Nationalpark

Eine Spur wilder

Nationalpark-Direktor Wolfgang Schlund montiert am 29.04.2014 bei Seebach (Baden-Württemberg) am Ruhestein ein Holzschild mit der Aufschrift "Nationalpark Schwarzwald". (Foto: dpa)

Seit dem 1. Januar 2014 hat Baden-Württemberg seinen ersten Nationalpark. Im Nordschwarzwald hat die Natur auf gut 10.000 Hektar künftig den Raum, sich frei und ungestört zu entwickeln. Aber auch für die Besucherinnen und Besucher gibt es rund um Ruhestein, Hohen Ochsenkopf und Plättig künftig eine ganze Menge zu entdecken.

Ob der Yellowstone-Nationalpark in den USA, der Serengeti-Nationalpark in Tansania oder der Krüger-Nationalpark in Südafrika – sie alle sind weltbekannt. Nun hat auch Baden-Württemberg im Nordschwarzwald seinen ersten Nationalpark. Als wirtschaftsstarke und wohlhabende Industrieregion stellen wir uns damit unserer besonderen Verantwortung für den Natur- und Artenschutz.

Natur kann sich frei entwickeln

In dem gut 10.000 Hektar großen Nationalparkgebiet zwischen Plättig und Alexanderschanze hat die Natur seit Januar den Raum, sich frei und ungestört entwickeln zu können. Die Vielfalt der Landschaften, der Tiere und Pflanzen wird davon profitieren. Das gilt vor allem für hochgradig gefährdete Arten, die auf der Roten Liste stehen. Da der Mensch nicht in die Natur eingreift, bietet der Nationalpark zukünftig auch einzigartige Möglichkeiten für die Grundlagenforschung. Hier lässt sich die natürliche Entwicklung der Wildnis untersuchen und die Natur bei der Arbeit beobachten. Und dies nicht nur für die Forscher, sondern auch für die Besucherinnen und Besucher, die hier Natur pur erleben können.

Denn der Park ist ausdrücklich nicht nur für Tiere und Pflanzen da, sondern auch für die Menschen. Eine der Hauptaufgaben der Mitarbeiter im Nationalpark ist es, die Besucher mit Erlebnis- und Infoeinrichtungen, Veranstaltungen und Angeboten für die Natur zu begeistern und über die Prozesse in der Umwelt zu informieren. Über das Netz aus Wanderwegen können Besucher den Park auf eigene Faust erkunden oder an einer der geführten Touren teilnehmen. Auch Reiten, Mountainbiken, Skifahren oder Langlaufen wird es im Nationalpark weiterhin geben. Die Regeln für die Nutzung des Nationalparks werden in Zusammenarbeit mit Verbänden und Vereinen erarbeitet.

Chance für Wirtschaft und Tourismus

Aber nicht nur für Natur und Mensch, auch für die Wirtschaft vor Ort, besonders den Tourismus im Nordschwarzwald, bietet der Nationalpark eine einmalige Chance. Experten rechnen mit deutlich mehr Übernachtungs- und Tagesgästen. Das bedeutet zusätzliche Einnahmen für Hotels, Gastronomie und Reiseveranstalter vor Ort und neue Arbeitsplätze für die Region. Damit setzt der Nationalpark neben dem Ausrufezeichen für den Naturschutz auch einen Wachstumsimpuls.

Am 28. November 2013 hatte der baden-württembergische Landtag das Gesetz zur Errichtung des Nationalparks Schwarzwald beschlossen, am 1. Januar 2014 ging der neue Nationalpark an den Start. Diesem Beschluss ging ein zweieinhalbjähriger, intensiver Diskussionsprozess voraus, an dem die Bevölkerung, Verbände und die Kommunen vor Ort beteiligt waren. Viele Bürgerinnen und Bürger haben ihren Sachverstand und ihre Ideen in die Diskussion eingebracht. Damit trägt der Nationalpark die Handschrift aller, die sich konstruktiv, aber auch kritisch in das Verfahren eingebracht haben. Diese rege Beteiligung hat den Nationalpark besser gemacht – und soll ihn auch zukünftig weiter voranbringen.

Über die grundsätzlichen Fragen des Parks entscheidet nun der so genannte Nationalparkrat. Kreise und Kommunen, auf deren Gemarkung der geplante Nationalpark liegt, stellen nicht nur die Hälfte der Mitglieder des Nationalparkrats, sondern auch seinen Vorsitzenden. Dieses bundesweit einmalige Mitbestimmungsrecht garantiert, dass die Akteure vor Ort die Möglichkeit haben, ihre Interessen aktiv einzubringen und den Nationalpark direkt mitzugestalten.

Weiterführende Links

Fragen und Antworten zum Nationalpark Schwarzwald

Nationalpark Schwarzwald

Ein Landwirt bei der Mostäpfellese mit Erntehelfern auf seiner Streuobstwiese. (Foto: © dpa)
  • Landschaftspflege

Mit Engagement die Kulturlandschaften erhalten

Drei leuchtende Würfel mit Paragrafen-Zeichen liegen auf einer Computer-Tastatur.
  • Corona-Verordnungen

Aktuelle Änderungen der Corona-Verordnungen

Ein Wolf sitzt im Erlebnispark Tripsdrill in einem Gehege. (Foto: dpa)
  • Artenschutz

Online-Konferenz zum Wolfsmanagement

Eine Herde Schafe im Biosphärengebiet Schwarzwald (© Emmler/RP Freiburg)
  • Herdenschutz

Drei gerissene Schafe im Neckar-Odenwald-Kreis

Blick auf einen Wanderweg mit Spaziergängern am Lochenstein bei Balingen auf der Schwäbischen Alb (Bild: dpa - Bildfunk)
  • Tourismus

Tag des Wanderns am 18. September

Kiebitz (Bild: © Sina Schuldt / dpa)
  • Biodiversität

Zweite Runde von „Baden-Württemberg blüht“ startet

Ein angehender Hotelfachmann serviert einem Ehepaar sein Mittagessen. (Bild: © picture alliance/Philipp von Ditfurth/dpa)
  • Coronavirus

Corona-Hilfen für das Hotel- und Gaststättengewerbe

Parkende Reisebusse (© picture alliance/Frank Rumpenhorst/dpa)
  • Coronavirus

Förderprogramm für Bustouristik-Branche läuft an

Verkehrsschild Tempo 30 (Foto: dpa)
  • Lärmschutz

Fraunhofer-Projekte zur Lärmminderung

Eine Grinde, eine fast baumfreie Feuchtheide, aufgenommen am Schliffkopf im Nationalpark Schwarzwald. (Bild: picture alliance/Uli Deck/dpa)
  • Naturschutz

Untersteller startet Biodiversitätstour im Schwarzwald

Die renaturierte Rems in Winterbach (Bild: Umweltministerium Baden-Württemberg)
  • Gewässerschutz

Initiative zum Gewässerschutz startet

Ein Wolf sitzt im Erlebnispark Tripsdrill in einem Gehege. (Foto: dpa)
  • Artenschutz

Wildkamera zeichnet Wolf im Odenwald auf

Die Heuneburg soll in den kommenden Jahren zu einer musealen und touristischen Erlebniswelt ausgebaut werden. (Bild:  Günther Bayerl / Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg)
  • Kultur

Mit dem Fahrrad auf den Spuren der Kelten

Lange Bahnunterührung im Neonlicht mit braunen Bodenfließen und dunklen Wandfließen
  • Schienenverkehr

Verkehrsminister Hermann besichtigt Bahnhof Crailsheim

Verkehrsminister Winfried Hermann (l.) überreicht der Stadt Karlsruhe und dem Karlsruher Oberbürgermeister Frank Mentrup (r.) die Auszeichnung „Goldene Wildbiene“ (Bild: Verkehrsministerium Baden-Württemberg)
  • Artenschutz

Mit blühenden Verkehrs­inseln zu mehr Artenvielfalt

Baden-Württemberg, Stuttgart: Eine Biene zieht Nektar aus einer gelben Wiesenblume. (Bild: picture alliance/Fabian Sommer/dpa)
  • Naturschutz

Stiftung Naturschutzfonds startet Sonderförderung

Ein Mann fährt auf dem Neckar bei Tübingen mit einem Stocherkahn. (Bild: picture alliance/Marijan Murat/dpa)
  • Gewässer

Vorhersagen der Wassertemperatur ab sofort online

Wanderkarten
  • Tourismus

Neue Wanderkarten für die Regionen Freiburg und Furtwangen

Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (l.) mit DEHOGA-Hauptgeschäftsführer Jürgen Kirchherr (M.) und dem Leiter der DEHOGA Akademie, Thomas Schwenck (r.) (Bild: Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg)
  • Weiterbildung

Land fördert Online-Qualifizierungsangebot im Gastgewerbe

Logo des Umweltpreises für Unternehmen 2020. (Bild: Umweltministerium Baden-Württemberg)
  • Umwelt- und Klimaschutz

17 Unternehmen für Umweltpreis nominiert

Eine Reiserückkehrerin, die in Polen war, lässt sich in einer Covid-19-Teststation am Hauptbahnhof von einem Arzt testen. Vor dem Hintergrund steigender Infektionszahlen baut Baden-Württemberg seine Teststationen für Urlaubsrückkehrer im Land aus.
  • Coronatests

Mehr Testmöglichkeiten für Reiserückkehrer

Mehrere Sonnenhungrige sitzen am sogenannten Malereck in Langenargen am Bodensee unter ihren Sonnenschirmen oder bräunen sich in der Sonne. (Bild: picture alliance/Felix Kästle/dpa)
  • Tourismus

Weniger Gäste und Übernachtungen im Land

Kurhaus Baden-Baden
  • Tourismus

Ausgleichszahlungen für Baden-Baden

Regenüberlaufbecken Ammerbuch
  • Abwasser

Bau eines Retentionsboden­filters in Reusten

Staatssekretär Dr. Andre Baumann (Bild: Vertretung des Landes beim Bund)
  • Sommertour

Staatssekretär Andre Baumann auf Sommertour