Bildung

Studie: Bestnoten für die Kinderbetreuung im Land

Erzieherin und Kind beim Lesen

In Baden-Württemberg ist die Qualität der Kinderbetreuung deutschlandweit am besten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Bertelsmann Stiftung. Der Personalschlüssel ist demnach sowohl bei den Krippen- als auch bei den Kindergartenkindern spitze. Im Südwesten kommen 3,1 unter Dreijährige und 7,7 Drei- bis Sechsjährige (Stand 1. März 2014) auf eine Erzieherin.

Damit hat Baden-Württemberg das Betreuungsverhältnis in seinen Kitas erneut verbessert: Vor zwei Jahren kamen noch 3,5 Kleinkinder und 8,6 über Dreijährige auf eine Kita-Fachkraft. Außerdem lag der Südwesten damals im Bundesvergleich noch hinter Bremen auf Rang zwei. Die Verbesserung Baden-Württembergs im Kindergartenbereich ist der größte Qualitätssprung aller Bundesländer in den vergangenen zwei Jahren, so die Länderstudie. Eine Untersuchung der Bundesregierung hat für Baden-Württemberg sogar einen Betreuungsschlüssel von 2,9 Kleinkindern auf eine Erzieherin ergeben.

Längst nicht in allen Ländern ist die Situation so gut wie im Südwesten: Im Bundesschnitt betreute eine Erzieherin 4,4 Krippen- oder 9,5 Kindergartenkinder. In manchen Bundesländern kommen über sechs Kleinkinder auf eine Erzieherin.

Auf dem Weg zum Kita-Musterländle

Die Spitzenwerte belegen den Erfolg der Arbeit der Landesregierung. Denn die setzt nicht nur auf einen flächendeckenden Ausbau der Kinderbetreuungsplätze, sondern vor allem auch auf Qualität. Das Credo lautet: Jeder Platz muss ein guter sein. „Die Studie bestätigt uns erneut, dass es in Baden-Württemberg gelungen ist, die Betreuungsangebote für unter Dreijährige auszubauen und gleichzeitig die Qualität weiter zu steigern“, betont Kultusstaatssekretärin Marion v. Wartenberg, „gemeinsam haben wir diese Herausforderung gemeistert, darauf dürfen wir stolz sein.“

Bereits in der Vergangenheit lautete das Urteil der Bertelsmann Stiftung hat: Baden-Württemberg ist im Kita-Bereich auf dem Weg zum Musterländle.

Gut ausgebildete Fachkräfte

Für die Qualität der Kinderbetreuung sind die vielen engagierten Fachkräfte in den Kitas entscheidend. Deshalb legt die Landesregierung großen Wert auf ihre Aus- und Weiterbildung. Hier setzt der Südwesten Maßstäbe. So geht Baden-Württemberg mit der neuen praxisintegrierten, vergüteten Erzieherausbildung neue Wege. Mit dem bundesweit einzigartigen Modell ist es gelungen, den Beruf der Erzieherinnen und Erzieher attraktiver zu machen und damit mehr Personen anzusprechen – darunter ein großer Anteil mit Hochschulreife und eine verhältnismäßig große Zahl an Männern. Daneben unterstützt das Land die Kita-Träger bei der Weiterbildung mit rund zehn Millionen Euro pro Jahr. Außerdem kann ein Hochschulabschluss in frühkindlicher Bildung an Hochschulen und allen Pädagogischen Hochschulen des Landes erworben werden. Entsprechend ist laut der Studie der Anteil der Kitas im Land, in denen mindestens eine Pädagogin  mit Hochschulabschluss arbeitet, seit 2010 (14 Prozent) kontinuierlich auf nunmehr 25 Prozent gestiegen.

Sprachförderung aus einem Guss

Sprachförderung ist ein weiteres Kernanliegen der Landesregierung. Im Kindergarten werden jetzt alle Kinder durch eine ganzheitlich ausgerichtete Sprachbildung gefördert. Für Kinder, die darüber hinaus noch zusätzlichen Sprachförderbedarf haben, hat die Landesregierung ein Sprachförderprogramm aus einen Guss eingeführt: Sie werden nun ab dem ersten Kindergartenjahr bis zum Schuleintritt gefördert.

50 Prozent mehr Kita-Plätze, fast siebenmal mehr Mittel

Aber nicht nur die Qualität, sondern auch die Quantität stimmt: Der Ausbau der Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren kommt in Baden-Württemberg gut voran. So werden inzwischen mit 76.668 Kindern (Stand März 2014) über 50 Prozent mehr unter Dreijährige im Südwesten betreut als unter der Vorgängerregierung im Jahr 2010.

Die Anstrengungen der Landesregierung und der Kommunen zum flächendeckenden Ausbau der Kita-Plätze zeigen also Wirkung. Die Landesregierung hat die Investitionen in die frühkindliche Bildung gegenüber 2010 (83 Millionen Euro) auf 550 Millionen Euro im Jahr 2015 fast versiebenfacht. Zusätzlich hat die Landesregierung im laufenden Jahr ein einmaliges Landesinvestitionsprogramm in Höhe von 50 Millionen Euro für den Kita-Ausbau aufgelegt.

Kitas sind attraktiv

Wie attraktiv die Kitas und die Kindertagespflege in Baden-Württemberg sind, zeigen auch die Besuchsquoten:  2014 nutzten 27 Prozent der Einjährigen und 54 Prozent der Zweijährigen ein solches Angebot. Bei den Dreijährigen waren es 93 Prozent, bei den Vierjährigen 96 Prozent und bei den Fünfjährigen 97 Prozent. Bei den über Dreijährigen war die Besuchsquote von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund gleich hoch.

Das spricht für die pädagogischen Fachkräfte und die Träger. „Die insgesamt hohe Besuchsquote ist ein Kompliment für die Einrichtungen“, sagt Staatssekretärin Marion v. Wartenberg. Vielfalt und Unterschiedlichkeit werde als Bereicherung angesehen. „In unseren Einrichtungen ist jedes Kind willkommen, unabhängig von seiner Herkunft und Muttersprache. Dies ist eine wichtige Voraussetzung für die zunehmende Aufnahme von Flüchtlingskindern“, so v. Wartenberg.

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