ÖKOLOGIE

Amphibienwanderung beginnt: Autofahrer bitte aufpassen!

Eine Naturschützerin hält einen Laubfrosch. (Bild: dpa)

Das Verkehrsministerium bittet alle Verkehrsteilnehmer angesichts der beginnenden Amphibienwanderung, sich vorsichtig und achtsam auf den Straßen zu bewegen.

Wenn die Temperaturen am frühen Morgen wieder deutlich über null Grad liegen und regnerisches Wetter herrscht, beginnt die alljährliche Amphibienwanderung. Darauf hat Verkehrsminister Winfried Hermann hingewiesen. Bei der Amphibienwanderung machen sich alljährlich unzählige Frösche, Kröten und Molche auf den Weg von ihren Winterquartieren zu den angestammten Laichgewässern. Oftmals müssen die Tiere dabei viel befahrene Straßen überqueren.

Verkehrsminister Winfried Hermann appelliert deshalb an die Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer sowie Autofahrerinnen und Autofahrer im Land: „Fahren Sie im Bereich der Querungsstellen bitte mit erhöhter Vorsicht und deutlich reduzierter Geschwindigkeit. Dies dient nicht nur dem Schutz der Amphibien, sondern auch Ihrer eigenen Sicherheit! Insbesondere in den Nacht- und frühen Morgenstunden sollten Sie besonders aufmerksam sein, da dann viele Frösche, Kröten und Molche unterwegs sind.“

Ehrenamtliche Helfer retten tausende Tiere

Besondere Vorsicht ist auch deshalb geboten, weil während der Amphibienwanderzeit wieder viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, oftmals in der Dunkelheit oder Dämmerung, im Einsatz sind. Wo es keine festen Leiteinrichtungen für die Tiere gibt, stellen sie mobile Fangzäune auf und bringen die Tiere mit Hilfe von Eimern sicher auf die andere Straßenseite. Da die Einrichtungen täglich kontrolliert werden müssen, ist dies enorm aufwändig. Aber der Aufwand lohnt sich: An einigen Stellen werden mehrere tausend Tiere gerettet!

Das Land wird in den nächsten Jahren im Rahmen der Umsetzung des „Landeskonzeptes Wiedervernetzung an Straßen“ viele fest installierte Amphibienschutzanlagen bauen. Um die Wiedervernetzung auch an Straßen, die nicht in der Baulast des Landes liegen, rasch voranbringen, fördert das Verkehrsministerium Amphibienschutzanlagen an kommunalen Straßen. In den Jahren 2018 und 2019 wurden im Rahmen des Sonderprogramms des Landes zur Stärkung der biologischen Vielfalt sieben Maßnahmen gefördert. Seit dem 01. Januar 2020 werden kommunale Wiedervernetzungsprojekte wie der Bau von Amphibienschutzanlagen im Rahmen des novellierten Landesverkehrsfinanzierungsgesetzes (LGVFG) gefördert. Verkehrsminister Winfried Hermann bittet die Kommunen: „Machen Sie von den Fördermöglichkeiten regen Gebrauch.“

Da aus verschiedenen Gründen nicht an jeder erforderlichen Stelle Anlagen gebaut werden können, kann auch in Zukunft nicht auf den Einsatz der freiwilligen Naturschützerinnen und Naturschützer verzichtet werden. Minister Hermann hebt diese Hilfsbereitschaft hervor: „Ich danke allen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern im Land für ihren engagierten und selbstlosen Einsatz für die heimische Tierwelt und den Erhalt unserer Artenvielfalt.“

Wildtiere stoßen auf eine Vielzahl von Hindernissen

In unserer dicht bebauten und von Verkehrswegen durchzogenen Kulturlandschaft ist es für Amphibien und andere Wildtiere nicht einfach, von einem Lebensraum zum anderen zu wandern. Sie stoßen dabei auf eine Vielzahl von Hindernissen, vor allem in Form von stark befahrenen Straßen. Dies trägt zu der in den letzten Jahrzehnten immer stärker gewordenen Gefährdung vieler Tierarten bei. Gerade bei Amphibien ist die Zerschneidung von Wanderstrecken eine der Hauptursachen für den Artenschwund.

Um dem entgegenzuwirken, hat das Ministerium für Verkehr das Landeskonzept Wiedervernetzung an Straßen erarbeitet. Das Konzept wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz und der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt erstellt. Es setzt sich aus den drei Projektbausteinen „Konfliktstellen auf Grundlage der Fachpläne des Landes“, „Amphibienwanderstrecken an Straßen“ und „Bundesprogramm Wiedervernetzung“ zusammen.

Der Baustein „Amphibienwanderstrecken an Straßen" war ein Kooperationsprojekt mit dem NABU Baden-Württemberg, unter dessen Federführung die Untersuchungen zu den Amphibienwanderungen erfolgten. Im Zuge dieses Projektes lieferten zahlreiche Ortsgruppen des NABU Baden-Württemberg, des BUND Baden-Württemberg und weitere Naturschutzverbände sowie die Regierungspräsidien, Landratsämter und Stadtkreise wertvolle Daten zu bekannten Amphibienwanderstrecken.

Für jeden Baustein wurden Prioritätenlisten der wichtigsten Konfliktstellen/Wiedervernetzungs­abschnitte erarbeitet. Die priorisierten Konfliktstellen werden nun sukzessive durch den Bau von Querungshilfen, insbesondere Grünbrücken und Amphibienschutzanlagen, entschärft.

Verkehrsministerium: Landeskonzept Wiedervernetzung

Verkehrsministerium: Pressemitteilung zum novellierten Landesverkehrsfinanzierungsgesetz vom 14. November 2019

Campus der Hochschule für Technik Stuttgart
  • Klimaschutz

Innovative Kälteanlage für die Hochschule für Technik Stuttgart

Ein älteres Paar wandert bei Sonnenschein auf einem Feldweg bei Fellbach zwischen zwei Rapsfeldern hindurch. (Bild: Christoph Schmidt / dpa)
  • Ländlicher Raum

Land fördert Modernisierung ländlicher Wege

Logo der Regionalen Kompetenzstellen des „Netzwerks Energieeffizienz“ (KEFF)
  • Energie

Kompetenzstellen Energieeffizienz starten zweite Förderphase

Als Stammkunde im Sommer durchs ganze Land (Bild: Verkehrsministerium Baden-Württemberg)
  • Nahverkehr

Kostenlos im Sommer durchs ganze Land

Wanderer gehen bei Reichelsheim durch den herbstlichen Odenwald (Hessen).
  • Geodaten

Neue Wanderkarten für den Odenwald vorgestellt

Baden-Württemberg, Neckarwestheim: Dampf kommt aus dem Kühlturm von Block 2 des Kernkraftwerks Neckarwestheim. (Bild: Marijan Murat)
  • Kernenergie

Heizrohrprüfung im Kernkraftwerk Neckarwestheim

Verkehrsminister Winfried Hermann und Prof. Dr. Tobias Bernecker, beide mit Mundschutz, stehen auf der Terrasse des Verkehrsministeriums und halten beide ein Heft mit der Aufschrift "Güterverkehrskonzept" in der Hand.
  • Verkehr

Güterverkehrskonzept für Baden-Württemberg vorgestellt

Blühende Wiesen auf dem Campus Süd des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT): Mit neuen Schildern wird auf das ökologische Pflegekonzept hingewiesen. Staatssekretärin Gisela Splett und Peter Zöllner, beim Amt Karlsruhe von Vermögen und Bau Baden-Württemberg unter anderem für das Grünflächenmanagement zuständig, machten sich vor Ort ein Bild davon, wie es grünt, blüht, flattert und summt.
  • Naturschutz

110.000 Quadratmeter blühende Wiesen für mehr Artenvielfalt

Anlage zur industriellen Produktion von Methangas
  • Technologie

Land fördert Wasserstoffforschung mit 16 Millionen Euro

SKA Buch, Gemeinde Ahorn
  • Abwasser

1,5 Millionen Euro für die Abwasserbeseitigung in Ahorn

v.l.n.r.: Unterzeichnung des dritten Klimaschutzpaktes mit Gemeindetagspräsident Roger Kehle, Landkreistagspräsident Joachim Walter, Umweltminister Franz Untersteller und  Städtetagspräsident Dr. Peter Kurz (Bild: Umweltministerium Baden-Württemberg)
  • Klimaschutz

Land und Kommunen setzen Klimaschutzpakt fort

Der Ladestecker eines elektrisch betriebenen Renault ZOE (Bild:© dpa)
  • Coronavirus

Stabilisierungshilfe für Carsharing-Anbieter

Ein Mann hält in Stuttgart den Zapfhahn einer Wasserstofftankstelle an den Stutzen eines Wasserstoffautos. (Bild: picture alliance/Sebastian Gollnow/dpa)
  • Technologie

Dialogprozess zur Wasserstoff-Roadmap gestartet

Radfahrer fahren auf dem neuen Radschnellweg zwischen Böblingen/Sindelfingen und Stuttgart (Bild: © picture alliance/Christoph Schmidt/dpa)
  • Radverkehr

Land baut Vorreiterrolle bei Radschnellwegen weiter aus

Vollblutaraber-Stuten stehen in Marbach im Haupt-und Landgestüt mit ihren Fohlen auf einer Koppel. (Foto: dpa)
  • Gestüt

Marbacher Hengstparade verschoben

Säue schauen durch die Absperrung eines Stalles auf einem Bauernhof. (Bild: © dpa)
  • Tierschutz

Tierschutz auf die lange Bank geschoben

Ein Bio-Bauer bringt mit seinem Traktor und einem Tankwagen als Anhänger, die angefallende Jauche auf einer Wiese aus. (Bild: dpa)
  • Landwirtschaft

Weiterer Ausbau des ökologischen Landbaus

Ein Zug fährt über eine Teststrecke. (Bild: dpa)
  • Schienenverkehr

Fahrplanwechsel auf der Rheintalbahn

Zwei Biotonnen (Foto: © dpa)
  • Bioabfall

Leitfaden zur richtigen Nutzung von Biotonnen vorgestellt

Wasser läuft aus einem Wasserhahn in ein Glas. (Foto: © dpa)
  • Wasser

Land fördert neue Wasserversorgung in Dielheim

  • Landwirtschaft

Auftakt der Vor-Ort-Kampagne „Wir versorgen unser Land“

Fußgängerzone in Baden-Baden (Bild: © dpa).
  • Fußverkehr

Mehr Platz für den Fußverkehr

Verbandskläranlage in Immenstaad, Bodenseekreis
  • Abwasser

Verbandskläranlage Immenstaad bekommt vierte Reinigungsstufe

Säue schauen durch die Absperrung eines Stalles auf einem Bauernhof. (Bild: © dpa)
  • Bundesrat

Hauk fordert Korrekturen bei Tierschutz-Nutztier­haltungsverordnung

RadKULTUR BW
  • MOBILITÄT

Baden-Württemberg ist „clever mobil“