Tiergesundheit

Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest verhindern

Ein Wildschwein steht auf einem Plateau im Wald und beobachtet die Umgebung.

Nachdem in einem Landkreis in Brandenburg bei einem Wildschwein die Afrikanische Schweinepest nachgewiesen wurde, fordert Landwirtschaftsminister Peter Hauk die Seuche rasch zu tilgen. Er sieht Baden-Württemberg mit einem 2018 aufgestellten umfangreichen Maßnahmenpaket gut aufgestellt, mahnt aber zur Wachsamkeit.

„Mit dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei einem Wildschwein in einem Landkreis in Brandenburg hat diese Tierseuche den Nordosten der Republik erreicht. Die zuständigen Behörden in Brandenburg müssen nun alles daransetzen, dass dieses lokale Seuchengeschehen rasch getilgt wird. Das Beispiel Tschechien zeigt, dass dies durch ein konsequentes Handeln vor Ort möglich ist. Dort konnte die Seuche erfolgreich eingedämmt und bekämpft werden“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, in Ditzingen (Landkreis Ludwigsburg). Die Tierseuchenexperten des Landes stünden in engem Kontakt mit dem Bund und den anderen Ländern.

Baden-Württemberg bereits seit 2018 mit umfangreichem Maßnahmenpaket

„Mit unserem bereits im Jahr 2018 auf den Weg gebrachten 12-Punkte-Maßnahmenplan zur Vorbeugung und Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest sind wir in Baden-Württemberg sehr gut aufgestellt. Insbesondere wird ein verstärktes Monitoring bei Haus- und Wildschweinen zur Früherkennung eines Seucheneintrags durchgeführt. Mit entsprechenden landesrechtlichen Regelungen wurde eine Intensivierung der Schwarzwildbejagung ermöglicht und ergänzend finanzielle Anreize zur Vermarktung geschaffen“, erklärte Minister Hauk.

Durch ein dichtes landesweites Netz von sogenannten Verwahrstellen sei beispielsweise eine seuchenhygienische Entsorgung verendet aufgefundener Wildschweine möglich und wird das Risiko der Weiterverbreitung im Seuchenfall erheblich reduziert. Umfangreiches Informationsmaterial sei erstellt worden und Informationsveranstaltungen wurden durchgeführt. „Fachübergreifende Fragestellungen und Maßnahmen werden durch ein Kompetenzteam, den Krisenstab des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, sowie eine interministerielle Arbeitsgruppe gelöst“, erklärte der Minister.

Wachsamkeit weiter hochhalten

„Die Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen ist weiterhin ganz entscheidend, um weitere ASP-Ausbrüche in Deutschland zu verhindern. Daneben muss ein möglicher Seuchenausbruch frühzeitig erkannt und bekämpft werden“, betonte der Minister. Insbesondere bei fieberhaften Erkrankungen oder gehäuften Todesfällen unklarer Ursache muss durch die Schweinehaltungsbetriebe eine diagnostische Abklärung auf Schweinepest durch die betreuende Tierarztpraxis veranlasst werden.

Um auch kontaminierte Lebensmittelreste als weitere Infektionsquelle für Haus- und Wildschweine zu vermeiden, sind Essensreste in verschließbaren Müllbehältern zu entsorgen. Für Haus- und auch für Wildschweine besteht ein Verbot der Verfütterung von Küchen- und Speiseabfällen. Reisende werden dringend gebeten, keine Lebensmittel tierischen Ursprungs aus dem Ausland mitzubringen.

Die Jägerschaft sei angehalten, die Monitoringmaßnahmen bei Schwarzwild auf ASP weiterhin nach Kräften zu unterstützen, die Schwarzwildjagd zu intensivieren und erlegte Tiere entsprechend zu beproben und untersuchen zu lassen. Tot aufgefundene Wildwildschweine seien unverzüglich zu melden. Auch bei der Jagdausübung seien Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten. „Gegenstände, die mit Wildschweinen in Berührung gekommen sind, müssen gereinigt und gegebenenfalls desinfiziert werden. Schweineställe dürfen mit Jagdkleidung nicht betreten werden. Jagdreisen in von der Schweinepest betroffenen Regionen sind zu vermeiden“, betonte Hauk. Jeder sei gefordert, seinen Teil zur Seuchenbegrenzung beizutragen.

Afrikanische Schweinepest (ASP)

Bei der Afrikanischen Schweinepest handelt es sich um eine anzeigepflichtige, virusbedingte Tierseuche durch ein Asfivirus. Der Erreger ist gegenüber Umwelteinflüssen sehr stabil und monatelang in Kadavern oder im Fleisch infizierter Schweine überlebensfähig.

Mit Stand vom 10. September 2020 wurden bisher in diesem Jahr insgesamt 2.390 Wildschweine in Baden-Württemberg mit negativem Ergebnis auf ASP untersucht. Davon entfallen 104 Tiere auf Falltiere, 93 Tiere auf Unfallwild sowie 76 Tiere wurden mit Krankheitserscheinungen erlegt.

Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz: Afrikanische Schweinepest

Wort-Bild-Logo des Sonderprogramms zur Stärkung der biologischen Vielfalt.
  • Biodiversität

Vortragsreihe zur Biologischen Vielfalt

Wolf
  • Wolf

Wolfsnachweis in Weinsberg im Landkreis Heilbronn

Ein Bio-Bauer bringt mit seinem Traktor und einem Tankwagen als Anhänger, die angefallende Jauche auf einer Wiese aus. (Bild: dpa)
  • Landwirtschaft

Regionaler Green Deal in der Landwirtschaft

Ein Einkaufswagen wird durch einen Supermarkt geschoben. (Bild: picture alliance/Fabian Sommer/dpa)
  • Verbraucherschutz

Mehr Transparenz bei Preisangaben beschlossen

Apfelbäume stehen auf einer Streuobstwiese (Foto: dpa)
  • Landwirtschaft

Expertenforum diskutiert Zukunft des Streuobstanbaus

Außenansicht Laborneubau für die Analytik der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg
  • Forschung

Laborneubau für Wein- und Obstbau in Weinsberg

Logo der Kampagne Lebensmittelretter. (Bild: Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg)
  • Ernährung

Minister Hauk begrüßt kreative Maßnahmen zur Lebensmittelwertschätzung

Rinder auf der Weide (Bild: © MLR)
  • Landwirtschaft

Landwirtschaftliches Zentrum stellt aktuelle Projekte vor

Logo Landesgartenschau Überlingen 2021
  • Nachhaltigkeit

Grünes Klassenzimmer auf der Landesgartenschau in Überlingen

Der Ideenwettbewerb „Gemeinsam:schaffen“ startet
  • Kunst

Kunstprojekt-Werke in Welzheim ausgestellt

Imker
  • Landwirtschaft

Versammlung des Landesverbandes der Württembergischen Imker 2021

Im Wasser einer renaturierten Moorfläche spiegelt sich die Sonne. (Foto: © dpa)
  • Naturschutz

Besuch des Naturschutzgebiets „Wurzacher Ried“

Eine Laborantin untersucht Lebensmittel im Chemischen- und Veterinäruntersuchungsamt Stuttgart. (Foto: © dpa)
  • Verbraucherschutz

Mineralölbestandteile in Bedarfsgegenständen und Lebensmitteln minimieren

Weg im ländlichen Raum
  • Infrastruktur

Förderung zur nachhaltigen Modernisierung Ländlicher Wege

Ein Haus, dessen Grundgerüst aus Holz besteht, steht in einem Tübinger Neubaugebiet. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
  • Bauwirtschaft

43. Fachtagung Holzbau Baden-Württemberg

Eine Kläranlage (Symbolbild: Patrick Seeger/dpa)
  • Abwasserbeseitigung

Münsingen erhält Förderung für moderne Regenüberlaufbecken

Eine Hand nimmt eine Euro-Münze aus einer Geldbörse, in der sich weitere Münzen befinden. (Foto © dpa)
  • Verbraucherschutz

Verbraucherschutzpreis 2022 für Schulen ausgeschrieben

Apfelbäume stehen auf einer Streuobstwiese (Foto: dpa)
  • Landwirtschaft

Erntedankfest 2021

Eine spanische Reitergruppe bei der Hengstparade 2019 (Bild: Thomas Warnack / dpa)
  • Landwirtschaft

Hauk besucht Hengstparade im Haupt- und Landgestüt Marbach

Logo der Kampagne Lebensmittelretter. (Bild: Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg)
  • Ernährung

Kurtz besucht E-Center in Weil der Stadt

Dr. Andre Baumann (Bild: Umweltministerium/KD Busch)
  • Wasser- und Bodenschutz

Baumann tauscht sich in Mittelbaden über PFC-Problematik aus

Ein Schwein läuft in Boxberg-Windischbuch (Baden-Württemberg) in der Landesschweinezuchtanstalt durch einen Stall. (Foto: dpa)
  • Landwirtschaft

Agrarministerkonferenz in Dresden

Wasser läuft aus einem Wasserhahn in ein Glas. (Foto: © dpa)
  • Wasserwirtschaft

Land fördert Bau von zwei Aktivkohleanlagen in Baden-Baden

  • Ernährung

Erster Tag der Seniorenernährung

Eine Lehrerin mit FFP2-Maske unterrichtet in einer ersten Klasse an einer Grundschule mit Wechselunterricht.
  • Bildung

19 Modellstandorte entwickeln sich zu Kinderbildungszentren