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Wirtschaft
  • 29.06.2018

Bekenntnis zur ökonomischen Zugkraft der Bodenseeregion

  •  Ein Motorboot fährt vor zwei Segelbooten auf dem Bodensee. (Foto: © dpa)

    Bild: Felix Kästle

Beim Wirtschaftskonzil 2018 in Konstanz ging es darum, wie die Vierländerregion Bodensee von Veränderungen wie der Digitalisierung und einer stärkeren Gründerkultur profitieren kann. Wichtig sei jetzt eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit und ein enger Austausch, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

„Der Brexit, die Außen- und Wirtschaftspolitik der USA, der wachsende Einfluss Chinas und die Fliehkräfte innerhalb Europas: Diese Entwicklungen stellen die Grundlagen in Frage, auf denen wir in den letzten Jahrzehnten wirtschaften konnten. Das Wirtschaftskonzil verschreibt sich den drei Zukunftsthemen: Nachhaltigkeit, Digitalisierung und die Rolle Europas in einer veränderten Weltordnung“, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann in Konstanz beim im Rahmen der „Internationalen Bodensee Konferenz“, IBK, stattfindenden „Wirtschaftskonzil“. „Wichtig ist jetzt eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit und ein enger Austausch mit unseren Nachbarn. Gerade hier in der Bodenseeregion können wir zeigen, dass auch die Kooperation von EU-Mitgliedstaaten wie Österreich und Deutschland mit Nicht-EU-Ländern wie der Schweiz und Liechtenstein möglich und notwendig ist.“

Ökonomische Zugkraft mit Sand im Getriebe

Auch Wirtschafts- und Arbeitsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut unterstrich als Gastgeberin des „Wirtschaftskonzils“ die ökonomische Zugkraft der Bodenseeregion, machte jedoch auch Sand im Getriebe aus. „Die Region rund um den Bodensee ist das grenzüberschreitende Powerhaus im Herzen Europas. Hier treffen die innovativsten Regionen von vier verschiedenen Staaten zusammen. Ihre Zusammenarbeit generiert einen Mehrwert für alle“, betonte Hoffmeister-Kraut, die beim Wirtschaftskonzil hochkarätige internationale Gäste wie zum Beispiel EU-Kommissar Günther H. Oettinger oder den Schweizer Wirtschaftsminister Johann N. Schneider-Amman begrüßen konnte und auch zu bilateralen Gesprächen traf.

Turbulenten Zeiten der Welthandelspolitik

Gerade in den aktuell turbulenten Zeiten der Welthandelspolitik, die die international eng verflochtene Wirtschaft Baden-Württembergs massiv tangiere, liege es mehr denn je nahe, das Gute und Bewährte „vor der Haustüre“ zu schätzen und zu pflegen, so die Ministerin. Insbesondere die Beziehungen zur Schweiz seien wirtschaftspolitisch höchst wichtig für Baden-Württemberg. Diese Beziehungen seien überwiegend erfreulich, wie die Import- und Exportdaten sowie die Direktinvestitionen zeigten. „Sand im Getriebe besteht aber weiterhin durch die ‘Flankierenden Maßnahmen’, insbesondere auch für unsere Handwerker“, sagte Hoffmeister-Kraut.

Das „Wirtschaftskonzil“ sei geeignet, Denkbarrieren zu durchbrechen und neue Geschäftsmodelle zu erkennen, so die Wirtschaftsministerin: „In der Bodenseeregion besteht für Start-ups sowie kleine und mittelständische Unternehmen die einmalige Chance, direkt in mehrere nationale Märkte hinein zu expandieren.“

Erheblichen Chancen und Potentiale sind gegeben

Gleichzeitig müsse sich die Wirtschaft gerade auch vor dem Hintergrund des digitalen Wandels immer wieder neu erfinden und positionieren, so die Ministerin. Hier seien die Herausforderungen grenzüberschreitend dieselben. Auch deshalb sei es fruchtbar, den Blick über den Tellerrand zu richten und durch Kooperationen gegenseitig zu profitieren. Sie könne sich zum Beispiel vorstellen, dass durch neue gemeinsame Formate zum Thema Digitalisierung gerade die kleinen und mittelständischen Unternehmen Zugang zu Netzwerken und Expertise auf der jeweils anderen Bodensee-Seite erhielten. „Die erheblichen Chancen und Potentiale der Digitalisierung sind auch im gesamten Bodenseeraum gegeben. Der Internationalen Bodensee Konferenz kommt hier eine Schlüsselrolle zu. In der IBK werden die verschiedenen Digitalisierungsaktivitäten ihrer zehn Mitgliedsländer und -kantone zusammengeführt. So können wir digitale Brücken über den See und den Rhein bauen“, so Ministerpräsident Kretschmann. 

Wirtschaftskonzil 2018

Beim Wirtschaftskonzil 2018 widmen sich zahlreiche hochkarätige Rednerinnen und Redner aus wirtschaftlicher, politischer oder technischer Sicht, wie die Vierländerregion Bodensee von den anstehenden Veränderungen – insbesondere im Zuge der Digitalisierung sowie der Bemühungen um eine stärkere Gründerkultur – profitieren kann.

Initiiert wurde dieses Veranstaltungsformat von der Kommission Wirtschaft der „Internationalen Bodensee Konferenz“, IBK, unter Vorsitz des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg. Ministerin Hoffmeister-Kraut ist über den Vorsitz der Kommission Wirtschaft Gastgeberin dieser internationalen Konferenz.

Teilnehmen werden zudem unter anderem Günther H. Oettinger, EU‐Kommissar für Haushalt und Personal, Ministerpräsident Winfried Kretschmann sowie der Schweizer Wirtschaftsminister Johann N. Schneider‐Ammann.

Inspiriert ist das Wirtschaftskonzil vom Konstanzer Konzil: Vor 600 Jahren trafen kirchliche und weltliche Entscheidungsträger am Bodensee zusammen. Dadurch war Konstanz von 1414 bis 1418 das Zentrum der Entwicklung Europas. Zum ersten Mal tagte das Wirtschaftskonzil 2015 in Konstanz. Nach Gasttagungen in Zürich 2016 und im Fürstentum Liechtenstein 2017 findet die Veranstaltungsreihe am 29. Juni 2018 ihren vorläufigen Abschluss in Konstanz.

Organisiert wird das Wirtschaftskonzil durch eine Kooperation der Internationalen Bodensee-Konferenz, der Stadt Konstanz, der Kantone Schaffhausen, St. Gallen und Thurgau sowie des Landes Baden-Württemberg und des Fürstentums Liechtenstein sowie gefördert durch den IBK-Kleinprojektefonds im Interreg V Programm Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein.

Wirtschaftskonzil

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