Infektionsschutz

Schützen Sie sich und andere vor Infektionen

Auch wer sich nicht krank fühlt, kann das Coronavirus weitergeben. Im Freien, aber auch in geschlossenen Räumen, ist es wichtig, auf Infektionsschutz zu achten. Wir haben die wichtigsten Tipps zusammengestellt.

Das Tückische am Coronavirus ist, dass bereits infizierte Personen schon andere Menschen anstecken können, auch wenn sie noch keine Beschwerden haben. Bereits ein bis zwei Tage vor Auftreten von Symptomen kann man andere Menschen anstecken – manchmal verläuft die Krankheit gar ohne Beschwerden und Symptome.

Oft fühlt sich die Erkrankung wie ein normaler Jahreszeit-typischer grippaler Infekt an und die Betroffenen deuten sie als unproblematisch. Sie nehmen weiter am Leben teil und verbreiten das Virus unwissentlich weiter.

Eine Liste der häufigsten Symptome finden Sie beim Robert Koch-Institut.

Derzeit steigen die Zahlen der Neuinfektionen und der Menschen, die wegen einer COVID-19-Erkrankung intensivmedizinisch behandelt werden müssen, stark an. Wir befinden uns mitten in der 3. Welle. Daher gilt derzeit in vielen Landkreisen die Notbremse und es gelten wieder schärfere Einschränkungen. Es geht vor allem darum, soziale Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren und die eigene Mobilität einzuschränken, damit die Infektionen möglichst wenig weiter getragen werden.

Dabei gilt: Nicht alles, was erlaubt ist, muss man auch unbedingt machen oder aufs Äußerste ausreizen. Hier kommt es auf jede und jeden Einzelnen von uns an. Denn nur gemeinsam können wir die Infektionszahlen wieder senken. Die inzwischen dominante britische Virusvariante B.1.1.7 ist ansteckender und gefährlicher als der ursprüngliche Wildtyp des Corona-Virus SARS-CoV-2. Daher ist es um so wichtiger, sich an die Hygieneregeln zu halten und bei persönlichen Kontakten besonders auf den Infektionsschutz zu achten.

Faustregeln für den Infektionsschutz

Menschen mit Vorerkrankungen und Ältere sind durch das Corona-Virus (SARS-CoV-2) besonders gefährdet. Mediziner sprechen hier von so genannten vulnerablen Gruppen. Bei diesen Menschen kann die Krankheit einen schweren Verlauf nehmen und sogar tödlich sein. Gemeinsam müssen wir sie besonders schützen.

Aber jeder sollte sich im Alltag besonders vor einer Ansteckung und den möglichen schweren Folgen einer COVID-19 Erkrankung schützen. Wir haben ein paar Faustregeln zusammengestellt, wie Sie sich im Alltag schützen können. 

  • Mit der AHA+L-Formel: Abstand, Hygiene, Alltagsmaske und regelmäßiges Lüften von geschlossenen Räumen bleiben wichtig, um die Infektionszahlen wieder sinken zu lassen:
    • Halten Sie überall, wo es möglich ist, mindestens 1,5 Meter Abstand zu Ihren Mitmenschen ein.
    • Beachten Sie die Hygieneregeln beim Husten, Niesen und Händewaschen. Husten und niesen Sie nicht in die Hand, sondern in die Armbeuge oder in den Oberarm.
    • Halten Sie sich an die Maskenpflicht. Etwa in Bus und Bahn oder beim Einkaufen.
    • Lüften Sie in geschlossen Räumen regelmäßig durch.
  • Vermeiden Sie, sich ins Gesicht zu greifen. Mund, Nase und besonders Augen sind Einfallstore. Brillen bieten daher auch Schutz.
  • Waschen Sie sich regelmäßig gründlich die Hände mit Seife.
  • Reduzieren Sie Besuche bei älteren Menschen, um diese nicht zu gefährden – auch wenn es schmerzt. Nutzen Sie digitale Medien wie Skype und Messenger-Dienste, um in Kontakt zu bleiben oder rufen Sie sich gegenseitig an. Und wenn es sein muss oder wenn häuslicher Kontakt besteht, verringert ein eine medizinische oder FFP2-/KN95-/N95 Maske das Ansteckungsrisiko. Sie kennen diese aus dem asiatischen Raum. Dort tragen ihn die Menschen aus Achtung vor ihrem Gegenüber, um dieses nicht anzustecken. Nutzen Sie Besteck und Gläser nicht gemeinsam. Auch Vorsicht bei einer gemeinsam genutzten elektrischen Zahnbürste.
  • Denken Sie weiter an die Hustenetikette. Also nicht in die Hand, sondern in Armbeuge oder Oberarm husten.
  • Benutzen Sie Papiertaschentücher und entsorgen Sie sie nach Gebrauch direkt im Restmüll – bitte nicht in den Papiermüll oder die Toilette werfen.
  • Reinigen Sie alle Oberflächen regelmäßig, die von mehreren Menschen regelmäßig berührt werden – also etwa Türklinken, Tastaturen, Bad-Armaturen. Ein normaler Haushaltsreiniger genügt dafür.
  • Schließen Sie vor allem auf von mehreren Menschen genutzten Toiletten den Deckel vor dem Spülen. So verhindern Sie, dass Keime aus der Toilette im Raum als Aerosole versprüht werden.
  • Nutzen Sie die Corona-Warn-App und melden Sie auch dort, wenn Sie positiv getestet wurden, um andere zu warnen.

Übernehmen Sie Eigenverantwortung

Nutzen Sie das Testangebot Ihrer Stadt oder Gemeinde und lassen Sie sich einmal in der Woche kostenlos auf das Coronavirus testen. So können Menschen die zwar keine Symptome haben aber dennoch andere anstecken können schnell erkannt und Infektionsketten schnell unterbrochen werden. Wo Sie vor Ort Teststationen finden können, finden Sie auf den Webseiten Ihrer Stadt, Gemeinde oder Ihres Landkreises.

Begeben Sie sich bei Verdachtsfällen etwa bei Auftreten von Symptomen in häusliche Isolation, halten Sie telefonisch Rücksprache mit Ihrem Hausarzt und meiden Sie Kontakte zu anderen Personen. Angehörige Ihres Haushalts sollten Kontakte zu anderen Personen außerhalb des Haushalts ebenfalls möglichst meiden bis die Infektionslage geklärt ist (Testergebnis). Auch wenn Sie keine konkrete Aufforderung durch das Gesundheitsamt oder die Teststelle bekommen haben.

Informieren Sie bei einem positiven Testergebnis, soweit möglich, unbedingt selbst Personen, mit denen Sie in den vergangenen zwei Wochen engen persönlichen Kontakt hatten. Also Arbeitskolleginnen und -kollegen – direkt oder über den Arbeitgeber, Familienangehörige, Freunde und Bekannte, Vereinskameradinnen und -kameraden, Nachbarn, Schule oder Kita, usw., damit diese Personen selbst entsprechende Maßnahmen ergreifen und die Infektionskette durchbrechen können.

Bei der Kontaktnachverfolgung durch die Gesundheitsämter kann ein sogenanntes Kontakttagebuch helfen – diese Funktion ist inzwischen auch in der Corona-Warn-App integriert. Notieren Sie sich am Abend kurz in Stichworten, wenn Sie an dem Tag in möglichen Cluster-Situationen waren. So können Sie dem Gesundheitsamt bei einem positiven Testergebnis schnell und zuverlässig sagen, wann Sie beispielsweise in einer Besprechung, auf einem Vereinstreffen oder in anderen Situationen waren, bei denen eine Ansteckung möglich gewesen wäre.

Infektionsketten digital unterbrechen

Wenn Menschen sich trotz aller Vorsicht infizieren, gilt es, die Infektionsketten schnell unterbrechen zu können. Dabei hilft uns die Corona-Warn-App der Bundesregierung und des Robert Koch-Instituts. Wir empfehlen daher dringend, die App auf Ihrem Smartphone zu installieren und zu nutzen.

Die App misst mittels Bluetooth-Technik den Abstand zwischen den Personen, die die App installiert und aktiv laufen haben. Das Smartphone merkt sich diese Begegnungen. Werden Nutzerinnen und Nutzer der App positiv auf das Coronavirus getestet, können sie diese Informationen über die App teilen. Bitte nutzen Sie unbedingt die Funktion, um Ihre App-Kontakte anonym zu warnen! So werden alle Personen informiert, die in den vergangenen 14 Tagen nahen Kontakt zu der infizierten Person hatten. Sie können sich dann vorsorglich in Isolation begeben, testen lassen und dadurch Freunde, Kollegen oder die Familie vor einer möglichen Infektion schützen. Das Verfahren erlaubt zu keinem Zeitpunkt Rückschlüsse auf die Nutzerin oder den Nutzer sowie den Standort. Niemand erfährt, wer infiziert ist. Selbst die App weiß nicht, wer Sie sind.

Vorsicht vor Fake-News

Lassen Sie sich durch Gerüchte und Falschmeldungen nicht verunsichern. Verbreiten Sie vor allem nichts ungeprüft über Messenger oder Soziale Netzwerke weiter.

Setzen Sie auf vertrauenswürdige Webseiten der Landes- und Bundesministerien und auf die zahlreichen Medienangebote von ARD, SWR, ZDF und Online-Angebote renommierter Zeitungen und Zeitschriften. Das unabhängige Recherche-Kollektiv correctiv.org überprüft Meldungen auf ihren Wahrheitsgehalt. Das Blog mimikama.at klärt Gerüchte und Falschmeldungen rund um Corona auf. Auch das Blog „Volksverpetzer“ überprüft regelmäßig Meldungen und Gerüchte rund um das Coronavirus.

NDR Info bietet ein „Coronavirus-Update“ mit dem Leiter der Virologie in der Berliner Charité Christian Drosten und der Leiterin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt Sandra Ciesek als Podcast an. Hier bekommen Sie viele Hintergründe zur aktuellen Forschung.

Infektionsketten unterbrechen, wie geht das?

Wer gehört zur Risikogruppe?

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) hat eine Videoreihe zum Schutz vor Infektionen und häufigen Fragen rund um das Corona-Virus auf YouTube veröffentlicht.

Informationen zum neuartigen Coronavirus/COVID-19

Das Robert Koch-Institut hat zahlreiche Informationen zum Corona-Virus zusammengestellt

Auf unserer Übersichtsseite zu Corona halten wir Sie zudem aktuell über alle Maßnahmen der Landesregierung auf dem Laufenden.

Tipps für einen einfachen Mundschutz