian Stratenschulte / dpa)
  • Solarbranchentag

Land strebt deutlichen Photovoltaik-Ausbau an

LKWs stehen auf einem Parkplatz. (Bild: © picture alliance/Patrick Seeger/dpa)
  • Wirtschaft

Veranstaltungsreihe „global verantwortlich BW“ eröffnet

Schülerinnen und Schüler des Spohn-Gymnasiums in Ravensburg sitzen bei geöffnetem Fenster mit Mund- und Nasenschutz im Unterricht.
  • Coronavirus

Lockerung an Schulen bei Maskenpflicht im Freien