Erneuerbare Energien

100.000 Euro für Bioenergiedorf Leibertingen

Bei der Einweihung des Bioenergiedorfes Leibertingen hat Umweltminister Franz Untersteller auf die entscheidende Bedeutung einer effizienten Wärmenutzung von Biogasanlagen hingewiesen. „Etwa die Hälfte der Biogasanlagen in Baden-Württemberg hat ein unzureichendes Wärmenutzungskonzept“, erklärte Untersteller. „Damit die Energiewende gelingen kann, müssen wir die vorhandenen Potenziale aber effizient nutzen.“ Das Umweltministerium biete daher ein eigenes Förderprogramm für Bioenergiedörfer an.

Das Bioenergiedorf Leibertingen sei ein ganz besonderes Beispiel für eine effiziente Wärmenutzung von Biogasanlagen, so Franz Untersteller weiter. So werde die Biogasanlage vom biologisch bewirtschafteten Bäumlehof vor allem mit Rindergülle und Grünlandschnitt entsprechend „biologisch gefüttert“. Und obwohl die Biogasanlage weit außerhalb des Dorfes steht, werde die Wärme sinnvoll genutzt, indem das Biogas mit einer Gasleitung kostengünstig zur Heizzentrale ins Dorf geleitet werde. Zudem habe Leibertingen durch die Gründung einer gemeindeeigenen GmbH und den hierdurch möglichen eigenständig Betrieb des Bioenergiedorfes, ausgelagert aus dem Gemeindehaushalt, einen neuen Weg beschritten. Daher unterstütze das Umweltministerium das Bioenergiedorf mit einem Zuschuss in Höhe von 100.000 Euro aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Bioenergiedörfer

Bioenergiedörfer entspringen der Idee, die Energieversorgung einer Kommune (Strom und Wärme) durch den Einsatz erneuerbarer Energien in eigene Hände zu nehmen. Dabei steht aktuell meist der Einsatz von Bioenergie im Vordergrund. Häufig ist der Ausgangspunkt eine Biogasanlage, die in der Regel mehr Strom produziert als in der Gemeinde verbraucht wird. Um die anfallende Wärme nutzen zu können, ist eine zentrale Wärmeversorgung des Ortes über ein Nahwärmenetz erforderlich.

Derzeit gibt es in Baden-Württemberg 38 Bioenergiedörfer in Betrieb, sechs im Bau und mindestens 18 in konkreten Planungen.

Das Bioenergiedorf Leibertingen hat einige Besonderheiten aufzuweisen:

  • Die Biogasanlage, die die Wärme liefert, steht auf einem Biobetrieb und wird überwiegend mit Gülle und Gras gefüttert.
  • Auf diesem Biobetrieb befindet sich bereits seit 2000 eine Windenergieanlage. Diese steht derzeit still, da die Turbine ersetzt werden soll.
  • Zur Überbrückung der Distanz Biogasanlage – Dorf wurde statt einer Wärmeleitung eine Biogasleitung und ein Satelliten-BHKW im Ort gebaut. Das spart Kosten und ist deutlich energieeffizienter, da verlustfrei. Das Biogas wird erst am BHKW im Ort verstromt, die Abwärme fällt damit im Ort an, dort wo sie auch gebraucht wird.
  • Als bisher erstes Bioenergiedorf in Baden-Württemberg wurde als
  • 100 %-Tochter der Gemeinde eine GmbH zur Umsetzung und Betrieb gegründet. Damit ergibt sich eine vorteilhafte strikte Trennung zwischen Gemeinde und Wärmeversorgung bezüglich Betriebsführung, Kosten usw.

Daten und Fakten zum Bioenergiedorf Leibertingen:

  • Größe Biogasanlage: Gesamtleistung 590 kWel, Satelliten-BHKW im Ort: 250 kWel, 290 kWthermisch, im Ort stehen damit 2,3 Mio. kWh Wärme aus Biogas für die Grundlast zur Verfügung.
  • Input Biogasanlage: Biolandhof „Bäumlehof“ mit 250 ha Fläche, v. a. Rindergülle und Grünlandschnitt.
  • Hackschnitzelheizung: Leistung 700 kW, Hackschnitzel aus Gemeindewald und Region, vorgesehen ist eine Erzeugung von 1,5 Mio. kWh für die Mittel- und Spitzenlast im Winter.
  • Pufferspeicher: Größe 100.000 Liter, wichtig, um Bedarfsspitzen abzufedern und Wärmeanfall aus dem BHKW aufzunehmen, wenn keine entsprechende Wärmenachfrage gegeben ist, z. B. in der Nacht.
  • Wärmenetz: Länge 5,5 km, 96 angeschlossene Gebäude inkl. aller öffentlichen Gebäude, das entspricht einem Anschlussgrad von knapp 60 %.
  • Energieeffizienz: Ca. 60 % der Nutzwärme stammt aus dem Biogas-BHKW, ca. 75 % der im BHKW ganzjährig anfallenden Wärme kann genutzt werden. Wärmeverluste im Netz ca. 25 %.
  • Klimaschutz: Einsparung von ca. 900 t CO2 pro Jahr.
  • Gesamtkosten: Rund 2,76 Millionen Euro.

Quelle:

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