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Lebenslanges Lernen
  • 16.08.2018

Lesen und Schreiben als Schlüssel zum Erfolg

Ein gutes Deutsch in Wort und Schrift gehört zu den Schlüsselqualifikationen, die für ein erfolgreiches Leben notwendig sind. Die Landesregierung fördert mit mehreren Programmen die Sprach- und Rechtschreibkompetenz. Sie richten sich an Kinder und Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund, aber auch an Erwachsene, die Lese- und Rechtschreibschwächen haben.

Baden-Württemberger können bekanntlicherweise ja alles, entgegen der landläufigen Meinung sogar Hochdeutsch. Schließlich hat die Heimat von Friedrich Schiller und Hermann Hesse zahlreiche Schriftsteller und Literaten hervorgebracht. Doch auch richtiges Lesen und Schreiben will gelernt sein. Schließlich ist ein gutes Deutsch in Wort und Schrift notwendig für den beruflichen Erfolg und die soziale Teilhabe in der Gesellschaft. Die Landesregierung stärkt daher gezielt die Sprach- und Rechtschreibkompetenzen der Menschen im Land. Dabei geht es darum, von Anfang an in der Schule zu lernen, aber auch darum, Jugendliche und Erwachsene mit Lese- und Rechtschreibschwäche zu unterstützen.

Fehlerfreies Deutsch in der Schule

Das beginnt mit einem verbesserten Deutsch-Unterricht in der Schule, damit alle Kinder richtig Lesen und Schreiben lernen. Hier räumt die Landesregierung der Rechtschreibung einen besonderen Stellenwert ein. „Rechtschreibung ist mehr als das bloße Beachten von Regeln. Richtiges Schreiben ist eine elementare Kulturtechnik und gehört wie Lesen oder Rechnen zu den Schlüsselqualifikationen“, sagt Kultusministerin Susanne Eisenmann.

Das Kultusministerium hat darum einen verbesserten Rechtschreibrahmen entwickelt. Er soll die Rechtschreibkompetenzen der Schülerinnen und Schüler im Land verbessern. Zum Schuljahr 2018/2019 ist dieser die verbindliche Grundlage für den Rechtschreibunterricht in den Klassen eins bis zehn im Fach Deutsch an allen allgemein bildenden Schulen in Baden-Württemberg.

Von Lehrkräften für Lehrkräfte entwickelt

Der Rechtschreibrahmen wurde vom Rat für deutsche Rechtschreibung zusammen mit mehreren Deutschlehrerinnen und -lehrern entwickelt. Er verknüpft die Expertise der Wissenschaft mit der Expertise der Lehrenden und bietet den Lehrkräften Orientierung und fachdidaktische Impulse für den Deutschunterricht.

Der Rechtschreibrahmen arbeitet die Gebiete Phonem-Graphem-Zuordnung – also die Zuordnung von Lauten und Buchstaben –, die Groß- und Kleinschreibung, die Getrennt- und Zusammenschreibung, die Schreibung mit Bindestrich, die Zeichensetzung und die Worttrennung am Zeilenende didaktisch auf. Außerdem enthält der Rechtschreibrahmen eine Übersicht über den Rechtschreibunterricht von den Klassen eins bis zehn und eine Übersicht über die Inhalte der einzelnen Klassenstufen. „Auf einen Blick zeigt der Rechtschreibrahmen, wie sich die Unterrichtsinhalte über die Klassenstufen hinweg entwickeln. Somit unterstützt er die Lehrerinnen und Lehrer bei der Unterrichtsplanung“, fasst Kultusministerin Eisenmann den Rahmen knapp zusammen.

Lernhilfe für Kinder mit Migrationshintergrund

Gutes und fehlerfreies Deutsch in Wort und Schrift ist für Inländer schon nicht immer einfach – für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund stellt es noch einmal eine besondere Herausforderung dar. Die Landesregierung hat deshalb die Bildungsangebote für zugewanderte Kinder und Jugendliche weiter ausgeweitet und qualitativ verbessert.

„Sprache ist der Schlüssel zu Bildung. Nur, wenn die zugewanderten Kinder und Jugendlichen unsere deutsche Sprache sprechen und verstehen, haben sie eine ehrliche Chance. Hier setzen wir an“, hebt Kultusministerin Eisenmann hervor.

Insbesondere die große Heterogenität innerhalb der Gruppe zugewanderter Schülerinnen und Schüler habe eine inhaltliche Weiterentwicklung von Sprachförderangeboten mit stärkerer Differenzierung und zielgruppenspezifischen Konzepten erfordert, so die Ministerin. Die Maßnahmen der Landesregierung beinhalten eine zusätzliche, begleitende Sprachförderung in den Regelklassen, zielgruppenspezifische Angebote sowie zusätzliche Stunden – etwa für kleinere Klassen – in Vorbereitungsklassen und im Vorqualifizierungsjahr Arbeit/Beruf ohne Deutschkenntnisse. In Letzteren erhalten Jugendliche mit keinen oder geringen Deutschkenntnissen bei dem Übergang an die beruflichen Schulen verstärkt Sprachförderung. Auch an den Grundschulen gibt es ab dem Schuljahr 2018/2019 pro Vorbereitungsklasse zwei zusätzliche Stunden für Sprachfördermaßnahmen.

Rund eine Million funktionale Analphabeten in Baden-Württemberg

Nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene brauchen Hilfe beim fehlerfreien Lesen und Schreiben. Immerhin können laut Schätzungen in Deutschland 7,5 Millionen Menschen nicht ausreichend Lesen und Schreiben. In Baden-Württemberg sind es rund eine Million Menschen.

Im Zuge der „Nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung“ von 2016 bis 2026 von Bund, Ländern und Verbänden hat sich die Landesregierung zum Ziel gesetzt, die Lese- und Schreibfähigkeiten Erwachsener spürbar zu verbessern und die Zahl der funktionalen Analphabeten zu verringern. Um die Betroffenen besser zu erreichen, hat das Kultusministerium gemeinsam mit dem Sozialministerium, dem Wirtschaftsministerium, dem Ministerium für Ländlichen Raum und knapp 20 weiteren Partnern einen Landesbeirat für Alphabetisierung und Grundbildung gegründet. Der Landesbeirat will neue Wege in der Alphabetisierung Erwachsener gehen und sowohl die beruflichen wie auch die Alltagskompetenzen wie Rechnen, Fremdsprachen oder auch politische Bildung der Menschen steigern. Besonders geringqualifizierte Beschäftigte in den Unternehmen, genauso wie Hartz IV-Empfänger in den Städten oder Senioren in den Mehrgenerationenhäusern sollen besser in Lernangebote einbezogen werden. „Nur wer richtig lesen und schreiben kann, ist in unserer Gesellschaft gut verankert“, so Kultusministerin Eisenmann.

Studiengang für Alphabetisierung und Grundbildung

Die Pädagogische Hochschule (PH) Weingarten hat nun bundesweit die erste Juniorprofessur für Alphabetisierung und Grundbildung in Forschung und Lehre eingerichtet. „Die Pädagogische Hochschule Weingarten nimmt mit der ersten Juniorprofessur im Bereich Alphabetisierung und Grundbildung bundesweit eine Vorreiterrolle ein. Darin unterstützen wir sie, denn angesichts der gesellschaftlichen Bedeutung des Themas und der vielen Einzelschicksale ist es dringend notwendig, dass wir mehr qualifizierte Lehrkräfte haben, die Jugendlichen mit Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten und bereits erwachsenen Analphabeten eine Chance auf gesellschaftliche Teilhabe geben. Die zwingende Voraussetzung dafür ist: lesen und schreiben zu können“, begründete Wissenschaftsministerin Theresia Bauer diesen Schritt.

Eine Tätigkeit im Bereich der geringen Grundbildung und Alphabetisierung ist aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen der Zielgruppe sehr anspruchsvoll. Bisher gab es für Lehrerinnen und Lehrer aber keine spezifische Vorbereitung für den Umgang mit Lernenden. Der im Wintersemester 2016/17 eingerichtete Masterstudiengang „Alphabetisierung und Grundbildung“ stellt die bundesweit einmalige Möglichkeit dar, künftige Lehrerinnen und Lehrer für die zielgerichtete Unterstützung und Bildung von Jugendlichen mit Lese-und Rechtschreibschwierigkeiten sowie erwachsenen, funktionalen Analphabeten auf dem Niveau eines Master of Arts optimal vorzubereiten.

Meldung: Verbindliche Grundlage und didaktische Impulse für den Rechtschreibunterricht

Meldung: Zusätzliche Sprachförderung für zugewanderte Kinder und JugendlicheMeldung: Neuer Landesbeirat für Alphabetisierung und GrundbildungMeldung: Bundesweit erste Juniorprofessur für Alphabetisierung

Publikation: Rechtschreibrahmen für die Klassen 1 bis 10 (PDF)

Kultusministerium: Häufige Fragen zu Alphabetisierung und Grundbildung

Fortbildung Baden-Württemberg

Fachstelle für Grundbildung und Alphabetisierung Baden-Württemberg

Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung e.V.

Kampagne: ichance

Nationale Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung

Quelle: /red


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