Klimaschutz: Zielstrebig für den Klimaschutz

Die Erde aus etwa 30.000 km Entfernung, aufgenommen am Morgen des siebten Flugtages von Apollo 8 im Dezember 1968 (Bild: gemeinfrei, NASA).

Die Landesregierung setzt sich konsequent für erneuerbare Energien und damit für den Schutz des Klimas ein – und das zahlt sich aus. Seit dem Regierungswechsel im Jahr 2011 haben wir viele Maßnahmen in Angriff genommen. Die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Wie viele Tonnen CO2 konnten durch gezielte Maßnahmen eingespart werden? Was tut die Landesregierung für den öffentlichen Personennahverkehr? Und wie viele neue Stromtankstellen gibt es eigentlich im Land? Diese Fragen sowie weitere Fakten und Maßnahmen für den Klimaschutz beantworten wir Ihnen in dieser Bilderstrecke.

Klimaschutz: Klimaschutz hat in Baden-Württemberg Gesetzesrang

Als eines der ersten Länder in Deutschland haben wir ein Klimaschutzgesetz geschaffen. Darin haben wir uns vorgenommen, den CO2-Ausstoss des Landes zu senken. In dem Gesetz stehen feste Ziele. Mit dem „Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzept” haben wir weit über 100 Maßnahmen festgelegt, um diese Ziele zu erreichen. Dazu zählt auch eine klimaneutrale Landesverwaltung. Wir gehen also mit gutem Beispiel voran.  

Das Erneuerbare Wärme Gesetz (EWärmeG) des Landes trägt dazu bei, dass sich der Anteil erneuerbarer Energien an der Wärmeversorgung deutlich erhöht und damit der CO2-Ausstoß sinkt.

Wir haben das Landesplanungsgesetz so angepasst, dass ein Windkraftausbau in Baden-Württemberg endlich möglich wird. Auch bei der Novelle der Landesbauordnung haben wir etwa mit verpflichtenden Fahrradstellplätzen oder der Fassaden- bzw. Dachbegrünung Maßstäbe gesetzt.

Klimaschutz: Wir setzen auf die Nutzung von Windkraft

Der Rotor einer Windkraftanlage wird montiert (Foto: © dpa)

Wir haben die Zahl der Windkraftanlagen im Land fast verdoppelt – auf 720. Erzeugte die Windkraft in Baden-Württemberg 2011 gerade mal 589 Gigawattstunden (GWh) Strom, waren es im Jahr 2017 bereits 2.010 GWh.

Klimaschutz: Wir treiben den Ausbau der Sonnenenergie voran

Zwei Monteure einer Firma für Solartechnik installieren auf einem Dach Solarpanele. (Bild: © dpa)

Wir haben eine Solaroffensive gestartet. Dafür gibt es ein Förderprogramm für Photovoltaik-Anlagen in Kombination mit netzdienlichen Batteriespeichern, das mittlerweile wegen großer Nachfrage von einer auf 4,3 Millionen Euro aufgestockt wurde. Damit stellt Baden-Württemberg mehr Mittel zur Verfügung als die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bundesweit. Wir fördern den Bau von Wärmenetzen: Insgesamt 36 Projekte haben wir bislang mit sieben Millionen Euro gefördert. Außerdem bauen wir weiter Solaranlagen auf landeseigenen Dächern aus, mittlerweile sind schon etwa 94.000 Quadratmetern bedeckt.

Sonnenenergie: Untersteller fordert vom Bund weiteren Ausbau der Photovoltaik

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft: Thema Sonnenenergie

 

Klimaschutz: Anteil der erneuerbaren Energien im Land um ein Drittel gestiegen

Ein Kran hievt am 08.11.2016 in Konstanz einen Kugelpumpspeicher aus Beton ins Hafenbecken, um diesen zu Testzwecken für wenige Wochen im Bodensee zu versenken. Mit der Kugel, die einen Durchmesser von drei Metern hat, soll nach Institutsangaben getestet werden, ob sie unter Wasser als Energiespeicher dienen kann. (Foto: © dpa)

Der Anteil erneuerbarer Energien an der Bruttostromerzeugung konnte seit 2010 um fast zwei Drittel erhöht werden: von 16,8 Prozent auf 27,5 Prozent im Jahr 2017. Dass wir damit insgesamt bei der Energiewende auf einem guten Weg sind, zeigt auch eine Studie der „Agentur für Erneuerbare Energien“: Baden-Württemberg liegt danach bei der Energiewende bundesweit auf Platz 1. Denn das Land bietet die besten politischen Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien, so die Experten.

Bei erneuerbaren Energien setzt das Land auf neue Techniken wie etwa der oben abgebildete Kugelpumpenspeicher, der am Bodensee erfolgreich getestet wurde oder eine Redox-Flow-Batterie, um Strom aus erneuerbaren Energien zu speichern.

Energiewende: Branchenübergreifendes Netzwerk zum Ausbau erneuerbarer Energien

Klimaschutz: CO2-Einsparungen durch Ressourceneffizienz

Rauch steigt aus einem Schornstein in einen wolkenlosen sonnigen Himmel auf. (Foto: © dpa)

Mit dem Ressourceneffizienzprogramm der L-Bank für Unternehmen haben wir seit 2012 Investitionen von über 4,3 Milliarden Euro für Effizienzmaßnahmen angestoßen. Dadurch sanken die CO2-Emissionen um knapp 130.000 Tonnen im Jahr.

Der CO2-Ausstoß pro Kopf liegt in Baden-Württemberg aktuell bei sieben Tonnen. Das Ziel sind zwei Tonnen bis 2050. Der Bund liegt derzeit bei elf Tonnen.

Wir bringen auch den ökologischen Umbau der Wirtschaft voran. Etwa mit unserem „Think Tank Ressourcenstrategien“ am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Hier erforschen und entwickeln Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam Technologien und Produktionsverfahren von morgen.

Spitzenplatz für Förderprogramm zur Ressourceneffizienz

Klimaschutz: Internationales Klimaschutzbündnis

Die Golden Gate Bridge in San Francisco, Kalifornien USA bei Sonnenuntergang.

Wir glauben, dass Klimaschutz keine Grenzen kennt und haben deshalb gemeinsam mit Kalifornien die Klimaschutzallianz under2coalition gegründet. Die Allianz umfasst inzwischen mehr als 220 Staaten und Regionen, repräsentiert damit mehr als 1,3 Milliarden Menschen aus über 40 Nationalstaaten und rund 43 Prozent der Weltwirtschaft auf sechs Kontinenten. Das Bündnis wird dabei immer größer und immer mehr Regionen und Städte treten dem Bündnis bei.

Klimaschutz: Förderprogramme für den Klimaschutz

Ein Arbeiter montiert eine Styroporplatte zur Wärmedämmung an eine Fassade. (Symbolbild: © dpa)

Wir haben das Förderprogramm „Klimaschutz-Plus“ auf 26 Millionen Euro erhöht. Das Programm fördert Projekte zur Energie- und CO2-Einsparung, zur Steigerung der Energieeffizienz in Gebäuden sowie zur Beratung, Information und Bildung im Bereich Klimaschutz.

Den Klimaschutzpakt mit den Kommunen haben wir ebenfalls aufgestockt: von drei auf 16 Millionen Euro. Wir unterstützen dabei vor allem Angebote zur Beratung und Vernetzung von Kommunen und kommunalen Einrichtungen sowie von kommunalen Multiplikatoren und Mandatsträgern im Bereich Klimaschutz, erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Ebenso stehen Fördermittel für nachhaltige und energieeffiziente Sanierungen von Schulen bereit.

Klimaschutz: Wir legen unser Geld nachhaltig an

Börsenhändler sitzen in der Börse Stuttgart vor Monitoren.

Wir haben die Rücklagen für Pensionen komplett in nachhaltige Anlagen umgeschichtet. Das heißt: Wir investieren nicht mehr in Geschäftsfelder, die den Klimaschutzzielen entgegenstehen und sozialen oder ethischen Grundsätzen widersprechen. Man nennt das auch „Divestment“.

Klimaschutz: Niemand investiert so viel in den öffentlichen Nahverkehr wie wir

Brennstoffzellen-Hybridbus der Stuttgarter Straßenbahnen AG (Bild: © dpa)

Im Rahmen des Luftreinhalteplans Stuttgart haben wir ein bundesweit einmaliges Maßnahmenpaket zum Erleichtern des Umstiegs auf den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ins Leben gerufen: Wir investieren rund 450 Millionen Euro in einen besseren und preiswerteren ÖPNV, in elektrische Busse, in intelligente Verkehrssteuerung und mehr Park&Ride-Parkplätze. Mit dem BW-Tarif, der den ÖPNV unkomplizierter macht mit einem Ticket für alle 22 Verkehrsverbünde in Baden-Württemberg sinken die Fahrpreise im Schnitt um 25 Prozent.

Zudem stärken wir mit unserer ÖPNV-Offensive den öffentlichen Personenverkehr. Schritt für Schritt sorgen wir dafür, dass künftig überall im Land vom frühen am Morgen bis in die Nacht mindestens stündlich ein Zug, Bus oder Sammeltaxi fährt. Dafür haben die wir die ÖPNV-Mittel allein im Jahr 2018 um 23 Millionen Euro erhöht.

Bei den Regionalisierungsmitteln für die Bahn haben wir erfolgreich verhandelt, deshalb steigen diese von 891 Millionen Euro im Jahr 2017 schrittweise auf 1,3 Milliarden Euro im Jahr 2031. So konnten wir alleine für die Verbindungen von und nach Stuttgart 19 zusätzliche Züge für insgesamt 115 Millionen Euro bestellen.

Im vergangenen Jahr haben wir die Rekordsumme von 146 Millionen Euro Bundesmittel für kommunale Nahverkehrsprojekte zugewiesen bekommen. Das sind 44 Prozent der gesamt verfügbaren Bundesmittel. Dies war nur möglich, weil wir als Land unseren Anteil an der Finanzierung der Projekte zugesichert haben.

Mit zahlreichen weiteren Programmen und Projekten fördern wir den öffentlichen Nahverkehr: Etwa bei der Beschaffung von emissionsarmen Bussen, der Einrichtung neuer Linien oder für Bürgerbusse.

Klimaschutz: Wir bringen die Elektromobilität voran

Ein Elektroauto steht in Stuttgart an einer öffentlichen Ladesäule (Bild: © dpa).

Schon heute verfügt Baden-Württemberg über eines der dichtesten Ladenetze für Elektrofahrzeuge in Deutschland. Wir füllen jetzt die übrigen Lücken und schaffen ein flächendeckendes Ladenetz für Elektroautos. Daher fördern wir den Bau von 2.000 weiteren Stromtankstellen im Land. So schaffen wir erstmals in Deutschland ein flächendeckendes Ladenetz für Elektroautos. Im Laufe des Jahres 2019 findet sich dann alle zehn Kilometer eine Ladesäule. Auch deshalb steht Baden-Württemberg bei der nachhaltigen Mobilität gut da. Bei der bundesweiten Vergleichsstudie „Bundesländerindex Mobilität und Umwelt” erreichte das Land 2018 Platz 1. Das zeigt: Unsere nachhaltige Verkehrspolitik wirkt.

Mit verschiedenen Förderprogrammen unterstützen wir den Kauf von Elektrofahrzeugen und Lastenrädern für Gewerbetreibende.

Das Land geht mit gutem Beispiel voran und beschafft bevorzugt nur noch Fahrzeuge mit Elektroantrieb oder Plug-In-Hybride. So besteht der Fuhrpark des Staatsministeriums inzwischen fast ausschließlich aus batterieelektrischen Fahrzeugen oder Plug-In-Hybriden.

Klimaschutz: Wir fördern den Radverkehr

Drei Fahrradfahrer fahren auf einen Radschnellweg (Bild © dpa).
Drei Fahrradfahrer fahren auf einen Radschnellweg.

Zum Ausbau der kommunalen Rad- und Fußverkehrinfrastruktur haben wir 93 neue Projekte im Förderprogramm 2018 bis 2022 aufgenommen. Dafür stehen insgesamt 46 Millionen Euro zur Verfügung. Inzwischen gilt Baden-Württemberg als Vorbild bei der Förderung des Radverkehrs. Wir fördern sowohl den Ausbau der Radinfrastruktur in den Städten und Gemeinden und bauen Radschnellwege zwischen den Kommunen.

Radkultur Baden-Württemberg

Klimaschutz: Wir setzen uns im Bund für mehr Klimaschutz ein

Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Bundesrat (Bild: © Bundesrat)

Viele Entscheidungen in Sachen Klimaschutz werden nicht auf Landes- sondern auf Bundesebene und in Europa getroffen. Als Land haben wir aber über den Bundesrat auch Einfluss auf die Bundespolitik.

Wir versuchen seit Jahren den 52 Gigawatt-Ausbaudeckel aus dem Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) zu streichen, zuletzt im Rahmen des Gesetzgebungsverfahrens zum Gesetz zur Änderung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes, des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes, des Energiewirtschaftsgesetzes und weiterer energierechtlicher Vorschriften (Energiesammelgesetz) Ende 2018 – bislang leider ohne Erfolg.

Nachdem wir die Voraussetzungen für den Ausbau der Windkraft im Land verbessert haben, hat eine neue Regelung des Bundes dafür gesorgt, dass der Ausbau hier abgewürgt wurde. Wir setzen uns im Bund ein, die Regeln wieder so anzupassen, damit wir weiter auch Windkraft ausbauen können.

Umweltminister Untersteller hat ein Konzept für neue Steuerungsinstrumente bei der Energiewende und zur CO2-Bepreisung erarbeitet und kämpft hier sowohl im Land als auch auf Bundesebene für Mehrheiten.