Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten zum Umgang mit Corona-Selbsttests, -Schnelltests und -PCR-Tests mit weiteren Informationen rund um die Testungen sowie zu den Teststellen.
Inhaltverzeichnis
MerkblätterSelbsttestsSchnelltestsPCR-TestsTestungen allgemeinTestungen zur vorzeitigen Beendigung der Absonderung („Freitesten“)Teststellen
FAQ zu SARS-CoV-2-Testungen (Stand: 11. April 2022)
Zuletzt aktualisierte Fragen sind mit einem Sternchen * gekennzeichnet.
Merkblätter:
Merkblatt „Mein Selbsttest ist positiv – Was muss ich jetzt tun?“ (PDF)
Merkblatt „Mein Schnelltest ist positiv – Was muss ich jetzt tun?“ (PDF)
Merkblatt „Mein PCR-Test ist positiv - Was muss ich jetzt tun?“ (PDF)
Übersetzungen der Merkblätter / Translations see: information about coronavirus in other languages
Selbsttests:
Bei einem sogenannten Selbsttest auf das Coronavirus SARS-CoV-2 handelt es sich um einen Antigentest, der zur Anwendung durch Privatpersonen bestimmt ist. Die Probenahme und -auswertung ist bei diesen Tests entsprechend einfach gestaltet. So genügt bei der Probenahme beispielsweise ein Abstrich im Nasenvorhof. Bei der Durchführung ist die Gebrauchsanweisung des Tests zu beachten.
In der Corona-Verordung Absonderung wird der Selbsttest wie folgt definiert:
„Selbsttest ist ein von der Person selbst oder ihrer sorgeberechtigten Person, ohne Überwachung durch eine geeignete Person vorgenommener Test auf das Coronavirus, der nicht bescheinigungsfähig ist.“
Das Ergebnis eines anlasslosen Selbsttests kann für einen begrenzten Zeitraum zusätzliche Sicherheit geben. Sinnvoll kann ein Test daher beispielsweise vor dem Zusammentreffen mit vulnerablen Gruppen oder mit Personen sein, bei denen von einem eingeschränkten Impfschutz auszugehen ist, wie beispielsweise immunsupprimierte Personen, oder auch wenn man leichte Beschwerden ohne Krankheitswert hat, sich beispielsweise unwohl fühlt.
Nein, ein positiver Selbsttest auf das Coronavirus SARS-CoV-2 muss nicht dem Gesundheitsamt gemeldet werden.
Bei einem positiven Testergebnis ist davon auszugehen, dass Sie andere Personen anstecken können, auch wenn Sie (noch) keine Symptome haben. Coronavirus-Infektionen verlaufen in vielen Fällen ohne Symptome.
Wenn Ihr Selbsttest ein positives Ergebnis zeigt, sind Sie verpflichtet, unverzüglich einen Antigenschnelltest oder PCR-Test zur Bestätigung Ihres Ergebnisses durchführen zu lassen. Nach der aktuell gültigen Testverordnung des Bundes haben Sie Anspruch auf eine bestätigende Untersuchung. Diese Testung ist für Sie kostenfrei. Bei begrenzten PCR-Kapazitäten ist es empfehlenswert, zunächst einen Antigenschnelltest in einer Teststelle vornehmen zu lassen.
Bis zum Erhalt des Ergebnisses wird dringend empfohlen, sich in häusliche Absonderung zu begeben und Kontakte bestmöglich zu vermeiden. Die eigene Wohnung sollte nur in medizinischen oder sonstigen Notfällen verlassen werden. Tragen Sie eine Maske, wenn Sie Kontakt zu anderen Personen in Ihrem Haushalt haben. Lüften Sie regelmäßig alle Zimmer der Wohnung.
Der positive Selbsttest begründet allerdings keine Absonderungspflicht. Es entsteht ebenso kein Anspruch auf Entschädigung nach § 56 Infektionsschutzgesetz. Ist Ihr bestätigender Antigenschnelltest oder PCR-Test ebenfalls positiv, müssen Sie sich hingegen unverzüglich in häusliche Absonderung begeben. In einem solchen Fall greifen die Absonderungspflichten aus der CoronaVO Absonderung. Hinsichtlich eines etwaigen Anspruchs auf Entschädigung nach § 56 Infektionsschutzgesetz während des Absonderungszeitraums wird auf die FAQ zum entsprechenden Entschädigungsanspruch verwiesen.
Wenn der zur Bestätigung durchgeführte Schnelltest oder PCR-Test dann negativ ist, können Sie die bisherige freiwillige häusliche Absonderung beenden.
Nach einem positiven Selbsttest sind Sie gemäß der Corona-Verordnung Absonderung dazu verpflichtet, sich unverzüglich nachtesten zu lassen. Dies kann mittels überwachten Antigenschnelltest in einer Teststelle oder mittels PCR-Test geschehen. Bei begrenzten PCR-Kapazitäten ist es empfehlenswert zunächst erstmal einen Antigenschnelltest in einer Teststelle vornehmen zu lassen. In diesem Zusammenhang weisen wir darauf hin, dass ein Genesenennachweis nach § 22a Absatz 2 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) des Bundes nur dadurch erworben werden kann, dass die Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 durch einen Nukleinsäurenachweis (PCR, PoC-NAAT oder weitere Methoden der Nukleinsäureampflifikationstechnik) nachgewiesen wurde.
Siehe gleichlautende Frage im Abschnitt „Informationen für positiv getestete Personen“ in den FAQ zur Corona-Verordnung Absonderung.
Wenden Sie sich an eine Teststelle, um Ihr positives Selbsttestergebnis bestätigen zu lassen. Die Kontaktdaten erfahren Sie über die Internetseite der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg oder unter der Telefonnummer 116 117. Eine Auflistung teilnehmender Apotheken, die Testungen anbieten, finden Sie auf der Internetseite der Landesapothekenkammer. Oftmals listen auch die Kommunen weitere Teststellen auf ihren Internetseiten.
Lassen Sie die Teststelle vorab wissen, dass Sie einen Selbsttest durchgeführt haben und dieser positiv war.
Wird die empfohlene häusliche Absonderung zur Durchführung des Testes unterbrochen, beachten Sie unbedingt die geltenden Schutzmaßnahmen (Abstand, medizinischer Mund-Nasen-Schutz oder FFP2-Maske). Beachten Sie die geltenden Regeln im öffentlichen Personennah- und Fernverkehr und verzichten Sie bestmöglich auf dessen Nutzung.
Schnelltests:
Bei einem sogenannten Schnelltest auf das Coronavirus SARS-CoV-2 handelt es sich um einen Point of Care (PoC)-Antigentest, der zur Anwendung durch medizinisches Fachpersonal oder entsprechend geschulte Personen vorgesehen ist. Die Probenahme kann je nach Test durch einen Abstrich im oberen Nasenbereich alleine oder in Kombination mit einem Rachenabstrich oder auch im Nasenvorhof erfolgen. Die Durchführung kann teilweise auch in Form eines angeleiteten Selbsttests erfolgen.
Asymptomatische Personen können weiterhin kostenfrei einen Antigenschnelltest durchführen lassen („Bürgertestungen“ nach § 4a Coronavirus-Testverordnung). Überwachte Antigen-Tests zur Eigenanwendung fallen nicht unter die Möglichkeit der Bürgertestungen.
Die Kontaktdaten erfahren Sie über die Internetseite der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg oder unter der Telefonnummer 116 117. Eine Auflistung teilnehmender Apotheken, die Schnelltests durchführen, finden Sie auf der Internetseite der Landesapothekenkammer. Oftmals listen auch die Kommunen weitere Teststellen auf ihren Internetseiten. Auch über das Schnelltestportal der Corona-Warn-App können Sie Teststellen in Ihrer Umgebung finden. Das Testangebot richtet sich oftmals nur an Personen, die keine Symptome einer COVID-19-Erkrankung aufweisen.
Wer Symptome einer COVID-19-Erkrankung hat, soll sich zur Testung an Arztpraxen, Schwerpunktpraxen oder Fieberambulanzen wenden. Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg veröffentlicht eine Übersicht der Testmöglichkeiten für symptomatische Personen. Ein Termin kann auch unter der Telefonnummer 116 117 vereinbart werden.
Bei einem positiven Testergebnis ist davon auszugehen, dass Sie andere Personen anstecken können, auch wenn Sie (noch) keine Symptome haben. Coronavirus-Infektionen können auch ohne Symptome verlaufen.
Sofern die PCR-Kapazitäten in Ihrer Gegend ausreichend sind, lassen Sie Ihren positiven Schnelltest mittels eines zuverlässigeren PCR-Tests bestätigen und begeben Sie sich unverzüglich in Absonderung. Die Kosten für die PCR-Nachtestung sind von der Testverordnung des Bundes abgedeckt und somit für Sie kostenfrei. Lassen Sie die Teststelle vorab wissen, dass Sie einen positiven Schnelltest hatten.
Das Gesundheitsamt wird mit positiv getesteten Personen, Haushaltsangehörigen und weiteren Kontaktpersonen außerhalb von Ausbrüchen und Settings mit vulnerablen Gruppen künftig nicht mehr routinemäßig Kontakt aufnehmen. Es ist auch nicht erforderlich, dass Sie sich selbst an das Gesundheitsamt wenden.
Bei einem positiven Ergebnis eines Schnelltests gelten die Regelungen der Corona-Verordnung Absonderung. Danach gilt die Verpflichtung, sich unverzüglich für in der Regel 10 Tage in häusliche Absonderung zu begeben. Verlassen Sie Ihre Wohnung oder Ihr Haus nur in medizinischen oder sonstigen Notfällen. Tragen Sie eine Maske, wenn Sie Kontakt zu anderen Personen in Ihrem Haushalt haben. Lüften Sie regelmäßig alle Zimmer der Wohnung. Weitere Hinweise zum Verhalten bei häuslicher Absonderung finden Sie hier unter „Was muss bei häuslicher Quarantäne beachtet werden?“
Ihre Absonderung endet in der Regel 10 Tage nach Probenahme. Die Absonderung endet bereits vorzeitig, wenn ein nachträglich durchgeführter PCR-Test negativ ist, direkt mit dem Vorliegen des negativen PCR-Ergebnisses. Es erfolgt keine gesonderte Mitteilung durch das Gesundheitsamt. Das negative Testergebnis muss nur vorgelegt werden, wenn die zuständige Behörde dies explizit verlangt.
Informieren Sie zudem Ihre Haushaltsangehörigen über Ihr positives Testergebnis.
Ihre Haushaltsangehörigen müssen sich ebenfalls sofort nach Kenntnis über Ihr positives Ergebnis in Absonderung (Quarantäne) begeben, außer diese gelten als quarantänebefreit.
„Quarantänebefreite Person“ ist jede Person, die
- mindestens drei Einzelimpfungen erhalten hat und deren letzte Einzelimpfung mindestens drei Monate nach der zweiten Einzelimpfung erfolgt ist,
- lediglich zwei Einzelimpfungen erhalten hat und deren zweite Einzelimpfung nicht mehr als 90 Tage zurückliegt,
- einen bei ihr durchgeführten positiven Antikörpertest nachweisen kann und dieser Antikörpertest zu einer Zeit erfolgt ist, zu der die betroffene Person noch keine Einzelimpfung erhalten hatte und die anschließend mindestens zwei Einzelimpfungen erhalten hat,
- einen bei ihr durchgeführten positiven Antikörpertest nachweisen kann und dieser Antikörpertest zu einer Zeit erfolgt ist, zu der die betroffene Person noch keine Einzelimpfung erhalten hatte und die anschließend lediglich eine Einzelimpfung erhalten hat, welche nicht mehr als 90 Tage zurückliegt,
- eine Infektion durch einen positiven PCR-Test darlegen kann und deren Testung zum Nachweis der vorherigen Infektion mindestens 28 Tage und höchstens 90 Tage ab Probenentnahme zurückliegt,
- positiv mittels PCR-Test getestet wurde und anschließend eine Einzelimpfung erhalten hat, wenn die Einzelimpfung nicht mehr als 90 Tage zurückliegt,
- eine Einzelimpfung erhalten hat und nach Erhalt dieser Einzelimpfung positiv mittels PCR-Test getestet wurde und bei der die entsprechende Probenentnahme mindestens 28 Tage und höchstens 90 Tage zurückliegt,
- eine Einzelimpfung erhalten hat, nach Erhalt dieser Einzelimpfung positiv mittels PCR-Test getestet wurde und anschließend eine weitere Einzelimpfung erhalten hat,
- positiv mittels PCR-Test getestet wurde und anschließend mindestens zwei Einzelimpfungen erhalten hat, oder
- zwei aufeinanderfolgende Einzelimpfungen erhalten hat und anschließend positiv mittels PCR-Test getestet wurde, wenn die entsprechende Probenentnahme mindestens 28 Tage zurückliegt;
- UND in allen Fällen keine gegenteilige Anordnung der zuständigen Behörde erhalten hat.
Zudem dürfen die Haushaltsangehörigen nicht selber positiv getestet sein und dürfen keine Symptome haben, um quarantänebefreit zu sein.
Merkblatt „Mein Schnelltest ist positiv“ (PDF)
Übersicht „Quarantänebefreite Person“ im Sinne des § 1 Nummer 11 CoronaVO Absonderung (PDF)
Antworten auf häufige Fragen zur Corona-Verordnung Absonderung
Nein, eine Verpflichtung zur PCR-Testung besteht nicht, wenn Sie einen Schnelltest in einer Teststelle oder durch geschulte Personen haben durchführen lassen oder dabei angeleitet wurden und das Ergebnis durch den geschulten Dritten ausgewertet wurde. Sofern die PCR-Kapazität ausreichend ist, können Sie ein positives Schnelltestergebnis mittels eines zuverlässigeren PCR-Tests bestätigen lassen. Teilweise ist dies direkt vor Ort in derselben Teststelle möglich.
Wenden Sie sich an eine Teststelle, um Ihr Antigen-Schnelltestergebnis durch einen PCR-Test bestätigen zu lassen. Der PCR-Test ist in diesem Fall kostenfrei. Die Kontaktdaten erfahren Sie über die Internetseite der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg oder unter der Telefonnummer 116 117. Eine Auflistung teilnehmender Apotheken, die mitunter auch PCR-Testungen anbieten, finden Sie auf der Internetseite der Landesapothekenkammer. Oftmals listen auch die Kommunen weitere Teststellen auf ihren Internetseiten.
Zur Durchführung des PCR-Testes können Sie die häusliche Absonderung unterbrechen. Beachten Sie unbedingt die geltenden Schutzmaßnahmen (Abstand, medizinischer Mund-Nasen-Schutz oder FFP2-Maske). Beachten Sie die geltenden Regeln im öffentlichen Personennah- und Fernverkehr.
Grundsätzlich sollten alle Personen, welche (noch) ansteckend sein könnten, vermeiden den Öffentlichen Personennah- und Fernverkehr zu nutzen. Lassen Sie die Teststelle vorab wissen, dass Sie einen positiven Schnelltest hatten.
Wenn Sie sich aufgrund eines positiven Schnelltests einer PCR-Testung unterzogen haben und das Ergebnis des anschließenden PCR-Tests ist negativ, dann endet Ihre Absonderung und die Absonderung Ihrer Haushaltsangehörigen sofort mit Erhalt des negativen PCR-Testergebnisses.
Die Teststelle stellt über das Ergebnis des Schnelltests eine Bescheinigung aus. Diese ist zum Nachweis eines tagesaktuellen negativen COVID-19 Schnelltests nach der § 22a Absatz 3 Infektionsschutzgesetz für längstens 24 Stunden nach Testdurchführung gültig.
Eine Bescheinigung von Selbsttests, die unbeaufsichtigt zuhause durchgeführt wurden, ist nicht möglich. Ein positiver Selbsttest verpflichtet jedoch zu einem nachfolgenden weiteren Antigen-Schnelltest oder PCR-Test. Über das Ergebnis des nachfolgenden Tests erhalten Sie dann eine Bescheinigung.
Ausführlichere Information finden Sie in den Informationen zu Testnachweisen und Meldepflichten (PDF).
PCR-Tests:
Der PCR-Test ist der Goldstandard zum direkten Nachweis des Virus SARS-CoV-2 und ermöglicht den zuverlässigen Nachweis von Erbgut des Erregers in zum Beispiel Proben aus den Schleimhäuten der Atemwege. Beim PCR-Test handelt es sich um ein Standardverfahren in der Diagnostik von Viren. Der Test beruht auf der sogenannten Polymerase-Kettenreaktion (polymerase chain reaction, PCR). Durch Vervielfältigung des Erbmaterials des Virus gelingt es, Viren nachzuweisen, auch wenn erst wenige Erreger vorhanden sind. Der PCR-Test hat also eine hohe Sensitivität – er weist das Virus mit einer hohen Treffsicherheit nach. Zudem wird gezielt nur das Erbmaterial des Coronavirus SARS-CoV-2 vervielfältigt. Der Test hat damit eine hohe Spezifität, weist also genau das gewünschte Virus nach.
Der Goldstandard der PCR beruht auf dem Nasen- und Rachenabstrich. Prinzipiell sind aber auch andere Methoden wie zum Beispiel Speichelgewinnung (Lolli- oder Gurgeltests) möglich. Diese werden insbesondere auch bei den sogenannten Pool-PCR-Tests in Schulen eingesetzt. Alternativ können auch aus den tiefen Atemwegen Proben durch Hustenauswurf, Spülungen oder die Entnahme von Sekret aus der Luftröhre gewonnen werden.
Auch nichtärztliche, geschulte Personen dürfen bei Personen ohne Symptomen Abstriche zum Zwecke einer PCR-Testung durchführen, wenn die Auswertung des Abstrichs in einem externen Labor erfolgt. Dies gilt unabhängig davon, ob die Entnahme des Abstrichs im Rahmen einer Beauftragung zur Leistungserbringung nach § 6 Absatz 1 Satz 1 Nummer 2, Satz 2 der Coronavirus-Testverordnung (TestV) erfolgt, oder nicht.
Ein Anspruch auf einen kostenfreien PCR-Test besteht
- bei Symptomen, die auf eine Erkrankung an COVID-19 hindeuten;
- nach einem positiven Antigen-Schnelltest oder einem positiven Selbsttest (Antigentest zur Eigenanwendung) oder einem positiven Pooling-Test mittels eines Nukleinsäurenachweises zur Bestätigung des Testergebnisses;
- bei Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall (Haushaltsangehörige sowie vom Gesundheitsamt als Kontaktperson eingestufte Personen);
- wenn in Einrichtungen wie Kitas oder Schulen, Krankenhäusern, Arztpraxen, Pflegeheimen, Rehabilitationseinrichtungen oder Gemeinschaftsunterkünften sowie in der ambulanten Pflege oder in Arztpraxen COVID-19-Fälle auftreten beziehungsweise in den letzten 14 Tagen aufgetreten sind.
- vor (Wieder-)Aufnahme in Krankenhäusern, Pflege- und weiteren medizinischen Einrichtungen sowie vor ambulanten Operationen (ausführliche Listung der Einrichtungen in den FAQ des Bundesgesundheitsministeriums zu COVID-19 Tests zur Frage „Welche Personen erhalten einen kostenlosen PCR-Test?“).
- wenn bei Ihnen in den letzten 14 Tagen eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 nachgewiesen worden ist und Sie abgesondert (in „Quarantäne“) sind.
Ein PCR-Test ist für den Bürger auch immer dann kostenfrei, wenn dieser durch das Gesundheitsamt beziehungsweise die zuständige Behörde angeordnet wird.
Beim Vorliegen von Symptomen, die auf eine Infektion mit dem Coronavirus hinweisen oder nach einem positiven Antigen-Test beziehungsweise Selbsttest, wenden Sie sich bitte an Ihren Hausarzt oder die Telefonnummer 116 117, um sich dann mit einem PCR-Test testen zu lassen.
Weitere Kontaktdaten erfahren Sie über die Internetseite der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg.
Bei einem positiven Antigen-Test in einer Teststelle besteht teilweise auch direkt vor Ort die Möglichkeit, eine Probe für einen PCR-Test zu entnehmen, die anschließend zur Analyse in ein kooperierendes Labor transportiert wird.
Eine Auflistung teilnehmender Apotheken, die mitunter auch PCR-Testungen anbieten, finden Sie auf der Internetseite der Landesapothekenkammer.
Oftmals listen auch die Kommunen weitere Teststellen auf ihren Internetseiten.
Wenn Sie keine Symptome haben, die auf eine Infektion mit dem Coronavirus hinweisen und keinen Testanspruch wie unter „Wann habe ich Anspruch auf einen PCR-Test?“ beschrieben haben, können Sie sich an die Teststellen vor Ort wenden und fragen, ob PCR-Tests für Selbstzahler angeboten werden.
Die Preise für die Selbstzahler-Tests finden Sie beim jeweiligen Anbieter.
PoC-PCR steht für Point-of-Care-PCR, also ein patientennahes Testverfahren. Bei der PoC-PCR werden Point-of-Care Geräte verwendet mittels derer vollautomatisiert direkt vor Ort nach Probenahme eine PCR durchgeführt werden kann. Die Zeitspanne von der Probenahme bis zum Vorliegen eines Ergebnisses ist somit im Vergleich zur regulären Labor-PCR deutlich verkürzt.
Je nach Testgerät und Hersteller kann das Ergebnis mitunter bereits innerhalb von einer Viertelstunde bis Dreiviertelstunde nach Probenahme vorliegen. Die genauen Zeiten sind abhängig von den Herstellerangaben und bei der jeweiligen Teststelle zu erfragen.
Bei einigen Geräten kann jeweils nur eine Probe analysiert werden, bei anderen einige wenige gleichzeitig.
Es gibt auch Geräte, die auf anderen Nukleinsäureamplifikationsverfahren (NAT) als der PCR basieren und ebenfalls vor Ort durchgeführt werden können. Der Sammelbegriff für diese verschiedenen Verfahren ist PoC-NAT-Verfahren. Ein PoC-PCR-Test ist somit immer auch ein PoC-NAT-Test.
Ja, ein PoC-PCR-Test wird als Labordiagnostik mittels Nukleinsäurenachweis anerkannt.
Dementsprechend kann auf Grundlage eines PoC-PCR-Testergebnisses eine Absonderung ausgesprochen oder auch beendet werden. In der Corona-Verordnung Absonderung ist ein PCR-Test wie folgt definiert und umfasst auch PoC-PCR-Tests: „PCR-Test“ ist eine Testung durch eine Labordiagnostik mittels Nukleinsäurenachweises (PCR, PoC-NAAT oder weitere Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik) auf das Virus SARS-CoV-2 (Coronavirus).“
Auch ein Genesenennachweis kann auf einem positiven PoC-PCR-Test basieren. Die rechtliche Grundlage ist § 22a Absatz 2 Infektionsschutzgesetz: „Ein Genesenennachweis ist ein Nachweis hinsichtlich des Vorliegens eines durch vorherige Infektion erworbenen Immunschutzes gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 in deutscher, englischer, französischer, italienischer oder spanischer Sprache in verkörperter oder digitaler Form, wenn 1. die vorherige Infektion durch einen Nukleinsäurenachweis (PCR, PoC-NAAT oder weitere Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik) nachgewiesen wurde und 2. die Testung zum Nachweis der vorherigen Infektion mindestens 28 Tage und höchstens 90 Tage zurückliegt.
Ein Pool-PCR-Test ist ein PCR-Test, bei dem mehrere Proben gemeinsam auf das Coronavirus SARS-COV-2 untersucht werden können. Ist das Ergebnis des Pools positiv, so ist mindestens eine Probe positiv. Es können jedoch auch mehrere oder sogar alle Proben positiv sein. In seltenen Fällen kann es auch zu falsch-positiven Pool-Testergebnissen kommen, so dass alle Proben in der Nachtestung negativ sind. Ist das Ergebnis negativ, so sind alle Proben negativ.
Um zu ermitteln, auf welche Probe (bzw. Person) das positive Pool-PCR-Ergebnis zurückzuführen ist, werden daher im Falle eines positiven Pool-PCR-Ergebnisses alle getesteten Personen nochmals einzeln mittels PCR-Test nachgetestet.
Pool-PCR-Tests werden häufig in Schulklassen eingesetzt. Durch dieses Verfahren können viele Schülerinnen und Schüler auf einmal getestet werden.
Testungen allgemein:
(vergleiche Bundesgesundheitsministerium: Fragen und Antworten zu COVID-19-Tests)
- Bürgertestung
Wer einen kostenfreien Bürgertest (Antigenschnelltest) durchführen lassen möchte, muss in der Teststelle zum Identitätsnachweis einen amtlichen Lichtbildausweis vorlegen. Die Erfordernis eines Nachweises der Staatsangehörigkeit ist derzeit der Coronavirus-Testverordnung nicht zu entnehmen.
Kinder und Jugendliche können sich auch mittels Kinderreisepasses oder mittels eines Schülerausweises ausweisen. Für Kinder und Jugendliche, die über kein Ausweisdokument verfügen, ist es ausreichend, dass die Erziehungsberechtigten bei Testung des minderjährigen Kindes ihr Ausweisdokument vorlegen.
- Testung als Haushaltsangehöriger oder enge Kontaktperson
Wenn Sie Haushaltsangehöriger einer positiv getesteten Person sind oder von der zuständigen Behörde als enge Kontaktperson eingestuft wurden, siehe Frage Wie kann ich mich als Haushaltsangehöriger oder Kontaktperson testen lassen? Welche Dokumente muss ich mit zur Teststelle nehmen?. ( Testungen nach § 2 Coronavirus-Testverordnung (Kontaktpersonen))
- Freitestung aus Isolation (selber positiv)
Wenn Sie positiv getestet wurden (mittels PCR oder Antigenschnelltest) und derzeit in Absonderung sind, müssen Sie für eine Testung (zwecks „Freitestung“) bei der Teststelle den Nachweis einer SARS-CoV-Infektion vorlegen (also Ihren positiven Antigenschnelltestbefund beziehungsweise PCR-Befund mit Datum des Erregernachweises (Probenahme oder Laboreingangsdatum)). Der Befund der SARS-CoV-2-Infektion darf nicht älter als 14 Tage sein.
- Testungen von Personen nach Auftreten von Infektionen in Einrichtungen und Unternehmen
Bei Testungen nach § 3 Coronavirus-Testverordnung (Testungen von Personen nach Auftreten von Infektionen in Einrichtungen und Unternehmen) muss gegenüber dem Leistungserbringer/Teststelle dargelegt werden, dass die zu testende Person den erforderlichen Bezug zu Einrichtungen oder Unternehmen hat, in denen von diesen Einrichtungen oder Unternehmen oder vom öffentlichen Gesundheitsdienst eine mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierte Person festgestellt wurde.
- Testung vor Behandlung, Betreuung, Pflege, oder Unterbringung in gewissen Einrichtungen
Bei Testungen nach § 4 Absatz 1 Coronavirus-Testverordnung (Personen vor Behandlung, Betreuung, Pflege, oder Unterbringung in gewissen Einrichtungen) muss gegenüber dem Leistungserbringer dargelegt werden, dass die betroffene Einrichtung, das betroffene Unternehmen oder der öffentliche Gesundheitsdienst die Testung verlangt hat. Die betroffene Einrichtung/das betroffene Unternehmen kann eine entsprechende Bescheinigung ausstellen, aus der hervorgeht, dass sie die Testung verlangt.
- Testung als Bestätigungsdiagnostik nach positivem Selbsttest, positivem Schnelltest oder positivem Pool-PCR-Test
Zur kostenfreien PCR-Testung als Bestätigungsdiagnostik nach § 4b Coronavirus-Testverordnung berechtigt unter anderem auch ein positiver Antigen-Test zur Eigenanwendung unabhängig davon, ob die Durchführung des Tests überwacht wurde, oder nicht. Ein schriftlicher Nachweis über den positiven Antigen-Test (Schnelltest oder Selbsttest) ist nicht erforderlich.
Mit Inkrafttreten der Änderung der Testverordnung des Bundes (TestV) zum 12. Februar 2022 ist der Anspruch auf kostenfreie Testungen für Personen mit der Statusanzeige „erhöhtes Risiko“ in der Corona-Warn-App entfallen.
Bürgertestungen (mittels Antigenschnelltest) können weiterhin von allen asymptomatischen Personen in Anspruch genommen werden. Symptomatische Personen sollten sich an Ihren Arzt oder eine Corona-Schwerpunktpraxis wenden.
Als Haushaltsangehörige oder wenn Sie als enge Kontaktperson eingestuft wurden, haben Sie Anspruch auf Testung nach der Coronavirus-Testverordnung des Bundes. Damit ist die Testung für Sie kostenfrei, wenn Sie in den letzten 14 Tagen Kontakt zu einer mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Person hatten. Der Testanspruch umfasst sowohl Antigenschnelltests als auch PCR-Testungen. Der kostenlose Testanspruch besteht ebenfalls, wenn die Testung zur Aufhebung der Absonderung („Freitestung“) stattfindet.
Haushaltsangehörige sind ohne Mitteilung des Gesundheitsamtes bereits nach der Corona-Verordnung Absonderung Kontaktpersonen und haben damit einen Anspruch auf kostenfreie Testung.
Haushaltsangehörige können Ihre Anspruchsberechtigung in der Teststelle wie folgt nachweisen:
- positives Schnelltest- oder PCR-Test-Ergebnis des Primärfalls (infizierte Person)
UND - Nachweis derselben Meldeanschrift (zum Beispiel durch Personalausweis oder Meldebescheinigung)
Eigene und adoptierte minderjährige Kinder gelten auch ohne Nachweis der Meldeadresse als testberechtigt, wenn Eltern oder Geschwister mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert sind.
Die oben genannten Nachweismöglichkeiten ersetzen somit die Feststellung durch den öffentlichen Gesundheitsdienst und sind von den Teststellen anzuerkennen.
Personen, die faktisch einen Haushalt bilden, aber nicht dieselbe Meldeadresse haben (zum Beispiel Lebenspartner, die in unterschiedlichen Wohnungen gemeldet sind, oder Personen, die zeitweise einen Haushalt bilden, beispielsweise im Urlaub) sollten zur Ausstellung einer Testberechtigung das zuständige Gesundheitsamt kontaktieren.
Als enge Kontaktperson gelten Sie derzeit nur noch, wenn Sie vom Gesundheitsamt explizit als solche eingestuft werden. Im Zuge der Kontaktaufnahme durch das Gesundheitsamt kann Ihnen dann auch eine Testberechtigung ausgestellt werden.
Ausführlichere Information finden Sie in den Informationen zu Testnachweisen und Meldepflichten (PDF)
Als Bürgerin oder Bürger sollten Sie bei der Wahl der Teststelle auf Folgendes achten:
- Asymptomatische Personen können kostenfrei Bürgertestungen durchführen lassen („Bürgertestungen“ nach § 4a Coronavirus-Testverordnung). Auch Testungen in gewissen anderen Kontexten sind weiterhin kostenfrei. In diesen Fällen darf Ihnen keine Rechnung ausgestellt werden. Ausführliche Informationen: Bundesgesundheitsministerium: Fragen und Antworten zu COVID-19 Tests
- Die Beauftragung der Teststelle durch das Gesundheitsamt sollte aushängen und für Sie einsehbar sein. Arztpraxen, Zahnarztpraxen, medizinische Labore, Rettungs- und Hilfsorganisationen sowie Apotheken werden nicht gesondert durch das Gesundheitsamt beauftragt, sondern dürfen bereits auf Grundlage der TestV offiziell Testungen durchführen und bescheinigen.
Testungen zur vorzeitigen Beendigung der Absonderung („Freitesten“):
Für weitere Informationen zur vorzeitigen Beendigung der Absonderung siehe FAQ zur Corona-Verordnung Absonderung
Ja, Sie haben einen Anspruch auf einen kostenfreien Test (umfasst sowohl Antigenschnelltests als auch PCR-Tests), wenn der Nachweis der Infektion nicht länger als 14 Tage zurückliegt.
Bitte bringen Sie Ihren SARS-CoV-2-Nachweis mit zur Teststelle (PCR-Befund mit Datum des Erregernachweises (Probenahme oder Laboreingangsdatum) oder positives Antigentestergebnis mit Datum des Erregernachweises, also derjenige Testnachweis, der zuerst positiv ausgefallen ist und Grundlage zur Berechnung ihrer Absonderungsdauer ist).
Sollte Ihnen bereits eine Absonderungsbescheinigung vorliegen, können Sie auch diese in der Teststelle als Nachweis vorzeigen.
Ja, Sie haben als Haushaltsangehörige oder vom Gesundheitsamt eingestufte enge Kontaktperson einen Anspruch auf einen kostenfreien Test (umfasst sowohl Antigenschnelltests als auch PCR-Tests), wenn sie asymptomatisch sind und der Kontakt zur positiv getesteten Person nicht länger als 14 Tage zurückliegt. Zur Frage welche Dokumente Sie in der Teststelle vorweisen müssen, siehe unter „Wie kann ich mich als Haushaltsangehöriger oder Kontaktperson testen lassen? Welche Dokumente muss ich mit zur Teststelle nehmen?“
FAQ zu Teststellen (Stand: 11. April 2022)
Zuletzt aktualisierte Fragen sind mit einem Sternchen * gekennzeichnet.
Information des Sozialministeriums:
Von den Leistungserbringern nach der Coronavirus-Testverordnung abrechenbar sind diejenigen Tests, die das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (bfarm) in einerMarktübersicht auf seiner Internetseite veröffentlicht.
Unter diesen Tests befinden sich jedoch auch Tests, die eine zusätzliche Evaluierung beim Paul-Ehrlich-Institut (PEI) durchlaufen haben und eine hohe Sensitivität überprüft wurde. Es wird den Teststellen dringend empfohlen, Tests zu beschaffen und zu nutzen, die sich auf dieser PEI-Liste befinden.
Arztpraxen, Zahnarztpraxen, Apotheken, med. Labore und Rettungs- und Hilfsorganisationen benötigen keine separate Beauftragung. Zwecks Abrechnung (von Bürgertestungen nach § 4a Coronavirus-Testverordnung) bei der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) benötigen Sie jedoch eine ID-Kennung. Diese erhalten Sie über ihr zuständiges Gesundheitsamt.
Weitere Leistungserbringer (Teststellen) benötigen ebenfalls eine ID-Kennung sowie zusätzlich eine Beauftragung. Beides erhalten Sie über Ihr zuständiges Gesundheitsamt.
Information des Sozialministeriums:
Voraussetzungen zum Betrieb einer Teststelle als Leistungserbringer nach §6 Abs.1 TestV (PDF)
Informationen zur Abrechnung finden Sie auf den Seiten der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW), für Nicht-KV-Mitglieder siehe dort direkt unter Registrierung zur Abrechnung für Nicht-KV-Mitglieder
Ja, die Teststelle ist nach der Testverordnung und dem Infektionsschutzgesetz verpflichtet, ein positives Testergebnis eines Schnelltests oder überwachten Selbsttests dem Gesundheitsamt zu melden.
Grundsätzlich sind Teststellen, die Testangebote auf Selbstzahlerbasis anbieten, möglich.
Zu beachten ist dabei, dass die Teststellen, wie auch bei Leistungen nach Coronavirus-Testverordnung, entweder bereits aufgrund der Verordnung selbst zur Leistungserbringung berechtigt sind (dies sind beispielsweise Arztpraxen, Zahnarztpraxen, medizinische Labore, Apotheken und Rettungs- und Hilfsorganisationen) oder aber, dass eine Beauftragung des örtlich zuständigen Gesundheitsamtes vorliegt. Nur die beiden genannten Arten von Teststellen sind berechtigt, einen Testnachweis im Sinne von § 2 Nr.7 COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung auszustellen. Nur diese Nachweise werden (neben vor Ort-Testungen bzw. betrieblichen Testung im Sinne des Arbeitsschutzes) offiziell anerkannt, etwa nach der Corona-Verordnung des Landes Baden-Württemberg und berechtigten beispielsweise zum Zutritt von Veranstaltungen oder der Inanspruchnahme von Dienstleistungen, wenn ein Testnachweis gefordert wird. Dies gilt sowohl für Antigenschnelltests als auch für Labordiagnostik mittels Nukleinsäurenachweis (PCR, PoC-PCR oder weitere Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik). Möchte eine Teststelle, die nicht bereits durch die TestV selbst zur Erbringung von Testungen berechtigt ist, Selbstzahlerleistungen anbieten und im Zuge dessen in Deutschland anerkannte Testnachweise ausstellen, ist folglich eine Beauftragung durch das Gesundheitsamt erforderlich sowie eine Bereitstellung von Testangeboten nach TestV. Auch eine Anbindung der Teststelle an die Corona-Warn-App (CWA) zwecks Ausstellung des digitalen europäischen Testzertifikats kann derzeit nur für Leistungserbringer im Sinne der TestV (entweder Leistungserbringer, die nach TestV unmittelbar als solche gelten oder vom Gesundheitsamt beauftragte Dritte) erfolgen.
Nachweise von Selbstzahler-Teststellen, die nicht nach TestV unmittelbar als Leistungserbringer gelten oder vom Gesundheitsamt beauftragt wurden, sind ungültig.
Das Personal muss nach § 4 Absatz 2 Medizinprodukte-Betreiberverordnung die dafür erforderliche Ausbildung oder Kenntnis und Erfahrung besitzen. Testungen mittels Antigenschnelltest dürfen auch von nicht ärztlichem Personal durchgeführt oder überwacht werden. Auch die PCR-Abstrichnahme darf von nicht ärztlichem Personal durchgeführt werden. Das Teststellen-Personal muss jedoch explizit auch für die Abstrichnahme für eine PCR-Diagnostik geschult sein. Für die weitere Diagnostik ist die Kooperation mit einem Labor erforderlich.
Personen, die selber Abstriche durchführen, sowohl für Antigen- als auch PCR-Diagnostik, müssen eine entsprechende Ausbildung oder Kenntnis und Erfahrung schriftlich nachweisen können. Bei nicht medizinischem Personal muss der Nachweis auch explizit einen praktischen Schulungsanteil umfassen. Eine rein theoretische, ausschließlich online durchgeführte Schulung ist nicht ausreichend.
Der Betreiber hat die Nachweise über die erforderliche Ausbildung oder Kenntnis und Erfahrung des Personals zu dokumentieren und auf Verlangen vorzuweisen
PoC-PCR-Tests sind in der Anwendung nicht auf ein Labor angewiesen. Bei der Anwendung dieser Tests ist darauf zu achten, dass diese ebenfalls durch entsprechend geschultes Personal erfolgen müssen. Dabei sind die jeweiligen Herstellerangaben und die Anforderungen aus der Medizinprodukte-Betreiberverordnung zu berücksichtigen. Probenentnahme und auch Testdurchführung können also ohne ärztliche Aufsicht erfolgen. Nichtärztliche Leistungserbringer können PoC-PCR bei Beachtung der medizinprodukterechtlichen Vorgaben also grundsätzlich verwenden, sie können die Leistungen aber nicht nach der Coronavirus-Testverordnung abrechnen.
Informationen zur Abrechnung finden Sie auf den Seiten der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW).
Um offizielle Nachweise ausstellen zu können beziehungsweise die Testungen mit der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) abrechnen zu können, ist eine Beauftragung des zuständigen Gesundheitsamtes erforderlich beziehungsweise die Teststelle muss Leistungserbringer im Sinne von § 6 Absatz 1 Coronavirus-Testverordnung sein. Entscheidend ist hierbei jedoch auch, für welche Testungen die Teststelle ursprünglich bereits beauftragt wurde oder ob ihre Beauftragung beispielsweise beschränkt ist auf § 4a Bürgertestungen mittels Antigenschnelltest.
Teststellen, die bereits automatisch nach TestV zur Leistungserbringung berechtigt sind, wie Arztpraxen, Apotheken, Rettungs- und Hilfsorganisationen und medizinische Labore benötigen keine zusätzliche Beauftragung für PCR-Testungen vom Gesundheitsamt, sollten aber zwecks Übersicht dem Gesundheitsamt anzeigen, dass sie PCR-Testungen anbieten.
Zudem gilt zu beachten, dass eine Testung im Rahmen der TestV ausschließlich für asymptomatische Personen möglich und abrechenbar ist. Symptomatische Personen sind im Rahmen der Krankenbehandlung zu testen und abzurechnen.
Generell gilt, dass auch nicht ärztliche Personen PCR-Abstriche machen können (kein Arztvorbehalt für Probenahme, genauere Ausführungen zu Personalanforderungen siehe Frage oben). Die weitere Diagnostik steht jedoch unter Arztvorbehalt. Um PCR-Testungen nach TestV abrechnen zu können, ist daher bei nicht-ärztlichen Testsstellen eine Kooperation mit einem Labor erforderlich.
Mit dem kooperierenden Labor sind dann Absprachen zu treffen hinsichtlich der Probenahme, Probenmaterial, Lagern und Einsendung der Proben, Ausfüllen des Auftragsscheins und so weiter.
Eine Teststelle muss sich gewerblich anmelden: Weitere Hinweise zur Gewerbeanmeldung
Um rechtlich gültige Testnachweise ausstellen zu können, ist auch bei Selbstzahlerangeboten eine Beauftragung durch das Gesundheitsamt erforderlich und die Teststelle muss auch Leistungen nach der Coronavirus-Testverordnung anbieten (Verweis auf „Sind Selbstzahler-Teststellen möglich?“). Ausnahmen gelten für Teststellen, die bereits durch die Coronavirus-Testverordnung selbst als beauftragt gelten (siehe unten).
Bei bereits bestehenden, beauftragten Teststellen gilt eine Anzeigepflicht beim Gesundheitsamt, dass diese Teststelle nun zusätzlich auch Selbstzahlerleistungen anbieten möchte. Eine eindeutige Ausweisung für den Bürger, wie hoch die Kosten der jeweiligen Testung sind und durch wen die Kostenübernahme erfolgt, ist erforderlich. Seit dem 13.November 2021 können asymptomatische Personen wieder kostenfrei einen Antigenschnelltest durchführen lassen („Bürgertestungen“ nach § 4a Coronavirus-Testverordnung). Wenn ein Anspruch auf Testung nach TestV besteht, darf dem Bürger keine Rechnung ausgestellt werden.
Sollen Testungen nach § 4a der Coronavirus-Testverordnung angeboten werden, ist weiterhin die Anbindung an die Corona-Warn-App Vergütungsvoraussetzung.
Arztpraxen, Zahnarztpraxen, medizinische Labore, Rettungs- und Hilfsorganisationen sowie Apotheken werden nicht gesondert durch das Gesundheitsamt als Leistungserbringer beauftragt, sondern dürfen bereits auf Grundlage der Coronavirus-Testverordnung offiziell Testungen durchführen. Dementsprechend dürfen von den selbigen auch Selbstzahlerleistungen angeboten werden und anerkannte Testnachweise ausgestellt werden. Hierfür ist ebenfalls keine Beauftragung erforderlich. Dem Gesundheitsamt gegenüber sollte angezeigt werden, welche Art von Testungen angeboten werden. Eine eindeutige Ausweisung, wie hoch die Kosten der jeweiligen Testung sind und durch wen die Kostenübernahme erfolgt, ist erforderlich.
Wenn ein Anspruch auf Testung nach der Corona-Testverordnung (§§ 2 - 5) besteht, darf dem Bürger keine Rechnung ausgestellt werden.