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Todesfall
  • 10.01.2017

Trauer um Roman Herzog

  • Bundespräsident a.D. Roman Herzog (Bild: © dpa).

Der frühere Bundespräsident, Präsident des Bundesverfassungsgerichts sowie Kultus- und Innenminister in Baden-Württemberg, Roman Herzog, ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Deutschland und Baden-Württemberg verlieren einen über Parteigrenzen hinaus respektierten und unermüdlichen Reformer, erklärte Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

„Mit tiefer Trauer habe ich die Nachricht vom Tode Prof. Roman Herzogs aufgenommen. National und international erlangte Prof. Herzog als Landespolitiker und Bundespräsident hohes Ansehen“, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann.

„In Baden-Württemberg hat der Abgeordnete des Wahlkreises Göppingen Prof. Herzog große Spuren hinterlassen. Der Kultusminister Prof. Herzog ging als echter ,Schulminister‘ in die Geschichte unseres Landes ein. Dezidiert wollte er Bildungspolitik aus der Perspektive der Schülerinnen und Schüler betreiben“, so Kretschmann. „Nach seiner Berufung zum Innenminister im Jahr 1980 galt es für Prof. Herzog, hoch umstrittene Themen zu bearbeiten. Die Raketenproteste in Mutlangen, Hausbesetzungen oder die Frage nach CS-Reizgas für Polizeieinsätze standen ganz oben auf der landespolitischen Agenda. Prof. Herzog hat all diese Fragen überzeugend und mit großer Souveränität beantworten können. Die einvernehmliche Berufung zum Richter und späteren Präsidenten den Bundesverfassungsgerichts zeugte von dem großen Respekt, der Prof. Herzog auch parteiübergreifend entgegengebracht wurde.“

„Nach seiner Wahl zum Bundespräsidenten am 23. Mai 1994 hatte sich Prof. Herzog schnell einen Namen als echter ,Reformpräsident‘ gemacht“, so Kretschmann. „Humorvoll und in unverstellter Sprache hat Prof. Herzog einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, dass in Deutschland ein Weg dringend notwendiger Veränderungen beschritten werden konnte. Seine Berliner ,Ruck-Rede‘ und die darauf folgende Grundsatzrede zum Thema Bildung im Jahr 1997 sind weit über die Grenzen der Bundesrepublik bekannt geworden.“ Besonders zu würdigen sei auch Prof. Herzogs unermüdlicher Einsatz zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus, sagte Kretschmann.

„Prof. Roman Herzogs Angehörigen gilt mein Mitgefühl und meine aufrichtige Anteilnahme. Sein großes Wirken werden wir mit Dankbarkeit in Erinnerung behalten“, so Ministerpräsident Kretschmann.


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