Das Hornberger Schießen

Sagen und Legenden

Das Hornberger Schießen

  • Hornberg um 1643. Stich von Matthäus Merian aus der Topographia Sueviae (Schwaben).

    Hornberg um 1643. Stich von Matthäus Merian aus der Topographia Sueviae (Schwaben).

Vor Zeiten kam einmal der Herzog im schönen Schwarzwald-Städtchen Hornberg zu Besuch. Die Hornberger bereiteten ein großes Fest vor, und ein Empfangskomitee, bestehend aus allen Bürgern des Ortes, stand bereit. Oben auf dem Schlossberg aber positionierte man die zu diesem Anlass extra blankgeputzten Kanonen, um den Ehrengast mit ordentlichem Salut zu begrüßen.

Es war ein warmer Tag, und der Herzog ließ auf sich warten. Den Blumenmädchen begannen schon die Kränze im Haar welk zu werden, alle hatten Durst und schwitzten in ihren Festtagsgewändern. Endlich kam das ersehnte Zeichen. Auf dem Kinzigsteg waren die ersten Reiter gesichtet worden. Die Leute jubelten, und oben auf dem Berg luden die Männer die Kanonen und böllerten, was das Zeug hielt.

Als alles Pulver verschossen war, wollten sie sich eben zum Festplatz begeben und sich endlich am kühlen Bier gütlich tun, da kam ein Bote angerannt und schrie: „Schießt weiter! Das war erst die Vorhut!” Da war jedoch nichts mehr zu Schießen übrig. Und als der Herzog selbst durchs Stadttor zog, da war es ganz still, denn alle hatten sich bereits in den Schatten und zu den Zapfhähnen begeben.

Noch heute sagt man, wenn ein Ereignis sang- und klanglos im Sande verläuft: „Das geht aus wie's Hornberger Schießen!”


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