Kultur

3,76 Millionen Euro für Kultureinrichtungen in der Modellregion Schwäbische Alb

Teenietheater, Bild: (© Patati Patata)

Die Modellregion Schwäbische Alb wurde als eine von vier Regionen für ein Förderprogramm der Kulturstiftung des Bundes ausgewählt. Ziel des Programms „TRAFO - Modelle für Kultur im Wandel“ ist, die bestehenden Kultureinrichtungen und ein zukunftsfähiges Kulturangebot in ländlichen Räumen zu erhalten bzw. zu stärken.

„Baden-Württemberg ist Kulturland – in der Spitze und in der Breite. Die Förderung des Projekts 'Lernende Kulturregion Schwäbische Alb' durch die Kulturstiftung des Bundes bestärkt uns in unserer Kulturpolitik im ländlichen Raum und ergänzt unser Engagement, Kunst und Kultur im ganzen Land zukunftsfähig zu gestalten“, so Kulturstaatssekretär Jürgen Walter.

Für die Zukunftsfähigkeit des Ländlichen Raums sind gute und vielfältige Kunst- und Kulturangebote von enormer Bedeutung. Wir freuen uns deshalb, dass das Projekt „Lernende Kulturregion Schwäbische Alb“ eine Förderzusage von der Kulturstiftung des Bundes in Höhe von 3 Millionen Euro erhalten hat. „Mit diesem Projekt werden Strukturen entwickelt, die das kulturelle Leben in der Region Schwäbische Alb langfristig noch vielfältiger gestalten können. Gleichzeitig kann dieses Projekt Vorbild und Inspiration für andere ländliche Regionen sein“, erklärte Kulturstaatssekretär Walter nach der Förderzusage durch die Kulturstiftung des Bundes. 

Der Amtschef im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Ministerialdirektor Wolfgang Reimer, betonte die große Bedeutung eines breiten kulturellen Angebots im Ländlichen Raum: „Rund 70 Prozent der Fläche Baden-Württembergs gehören zum Ländlichen Raum – hier leben 34 Prozent der Bevölkerung des Landes. Durch spannende Kulturangebote, ein aktives kulturelles Leben, Traditionen und Brauchtum identifizieren sich die Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Wohnort und ihrer Region. Ein aktives Kulturleben prägt außerdem den Charakter der ländlichen Regionen entscheidend mit und sorgt für attraktive und lebenswerte Räume, die Herausforderungen wie dem demografischen Wandel zukunftsfähig begegnen können.“ 

Kulturregion Alb als Geschäftsmodell und Innovationsfabrik

„Mit dem Projekt ‚Lernende Kulturregion Schwäbische Alb‘ können Voraussetzungen geschaffen werden, um in den kommenden fünf Jahren modellhaft neue Bedingungen für Kunst und Kultur im Ländlichen Raum unter guten finanziellen Bedingungen auszuprobieren. Wir sind überzeugt, dass mit dem Projekt und dank der beteiligten Kultureinrichtungen wertvolle Impulse für die Region und Ideen für ganz Baden-Württemberg entstehen können“, sagten Walter und Reimer.

Reimer betonte, dass das Land bereits bei der Neuausrichtung des EU-Programms LEADER die Fördermöglichkeiten für Kulturprojekte gestärkt habe, was auch die Kulturstiftung bei ihrer Entscheidung für die Region Schwäbische Alb mit überzeugt habe. „LEADER ermöglicht den Bürgerinnen und Bürgern eine aktive Mitgestaltung ihrer Region. Dies ist auch gerade im kulturellen Bereich von großer Bedeutung. Daher können durch die Zusammenarbeit zwischen dem Modellprojekt und den LEADER-Aktionsgruppen wertvolle Synergien für die Schwäbische Alb entstehen“, sagte Reimer.

Ideale Ergänzung bisheriger Kulturpolitik

„Die Förderzusage aus Halle/Saale, dem Sitz der Kulturstiftung des Bundes, fügt sich ideal in die bisherige Kunst- und Kulturpolitik des Landes ein, deren Anliegen vor allem auch der Erhalt vielfältiger Kulturangebote in ländlich geprägten oder peripheren Räumen ist“, so Walter. Dazu zählten beispielsweise zuletzt ein Investitionspaket für die Jahre 2015/2016 mit Mitteln für Kunst- und Kultur außerhalb von Ballungsräumen sowie die Förderlinie „Kultur für das ganze Land“ aus dem „Innovationsfonds Kunst“, über die bis dato insgesamt 32 Projekte außerhalb von Großstädten gefördert wurden.  

Walter und Reimer wiesen darauf hin, dass die Fördergelder des Bundes mit 615.000 Euro aus Landesmitteln ergänzt würden. Daraus finanziere das Land u.a. eine Stelle zur Projektkoordination. „Wir danken der Kulturstiftung des Bundes, die den Impuls zur Konzeption des Projektes ‚Lernende Kulturregion Schwäbische Alb‘ gegeben und die Projektentwicklung von Anfang an positiv und konstruktiv begleitet hat. Außerdem danken wir dem Ostalbkreis, der die Organisation des Projektes übernommen hat, sowie den weiteren beteiligen Landkreisen Alb-Donau-Kreis, Biberach, Heidenheim, Ostalbkreis, Reutlingen, Schwäbisch Hall und Sigmaringen,  die ebenfalls eine halbe Stelle zur Koordination des Projektes finanzieren werden“, so Walter und Reimer abschließend.  

Zu den beteiligten Kultureinrichtungen gehören zunächst:

Diese Kultureinrichtungen realisieren zusammen vier Kulturwerkstätten mit den Schwerpunkten Museum/Archäologie, Theater, Interdisziplinäre Kunst sowie Musik/Oper. Mit den Kulturwerkstätten entsteht ein Netzwerk, in dem größere Institutionen „Patenschaften“ für kleinere Einrichtungen übernehmen und ihre Erfahrungen in der Projektentwicklung und im Aufbau von Kooperationen an diese weitergeben. Ziel ist es, mehr Menschen für kulturelle Angebote zu begeistern, neue Zielgruppen mit diesen zu erreichen und Kulturschaffende untereinander zu vernetzen. Dafür stehen zunächst circa 2 Millionen Euro der Mittel bereit.

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